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Seinem Ansuchen wurde willfährigst entsprochen, und um Ostern 183k kamen sogleichdrei Brüder aus Oesterreich, nämlich die Fr. Fr. Dionys Göstl von NiederleiS inOesterreich, Constantin Pollnyzky von Grosmeßentz in Mähren und Calasanz Ditievon Schlan in Böhmen , wozu noch etwas später P. Albert Mandl von Gruhlich inBöhmen zu kam.
Da der bisherige Prior wegen vorgerückten Alters nicht mehr im Stande war,die Leitung des Klosters zu führen, so wurde Dionys Göstl zum Prior ernannt, undFr. Calasanz Ditie zum Oberarzt, während P, Albert als Priester die geistliche Lei-tung und Seelsorge übernahm.
Am 15. Juni 1834 Morgens neun Uhr war die feierliche Installation unv Ein-setzung in den Genuß des Klostervermögens, so wie auch dessen Administration.Diese Handlung wurde vorgenommen durch den königl. RegierungScommissär vr. vonAhorner und den bischöflichen Commissär, Stadtpsarrer und Decan Andreas Jäger zuhl. Geist. Nach dem feierlichen Gottesdienste, unter welchem die Ordensbrüder daSGelübde in die Hände des PriorS und dieser hinwieder in die Hände deS bischöflichenCommissärs ablegte, wurde die Installation in dem schön verzierten Refektorium vor-genommen.
Noch waren nicht zwei Jahre verflossen, als daS Kloster schon ein Mitglied durchden Tod verlor. Es starb nämlich der Procurator Constantin Pollnyzki am 26. Jan.1838, erst dreißig Jahre alt, am Blutsturze und wurde unter sehr zahlreicher Beglei-tung auf dem Gottesacker begraben. Einen andern Verlust erlitt das Kloster durchdie Abreise deö P. Mandl nnd Calasanz Ditie, die dem Rufe ihrer Obern folgend inungarische Klöster versetzt wurden. An die Stelle des P. Albert Mandl trat nun derhochw. Herr Pfarrer zu Staudheim, Frz , Xav. Wankmüller, der sodann die geistlicheLeitung und Seelsorge im Kloster übernahm. Am 11. October 1842 wurde der bis-herige Prior Dionys durch seine OrdenSoberu abberufen und dafür, am 26. Octobervon den Ordenömirgliedern Fr. Sebastian Benz als Prior gewählt. Einige Wochennachher begab sich der ehemalige Prior DionyS nach München , erhielt daselbst diegoldene Verdienstmedaille, kehrte von da nach Neuburg und begab sich andern TagSüber Rom in sein Kloster nach Oesterreich zurück. Sonderbare Wechsel, in Neuburg wurde er abgesetzt, iu München erhielt er die Verdienstmedaille.
Als die Stadtgemeinde Straubing in den Vorschlag, die dortige männliche Kran-kenanstalt dem Orden der barmherzigen Brüder zu übertragen, einstimmte, trat derMagistrat mit dem Convente zu Neuburg in Unterhandlung und schloß mit demselbenwegen Uebernahme der Krankenpflege im städtischen Krankenhause zu Straubing einenVertrag ab, welcher von Sr. Majestät König Ludwig I. gemäß höchster Entschließungdeö kgl. Ministeriums des Innern ,'c!li. 2. Oct. 1843 .die allergnädigste Genehmigungerhielt. So wurde das Kloster Neuburg , wie früher für das Kloster der Barmher-zigen in München, das bis 1808 bestand, auch für Straubing daS Mutterkloster.In Folge dieses Vcii'^zS begaben sich am Aschermittwoche 21. Febr. 1844 aus demConvente zu Neuburg drei Brüder, an ihrer Spitze der für das Ausblühen deS OrdenSin Bayern unermüdet thätige Ordenspriester P. Magnobonus Wankmüller nach Strau-bing und bezogen anfangs daS städtische Krankenhaus in der Allstadt, das ihnen am17. Juli 18Ä4 feierlich übergeben wurde. Da aber dasselbe dem Donaustrome sehrnahe liegt, und öfters der Überschwemmung ausgesetzt ist, so fühlten die B rüder bald,daß dieses Gebäude eben so wenig zu einem Krankenhause als zu einem Kloster geeignetwäre und fausten um den Preis von 32,000 fl. das ehemalige FranciScanerklofter,ein weitläufiges stattliches Gebäude, nebst einer geräumigen schönen Kirche an.
DaS Kloster in Neuburg besteht in schönster Blüthe, zählt außer dem OrdenS-priester P. Magnobonus Wankmüller (geboren zu Höchftädt 20. Oct. 1806 und vom