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ben, daß alles Geschaffene gut ist, also auch keine Speise sündhaft; daß die rechtmäßigeEhe nichts Entehrendes hat, und nur unrechtmäßige und widernatürliche Geschlechts-Verbindung sündhaft und verboten sey; daß die Seele des Menschen mit Vernunft undfreiem Willen beaabt »nd unsterblich ist, daß alle Menschen vom Tode auferstehenwerden zum Gerichte. Wir g'auben auch, daß Christus kein bloßer Mensch war,sondern Wort Gottes, Gottmenfch, unser Mittler und Hohepriester beim Vater; unddaß die jüdische Beschneidung nicht mehr nothwendig sey (11) So haben wir Apostelbeschlossen auf der Synode zn Jerusalem (12) und haben den Gläubigen darauf geboten,den Umgang mit denen zu fliehen, welche der wahre» Lehre widerstreiten (13), Ebenso haben wir u»S gegenwärtig versammelt, euch die wahre christliche Lehre hier mitzu-theilen (14), Die Taufe soll nur einmal ertheilt werden von dem verordneten Priesterund auf den Namen des Vaters, des SohneS und des heiligen Geistes; ihr jolletvon keinem Ketzer euch taufen lassen und die Taufe nicht ausS Todbett verschieben (15);wie den Umgang mit den Ketzern, so sollet ihr auch ihre falschen Schriften fliehen (16).Der Bischof, Priester und Diacon sollen nur Eines WeibeS Mann seyn, wenn sieaber einmal ordmirt sind, sollen sie nicht mehr hcirathen; nur die Kleriker der vierniedi-ren Grade dürfen heiraiheu, aber keiner soll eine Hme, eine Tienstmagd, eineWittwe oder Verstoßene zur Frau nehmen; zur Diaconissin werde nur eine keuscheJungfrau, oder eine zuverlässige Wittwe genommen, welche nur eiumal vcrheirathetwar (17). Wie eö der Wille Gottes ist, die Nenmüthigen aufzunehmen, unv wennsie noch nicht getauft sind zu taufen, so sollen die hartnäckigen Ketzer ausgeschlossenund ihr Umgang gänzlich gemieden werden (18). Das Gesetz Jesu Christi ist somiteinfach und vollkommen und die Erfüllung der zehn Gebote ganz übereinstimmend mitdem Naturgesetze (19), eS ist für uuS hinreichend, wie die Gesetze deS alten BundiSganz nach dem HerzenSznstande deS jüdischen Volkes eingerichtet waren (20). Ihrvorher zum Götzendienste geneigter Sinn mußte erst bezwungen werden, wir abergehorchen freiwillig und stehen so unier dem Gesetze der Gnade (ZI). Die blutigenOpfer hat der Herr ausgehoben, indem er sie erfüllt hat (22), das Naturgesetz hat ernech vervollkommnet durch seine Gebote, ebenso hat er das Priesterthum in ein neuesumgeschaffcn, zudem uicht blos mehr ein Stamm berufen war; statt der täglichenWaschungen hat er das heilige Sacrament der Taufe und statt der blutigen Opferdas große geheimnißvolle unblutige Opfer seines Fleisches und Blutes eingesetzt, dasnun überall gefeiert wird (23). Haltet fest an diese Gebote und blicket hin auf dieJuden, welche in die römische Knechtschaft gerathen sind, weil sie dem Herrn untreuwurden (24); hütet euch vor denen, welche Gott lästern, indem sie die Gottheit Christiunv seine Ewigkeit läugnen, indem sie gewisse- Speisen und die Ehe für sündhafterklären (25). Leget auch alle heidnischen Norurlheile und Gebräuche ab, ihr könneteuch durch nichts verunreinigen, was natürlich ist, nur durch Uebertretung deö Ge-setzes (26), durch Ehebruch und Hnrerei, durch unnatürliche Sünden und verboteneLust (27). Das Weib soll ihrem Manne in aller Liebe unterworfen seyn und derMann sein Weib lieben wie seinen eigenen Leib, Hurerei und Ehebruch aber könnendurch alle Flüsse der Erde nicht abgewaschen werden (28). Die jüdischen und heidni-schen Gebräuche, die V^ruureiuiguugen und Waschungen gelten nicht für euch, schmücketeuch vielmehr mit Tugeud und Heiligkeit und ihr werdet der Verheißungen Christi ihcilhafr werden und die Herrlichkeit Gottes schauen, wie StephanuS , ihm sey An-betung und Ehre durch Jesum Christum dem allmächtigen Gotte jetzt und in Ewigkeit.Amen (29).
Siebentes Ruch.
Vom christlichen Leben, dem Gebele und dem Unterrichte vor der
Tauf e.
ES gibt zwei Wege, die der Mensch gehen kann, der eine führt zum Leben undder andere zum Verderben, jener ist uns von Gott vorgeschrieben, dieser ist der Weg deS