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hohem Grade, und keine Hand kann ihnen besser geben, wasihnen mangelt, als die der Religion. Die Stimme des Priesters,der Anblick der geheiligten Hostie in der golvenen Monstranz, dieSchwingungen dcS Rauchfasses, die entblätterten Blumen, die ab-gesungenen Hymnen, die öffentlichen Gebete verfehlen ihren Ein-druck auf die Herzen der Matrosen gewiß nicht.
jedes Schiff gab S^lve, und auch die Strandbatterien mischtenvon weitem her ihre Donner unter das erhabene Gebrüll, dasvon den Flotten her sich hören ließ, und auf einige Augenblickeverschwand die Rosen- und Golvfarbe des Himmels unter demdicken Rauch so vieler Feuerschlünde. — Alle diese Donner derMenschen mißfielen Gott gewiß nicht; denn sie brachten den Todnicht mit sich; sie waren kein Kricgs-Signal, kein Ruf zum Mor-den, sondern zum Gebete, zur Anbetung eines Gottes der Liebeund des Frieden.?. Bei der Ruhe die in den Lüften und aufden Fluthcn herrschte, hätte man sagen mögen, daß die Natursich sammle und stillschweige bei der Ankunft des Schöpfers.Die Winde legten sich, und keine Welle schlug an die Seite derSchiffe. Nur hörte man von Zeit zu Zeit die Stimmen derPriester, und sah von weitem über den bloßen Häuptern derknieendcn Matrosen das Kreuz und das heiligste Sacrament, wel-ches die Geistlichen in Processio» rings um das Admiralschiff,tru->gen. Beim Untergang der Sonne schimmerte die Monstranz mitihren golvenen Strahlen we eine andere Sonne, und die unschul-digen r.inen Hände der wie Engel gekleideten Kinder streuten ver-schwenderisch Blume» von allen Farben und Wol'lgerüchcn. Dieseauf das Verdick fallenden Blume» bildeten gleichsam ^einen bunt-scheckigen Tcppich unter den Füßen der Priester, und bezeichneteden hl. Weg im Umkreise des Schiffes.
Das a» dem Fuße des Hauptmastes errichtete Behältniß warüber mehrere Staffeln erhaben, und der Altar war so gestellt,daß er von der ganzen Flotte konnte gesehen weiden. — Welchein Tempel wäre dieß! Uncrmcßlichkeit über dem Haupte des Prie-sters! Uncrmcßlichkeit unter seinen Füßen! Und um den Augenblickdes Segens zu verkünden , ist es nicht ein Glöcklein in den Händendes kleinen Ministranten, sondern eine Salve von .hundertKanonen. Hundert zugleich donnernde Kanonen rufen den Sol-daten, den Matrosen, dem Meere, der Erde und dem Himmelzu: „Betet hier den Gott der Hcerschaaren an!" —Wirklich dars man Menschen, die nicht beten mö>zcn, gemeiniglichnicht auf dem Meere, zwischen den Höhen der Himmel, und denTiesc» des Abgrundes suchen; nein, der Anblick der Räume ohneGränzen, des Unendlichen, das sie umgibt, die große Stimme d>°SOceans, die dem Seemann ohne Unterlaß prediget, bringt ihmeinen höhern Begriff der Seele bei, und lehret ihn glauben.So ist auch kein Officier, kein Matrose, kein Soldat, der nichtmit tiefer Rührung sich niederwürfe, wenn dao heilige Sacramentin den Händen des Priesters sich erhebt, die ganze Heercsmachtzu segnen. — Nun fingen die Sterne allgemach an sich an d mHimmel zu zeigen, nnd man hatte sagen sollen, auch sie wolltenmit den Menschen dcu Gott anbeten, der sie an dem FirmamenteciuSgest.cut hatte, und jeden von ihnen beim Namen nennt. —Die Nacht war im Anzüge, und breitete allmälig ihre unermeß-lichen Schleier über den Gesichtskreis. Die Flotten standen imDunkeln, und der Gla»z des Festes erlosch, wie in einer gemeinenKirche, wenn der Gottesdienst geendet ist, die Lichter auf demAllare nebe» dem Tabernakel zu brennen aufhören, und nur Uebersicht
die Lampe des Hciliglhnmö noch angezündet bleibt. . ^ m ^ . ^ . , ^ ^ , >-
M... <- . ^. ^ ^- ci-',^... ^> -s .- , !der von der Versammlung des Allerhelliosten Erlo-
'^ian sage nicht, dein, die ganze Feierlichkeit, die ich o eben . ^ . ^ c> - ^ » i o, >, .^,,5 - ^" >beschrieben habe, nichts anderes ais eine pomphafte und eitle Cere- l"' vom 22 Jun.us 1844 b.s l. Apr. ld45 .m Äo.ng-monie gewesen sey- 0 nein, sie war mehr als Poesie und Ueber- "'^ abgehaltenen Missionen,
raschung. Sie gewährte Älte», die da anbeteten, süße Tröstungen Altötting , 1. Mai 18ä5.
und heilsame Erinnerungen, Lcnte, die man weither der Hcimath^ In einer unterm 28. Mai 1844 ausgestellten und in diesemc»!ii»c» hatte, wo sie geboren waren, die einer rohen Dienstbar- Blatte mitgetheilten Erklärung hat Der Unterzeichnete die erstekcit iu>d strengen Disciplin unterworfen wurden, bedürfen auf ihren Uebersicht über die in Bayern von der Verjammlm g des Aller-von Wind und Welle» gepeitscht.» Fahrzeugen dcS Trostes in heiligsten E.löscio abgehaltene» Missionen mltgelheüt. Derselbst
So wird aber das Fronleichnamsfest immer und überallherrlich gefeiert, zu Land und Meer, auf den azurnen Wogenund grünen Wiesen, in großen Stadt.n und am Borde großerSchiffe.
In der Normandie und den Gegenden von Paris bemerkteman ehedem einen rührenden Gebrauch. Die Mütter führten ihrekleinen Kinder auf den Weg des hl. Sacraments, und der Vor-stand der Kirche, oder der gewöhnliche Priester, der es trug, hieltinne, und setzte den Fuß der Monstranz auf das Haupt des Rin-des, um ihm Stärke und Wachsthum zu verschaffen. — Auch dieKranken kamen herbei, und flehten mit ihr, n blassen Angesichternzu Gott, um Heilung ihrer Gebrechen. Dieß machte nun freilichhäusigen Aufenthalt, schadete aber der Schönheit der Ceremonienichts, und erinnerte an das Auflegen der Hände Jesu, und sei-ner Apostel, da sie durch Judäa gingen, und Allen Gutes thaten,und Alle heilten, und an die Worte: Lasset die Kleinen zumir kommen — und: Kommet Alle zu mir, die ihrmit Mühe und Armseligkeit beladen seyd, und ichwill euch erquicken. —
O selig der Mensch, der das, was diese Worte sagen,kindlich glaubt, vertrauensvoll auffaßt, und nicht zufrieden, andem Triumphzuge des Heilandes Theil genommen zu haben, auchoft und würdig sich seinem Tische nahet! —»
hron.
Feiern diese» Tag der LiebeChristen wir im Iubclton!Dankbar op-crn unsre TriebeWir der Liebe,
Die herab sich läßt von, cw'gen
Festlich triumphirt der Glaube,Der verhüllt die Gottheit sieht,Dem in stiller FriedenSlaubeHier im Staube
Ewiger Vergeltung Dämm'rung glüht.
Seuf-cr schweiget! Trocknet Thränen!Hoffend blickt auf cuern Freund,Der einst stillt der Herzen SehnenAllen denen,
Die die Liebe hier mit Ihm vereint!
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