Ordensglicder die Mission auch dort nothwendig und heilsam,und cS bewährte sich der Erfahrungssatz, daß die ungewöhnlicheErscheinung von fremden Priestern stets außerordentliche Wirkungenhervorbringt. Unermüdet war die Mitwirkung von Seite derOrdens-Mitglleder im Anhören fremder Beichtlcute, welche in un-geheuren Massen hinzuströmtcn. Die Sitcncaplle, wo die baye-rischen Herzoge begraben liegen, war bei strenger Kälte einigemalso sehr mit dem von der wogenden Menschenmasse aufsteigendenDunste erfüllt, daß vie dichte Rauchwolke für vie Wirkung einesrmsgcbrochenen Feuers gehalten wurde.
Die sechzehnte Mission war jene in der Pfarrei Reisin g,Diöcese Ntgcnsburg, Landgericht Straubing , gehalten vom 8 —13. Februar. Der Hochwürdigstc Herr Bischof beehrte diese Mis-sion mit Seiner Gegenwart und predigte daselbst.
Die sicbcnzrhntc Mission wurde «ehalten in der PfarreiPsatter, Diöccse Regensburg, Landgericht Stadtambof, vom15. — 2l. Februar. Es fanden sich in derselben mehrere Fremdeaus Regensburg ein. Der Hochwürdigste Herr Bischof predigteauch dort. Der Landrichter und mehrere andere Beamte bezeigte,,ihre vollkommene Zufriedenheit und erklärten, daß ihrer Ueber-zeugung gemäß durch die Missionen für die Störung des confes-sioncllen Friedens nichts zu fürchten sey.
Die achtzehnte Mission wurde in der Pfarrei Mammen-dorf, Erzdiöcese München Frcysing, Landgericht Brück, vom1. — 6. März abgehalten.
Die neunzehnte Mission fand statt in der Pfarrei Chie-ming, Erzdiöcese Münchcn-Frcysing, Landgericht Traunsiein, vom9—15. März.
Die zwanzigste und letzte Mission in diesem Berichte wurdein der Stadtpfarrei Laufen, Landgericht Lausen, Erzdiöcese Mün-chen-Frcysinq, vom 27. Mär; bis 1. Apnl abgehalten. VieleVorurthcilc herrschten in diesem Städtchen gegen die Missionen,sie wurden aber durch die Mission selbst glänzend besiegt. DieBekehrung war so allgemein, daß mehrere dem Guten fcindjelige'Menschen den Entschluß faßten, diese Stadt zu vcilassen, da siein derselben ihr bisheriges Leben nicht mehr ungestört fortsetzenkonnten— das beste Zeugniß für die Mission! — Ocsterreichisch-Laufcn nahm, so weit dieß möglich war, thätigen Antheil an derMission.
Da mehrere außerordentliche Früchte der Missionen schon inden einzelnen Berichten über dieselben mitgetheilt sind, und esübcrdieß nur die Absicht des Unterzeichneten war, die einfachstenDaten über die Missionen hier mitzutheilen, so enthielt er sichgänzlich, solche näher zu berühren, kann indeß doch nicht umhin,eine Begebenheit kurz zu erwähnen, welche anderswo nicht berichtetwerden tonnte, da sie zu speciell war, und dic doch ein so^ kräf^tigcs Zeugniß ist für die ganz besondere übernatürliche Gewalt,welche eine Mission über die Menschen ausübt. In einer dergenannten Pfarreien machte der Pfarrer die Missionäre' auf einenjun en Menschen aufm rksam, weicher einen besondern Haß gegenihn hegte, so daß cr^ ihm schon mehrmals mit dem Tode gedrohthatte; „viescr", bemerkte der Pfarrer, „würde sich gewiß nichtbekehren." Und sich! doch geschah gerade das Gegentheil. Dieserjunge Mensch erlangte in rer Mission eine solche Erkenntniß seinesUnrechtes m-d wurde so heftig erschüttert, daß er sich aufrichtigbekehrte und den Pfarrer vor mehreren Geistlichen im Pfarrhofe«M Verzeihung bat, dic ihm dieser unter Thränen ertheilte.
Wenn man diese zwanzig Missionen diöcescnweise zusammen-
stellt, so ergibt sich, daß vierzehn derselben in der ErMceseMünchcn-Frcysing, drei in der Diöccse Regensburg, drei aber inder Diöcese Paßau gehalten wurden. Dic Zahl der Seelen,denen in diesen zwanzig Pfarreien die Missionen gehalten wurden,beträgt 29,215; stellt man indeß die dicßjährige und vorjährigeUebersicht zusammen, so zeigt sich, daß in ganz Bayern bereitsdreißig Missionen gehalten wurden: einundzwanzig in der ErzdiöceseMünchen - Frcysing, fünf in der Diöcese Paßau, und vier in derDiöcese Regensburg — oder einundzwanzig in Oberbayern , achtin Nicderbaycrn, und eine in der Obcrpfalz; die Seelenzahl aberin diesen dreißig Missionen beträgt ^2,651.
Zum Schlüsse glaubt der Unterzeichnete noch zwei Bemerkun-gen, namentlich für jene Hochwürdigc Herren Pfarrer beifügen zumüssen, die entweder die Absicht haben, eine Mission haltcn zulassen, oder vie sich bereits an den Unterzeichneten um Abhaltungeiner solchen gewendet haben. Vorerst theilt derselbe mit, daßSeine Majestät der König in Folge höchster Entschließung vom2. September 1844 die Bornabme geistlicher Missionen durch diePatres Ncdemptvristcn von Altötting in Pfarrsprengeln innerhalbder Regierungsbezirke der Obcrpfalz und von Regensburg , dannvon Schwaben und Ncuburg, wenn sie von dem HochwürdigstenHerrn Vischose oder von den resp. Pfarrvorständen hiezu berufenwerden, allergnädigst zu bewilligen geruht haben.
Zweitens bemerkt der Unterzeichnete, daß, obgleich die Zahlder Missionäre sich seit einem Jahre bedeutend vermehrt hat, den-noch die Menge der verlangten Missionen zu groß ist — bis jetztsind 50 Ansuchungcn aus verschiedenen Theilen Bayerns bei demUnterzeichneten eingelaufen — als daß dieselben vor anderthalbJahren alle erledigt werden könnten. Er bittet deßhalb die Hoch-würdigen Herren Pfarrer, die sich bereits an ihn gewendet haben,gefälligst abwarten zu wollen, bis er mit ihnen die nechern Ein-leitungen zu den bei ihnen abzuhaltenden Misstonen treffen könneund überzeugt zu seyn, daß jedes derartige Gesuch möglichst nachder Ordnung der Eingabe erledigt werden wird.
P. Bruch mann,Ncctor der Versammlung des Allcrheiligsten Erlösers.
Schon lange wurde daran gearbeitet die Krankenpflege <mgroßen Spital zu Mailand den barmherzigen Schwestern zuübertragen. Weil die Zahl der weiblichen Kranken allein schonaus mehr als 1000 Personen sich belauft, also zu ihrer Besor-gung wenigstens 100 Pflegschwestcrn bedürfen möchte, so vieleOrdcneschw stern aber nicht erhältlich waren, so wurde der Anfangbiezu mit 8 Schwestern gemacht, welche dic Aufsicht und Leitungdes Ganzen übernehmen, bis ihre Zahl allmählig vermehrt wer-den kann. Am 24. März wurden diese acht barmherzigen Schwe-stern feierlichst in den großen Spüal eingeführt. An der Feiernahmen die höchste» Staats- und Standespersonen, der Cardinal-Erzbischof und die Geistlichkeit Antheil; der Propst von St. Nazarhielt eine sehr erhebende Anrede, dic höchsten Personen führtendie Schwestern in ihr schönes Amt ein; das Volk nahm an dergottcsdienstlichen Feier den lebhaftesten Antheil, und man betrachtetden Eintritt dieser Ordensschwestern als den Anfang einer neuen
^eit für diese große und reiche Wohlthätigkeitsanstalt.
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