Ausgabe 
5 (22.6.1845) 25
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Hier ergießt der alte QuellLabender die Fluthen,Fließt so klar, so himmelhellIn der Sonne Gluthen:Dort, von heißem Durst geplagt,Nennt ein Volk, ein krankes,Pfützen, die der Tag gebracht,Quellen sr scheu Trankes!

Blumen welken am Felsenrand,Burgen, deren ZinnenMit der Dichtung LichtgewandMondlich sich umspinnen:Doch, indeß dem ZeitensturmTrümmernd sie sich neigen:Heb, sich Halle, hebt sich Thurm,Gott geweiht zu eigen.

Bischöfe, die legen GrundMit Gebet und Segen,Und im Bolke gibt sich kundFolgcsroh Bewegen.So am reinen MaubenSstromBauen fromme, schlichtePilger einen geist'gen DomIn die Weltgeschichte!

Noch zu serner Kunde schalltEinst sein festlich Läuten:Wer da mit gen Trier gewallt,Wird'S den Enkeln deuten,Wie auf leisen GviteSrufSich da« Volk erhoben,Wie es diesen Tempel schufTrotz der Feinde Toben.

Zwar der Bauplan ist nicht seitHeute erst ersonnen:Nein! die gute alte ZeitHat ihn schon begonnen:Aber jetzt, wo Fehde dräut,Jetzt ihn weiter bauen,In der glaubenSavmen ZeitMacht den Bösen Grauen.

Daß ihr Haß zur Flamme stieg:Eben das beweist es,Unser Bauwerk sey der SiegEines bessern Geistes.Doch wer stillt der Frevler Mund,Die ren Bauherrn') sckmähten,Auf der Kirche heil geu GrundSpott und Lüge säete»;

') Bischof Arnoldi,

Sage, fahrlcS streuten sieIhren gift'gen Samen!Sage, diesen Spöttern liehDeutschland Schutz und Namen!Ach was steht zu Cöln am Rhein Riesengroß geschrieben?Ist vergessen schon das:EinGlauben nur und Lieben!"?

Volk der Einen Kirche Du!Bau' am deutschen Horte,Ungeirret baue zu,Bau' hinein die Worte,Daß die Brüder, glaubensgleich,Einst am Eingang lesen,Was der Kirche liebcreichLosungswort gewesen!

Doch an diese Friedensschrift

Muß ich Zeichen reihen,

Die des Unrechts, so Dich trifft,

Dein Jahrhundert zeihen.

Mit dem Griffel, spitz und scharf,

Grab' ich ein die Schande,

Daß Dein Glaube nicht pilgern darf

Frei durch alle Lanve!

Carl Thuina.

Die Oblaten der allerseligsteit und unbeflecktenJungfrau Maria.

In dem Maaße, als das Felv der Missionen ausgedehnterund fruchtbarer wird, beruft der Herr auch mehr Arbeiter indasselbe. Er erweckt nicht nur einzelne Apostel zu diesem gött-lichen Amte, sondern ruft auch ganz neue Kongregationen in'sLeben, deren Gesammtthätigkeit allgemeine Bedürfnisse besser befrie-digen kann. Unter diesen neuen Institutionen tritt eine jetzt zumerstenmale in die Missionsgeschichtc ein und Wir müssen ihre Ent-stehung zuerst erzählen, ehe wir von ihren Arbeiten Rechenschaftablegen können.

Die Gesellschaft der Oblaten der allerseligstcn Jungfrau(Odlats <1e Narie immaeuleo) wurde im mittäglichen Frank-reich von Monsignore de Mazenod, gegenwärtig Bischof vonMarseille , gegründet und besteht schon länger als achtzehn Jahre.Sie beschränkte Anfangs ihre Thätigkeit auf den Ort ihres Ent-stehens; als aber im Jahre 1841 Monsignor Bourget, Bischofvon Montreal in Canada, in Angelegenheiten seiner Diöcesc,namentlich um Missionäre für dieselbe zu gewinnen, nach Europa kam, bat er den Hochwürdiasten Bischof von Marseille ihm eineKolonie seiner Priester, die Oblaten Maria zu überlassen. Demwürdigen Prälaten, dem die Kirche von Canada schon so viel ver-dankt, wurde sein frommer Wunsch gewährt und es ward ihmder Trost zu Theil, daß er diese neuen Mitarbeiter in seine Diö-cesc einführen konnte.