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irren Antlitzes Ihren heiligen Sitzungen wenigstens im Geiste beiwohnen,so wie unsere seligsten Vorfahren, ein Bonisaz, ein Kilian, ein Wilibalv,rtn Adalbero, ein Ulrich, ein Rupert, ein Benno, ein Maximilian u. s. w.Solchergestalt wird, wie vor AlterSzeit die Eine, Heilige, Apostolische,Katholische Kirche ztz Nicäa, EphesuS, Chalcedon n. s. w. auch, Ihre Ver-sammlung in unserm geliebten Vaterlande daS Band der christlichen Ein-heit immer fester schlingen. O im Herrn versammelte Oberhirten! DaSPetro-apostolische Lehramt wird fest stehen, und den spätesten Nachkommennoch den ursprünglichen, reinen katholischen Glauben vermitteln.
Meine „Betrachtungen", die mir die jüngst verflossenen Tage in dieFeder zu dictiren schienen, lege ich demüthigen Herzens Ihrer Erwägungvor, und verspreche mein inständiges Gebet zum Himmel. Nicht minderbitte ich aber, daß Sie mir und meiner Heerde Ihren Segen ertheilen.
Ihrer hochverehrten Versammlung demüthiger Bruder
An den ehrw. Senat der zu Würzburg versammelten Bischöfe.
Antwort Sr. Excellenz deS ErzbischofcS von Köln, JohannneS, imNamen des hohen CollegiumS der versammelten Bischöfe, als erwähltenPräses, an den hochwürdigsten Bischof zu Linz.
Eucre Excellenz, Hoch- und Wohlgeborner, Hochwürdigster Herr!In Christo geliebtester Bruder! DaS höchst angenehme Schreiben, welchesSie am 28. Octvber d. I. zugleich mit Ihren erst jüngst veröffentlichtenBetrachtungen an UnS gesendet, wurde in Aller Gegenwart bei UnsererSitzung vom 3. d. M. vorgelesen, und hat Unsere Herzen auf daS Zärt-lichste berührt. Eine so besondere Reinheit und Liebe der Seele leuchtetaus selbem hervor, einen so ächten Eifer für Religion und Frömmigkeitathmet cS, daß UnS nichts Angenehmeres und Freudigeres hätte zu Theilwerden können, als dieses ehrenvolle Zeugniß der Hochachtung von Seiteeines solchen, eines so hochverehrten Mannes. Aber einen desto tiefernSchmerz haben Wir auch darüber empfunden, daß Wir bei Unseren Be-rathungen über so schwierige und so hochwichtige Gegenstände die Gelehr-samkeit, die Weisheit und daS Ansehen Unsers geliebtesten und erfahren-ste» Bischof-SeuiorS entbehren müssen. Den Schmerz mildert, und Trostgewährt Ihr frommer Wille gegen unS, vermittelst welchem Sie so freund-lich und gütig versprochen, mit Ihren und den Gebeten Ihrer HeerdeUnsere Arbeiten und Berathungen zu unterstützen, und die Wahrnehmung^daß Wir noch immer dasselbe, wie Sie gefühlt, und denselben EndzweckUnS vorgesetzt haben. Denn dieses Ziel werden Wir nach Kräften ver-folgen, daß der katholische Glaube unverletzt bewahrt, daß das Band derallgemeinen, kirchlichen Einheit mit dem Statthalter Christi auf Erdenerhalten werde, und so zugleich mit dem Wohls unseres theuren Vater-landes daS Heil der hohen Braut Christi erblühe und weit hin erstrahle.
Alles, worüber Wir gehandelt und was Wir schriftlich niedergelegthaben, werden Wir Ihnen mittheilen. Leben Sie wohl. — Würzburg, 6. Nov. 18-18. — Johannes, Erzbischof von Köln, des heiligen apo-stolischen Stuhles geborner Legat.
Alls den katholischen Missionen.
Neu-Orleans, 10. Oct. Heute, am Feste des heiligen Frau-ciScuS BorgiaS wohnten wir dem feierlichen Gottesdienste im Kollegiumder Gesellschaft Jesu bei. Hohe Andacht, dankbare Freude und tieferSchmerz waren die Gefühle, die uns während und nach dem heiligen jOpfer und der Predigt erfüllten. Auch der leichtsinnigste und ungläubigste!Mensch wird die Gefühle der Andacht mit unS theilen müssen, wenn er!in einer Kirche der Gesellschaft Jesu dem Gottesdienste beizuwohnen das!Glück hat. Der katholische Cultus, groß und erhaben, die Sinne würdig !fesselnd und die Herzen hinreißend, bekommt in den Kirchen der Jesuiten ^ etwas eigenthümlich Kindliches, Rührendes, wir möchten sagen Seraph!-!schcS, ohne daß die Großartigkeit und Erhabenheit des Cultus darunter!litte. Woher kommt dieß? Wir antworten hierauf: dieß kommt vcn der^aufrichtigen Demuth und dem innigen Glauben Derer, welche die heiligen !Geheimnisse feiern. Ein Priester der Gesellschaft Jesu , am Altare das!Opfer darbringend, wird durch seine ungcheuchelte Andacht, durch die!glühende Ueberzeugung, die sich in seinen Blicken abspiegelt, stets an einen!heiligen JgnatiuS oder einen heiligen AloysiuS erinnern und gleiche Ge-fühle in den Herzen aller Anwesenden erwecken. ' Dieß ist der natürlicheZauber, welchen die Jesuiten in allen ihren Kirchen ausüben, in ver alten,so in der neuen Welt! — Unsere dankbare Freude fand ihren Grund in!
den so zahlreich wie noch nie im Chöre versammelten Priestern und Väternder Gesellschaft, von denen die meisten erst zu unS herübergekommen waren,um dem dankbareren Boden von Amerika die goldenen Samenkörner anzu-vertrauen, die daS versteinerte und doch so morsch und faul gewordeneEuropa sich aufzunehmen weigert. WaS einst die Benedictiner und Prä«monstratenser für einen großen Theil unseres Mutterlandes jenseits deSOceancS geworden: Gleiches werden nun in Amerika die gottbegeistertenund glaubensfrcudigen Söhne deS heil. JgnatiuS und deS heil. AlphonSerfüllen; je finsterer eS in Europa wird, desto lichter wird eS in Amerika werden; für jeden in der alten Welt umgestürzten Altar des Allerhöchstenwerden sich bei uns zwei neue erheben! Und wenn die entarteten, undin ihrer Entartung in den Dienst SatanS getretenen Europäer sich nochso sehr abmühen, der katholischen Kirche , als der einzigen Bewahren» deSChristenthumes, den GarauS zu wachen: bis über den Ocean reichen ihreteuflischen Künste nicht, und kommen sie selbst, so werden sie nur Spottund Verderben ernten, ganz so wie sie eS verdienen. Bruder Jonathanmacht wenig Komplimente, am allerwenigsten mit den Gottesläugnern!Dieß können jene Herren zur Genüge bezeugen, welche zu unS herüber-kamen und in New-Aork z. B. als Apostel der Rongerei aufzutreten wag-ten. — Tiefer Schmerz aber muß uns als ehemalige Europäer und Deut-sche durchdringen, denn jedes Schiff bringt unS Kunde von der europäi-schen Verdorbenheit; jeder vertriebene Jesuit, jeder verbannte Liguorianeroder überhaupt jeder OrdcnSgeistliche, der unsere Gestade betritt, um beiuns Zuflucht für sich und seinen Glauben zu suchen, ist ein sprechenderBeleg für die Herrschaft der Glaubenslosigkeit, Bosheit, Rohhcit undNiederträchtigkeit in dem größten Theile von Europa ! Trösten kann unShier nur die Ueberzeugung, daß die Bestrebungen der Bösen in Europa ,daS Christenthum zu unterdrücken, daS gerade Gegentheil in Amerika her-beiführen, ganz so, wie vor dreihundert Jahren, wo Luther und Calvinund ihr Schwärm den Christenglauben in der alten Welt auszurotten ver-suchten, während die Söhne deS heiligen FranciscuS, DominicuS undJgnatiuS die neue Welt für diesen Glauben eroberten. Gott mit Ihnenund ihrem Vaterlandc! (Katholik.)
Aschern»!
t t w o ch.
Der Jubel ist verklungen,Dahin die bunten Reih'n,Vom Grabe wird gesungen.Man segnet Asche ein.
Und heute vieles meiden.
Was gestern sie geliebt,Entsagen eitel» Freuden,
Nicht stiehn wo's Dornen gibt,
DaS Eitle ist vernichtetEs weht der Demuth Blau,DaS Auge steht gerichtetRuf Kreuz und Marierscha».
Man sieht die Blicke hangenAn Jesu Krciizesbild,
Mit Wchmuth, Neu' und BangenIst jedes Herz erfüllt.
Die heiligen AltäreSind jeden Schmuckes bar,Der Buße ernste LehreZeigt ihre Trauer klar.
Ach! die gebroch'nen BlickeSie sprechen von der Schuld,Die Er dort zahlt zurückeVoll Liebe, Schmerz und Huld:
Viel' zieh» zum heil'gcn Orte,Gebeugten Sinnes , hin;
ES tönen ernste WorteVon Tod und Grab darin.
Der Schuld, die wir getragenUnd die Er auf Sich lud!Wer kaun mit Worten sagen,WaS hier die Liebe thut?
Sie lassen Asche streuenAuf's srcudenmüde Haupt,Und sich dem Tode weihenDer Erdenfreudcn raubt.
Laßt uns den Fels besteigenAuf dem der Mittler ringt,
Er wird den Pfad uns zeigen,Der auf, zu Ihm uns bringt'
Sie wollen Buße üben.
Den Ehristeusinn erncu'nUnd heute vieles lieben,WaS gestern sie noch schcu'n.
Ja laßt uns kämpfen, ringen,Laßt weinen uns und sich'»,Das wird uns zu Ihm bringenAuf Seines Berges Höh'n!
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen..
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