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dem jede andere kirchliche JuriSdiction in der Diöcese auSfließt; die aufder Diöcesansynode versammelten Kleriker sind nicht im Besitz einer legis-lativen Gewalt, ilnien steht, nach der einstimmigen Lehre aller Katholiken,mir ein votum clolilxwativum, nie aber ckocisivum zu. Dem Bischof liegt diekirchliche Gesetzgebung ob, dabei aber wird er den Rath, die Wünsche, dieBorschläge, die Bi?ken seines Klerus berücksichtigen. Immerhin muß dem-nach festgehalten werde» an dem, waS Benedict XIV. cke 8zn. ckiVeeos.Iil>. III. e. 12 , §. 7 st:s. lilr. XIII. o. 1 und 2) sagt: „/» 8'i/7tocko ckswce-snntt so/ns /s/resco/rns esst ^'ne/ew est /eArsstn/or', r/rse suo »romr'no ckec,e/a/eie/t est e/tenr/rvC ns/errr/sirrtt eonsö/ürm ew/-ose«/, non /amen
ooe/r/ar- r//nck see/a/." Die Diöcesansynode» sind demnach keine Mittel, durchWelche gewisse schiSmatische Bestrebungen durchgeführt, der Kirche der Cba-rakter einer Demokratie aufgeprägt, willkürliche, der kirchlichen EinheitWiderstrebende und verderbliche Neuerungen gemacht, die Bande des Ge-horsams und der Disciplin gelockert und aufgelöst, die bischöflichen Rechtegeschmälert, die oberhirllichcn Anordnungen durch Stimmenmajontät derVersammelten nnnullirt werden könnten. ') O nein, die Diöcesansyno-den erscheinen UnS, nach Erlangung der kirchlichen Freiheit und Selbst-ständigkeit, deren Ermangelung am meisten der Einführung dcS Institutesseither im Wege gestanden ^), als das kräftige Mittel, die an vielenOrten so tüf gesunkene Disciplin wieder herzustellen, den ächt kirchlichenGeist zu wecken und zu befestigen, Ordnung und Einheit in das religiöseLeben deS Klerus und dcö christlichen Volkes zu bringen. Wie die Neu-belebung des Synodalwcsens ein Product deS erwachten Geistes der Frei-heit und Selbststänsigkeit der Kirche ist, so wird hinwiederum gerate dieserGeist durch dasselbe Stälkc, Festigkeit, Energie und Wirksamkeit erhalten.
Auf diese Weise wird durch das Institut der Diöcesansynoden einewahre durchgreifende Reformation des Klerus und dadurchdie des Volkes hervorgebracht. Daß eine solche Reformation deS Kle-rus und des Volkes vonnölhen, daran wird wohl Niemand zweifeln, dernur mit einiger Demuth in sein Inneres blickt, und die gegenwärtigenZustände, wenn nur oberflächlich, betrachtet. Beherrscht denn nicht zahllose Gemüther ein neues Heidenthum, in seinen Erscheinungen und Früch-ten oft viel fürchterlicher, denn das alte? Und woher dieß? Gestehen wireS! Eine Hanptursache liegt darin, daß die ewigen Wahrheiten deS Chri-stenthums oft von solchen, die mit dem heiligen Lehramt betraut sind, nichtmit der gebührenden Wissenschaft, Kraft und dem rechten Ernst verkündet,nicht mit Sorgfalt erklärt und nicht mit apostolischer Aufopferung verthei-digt werden! Am Salz der Erde fehlt es oft! Die Priester sollen die WaltauS den Jrrgängen dcS Unglaubens zurückführen zum Kreuze Christi;allein bei manchen ist leider des Glaubens Licht selbst erloschen! — Wieviele Seelen schmachten heut zu Tage unter der unerträglichen TyranneideS Egoismus. Die Priester sollen in den erkalteten Herzen wieder anfa-chen daS Feuer der göttlichen Liebe; allein unreine Sinnenlust und eitleWeltliebe hat in manchem priesterlichen Herzen selbst jedes höhere Gefühlertödtet. Die Stimme solcher tönt wirkungslos in der Gemeinde. EineHauptaufgabe unserer Zeit ist es, durch Mildthätigkeit, durch Werke derBarmherzigkeit und durch Opfer der Liebe die Kraft des Christenthums zuoffenbaren, und dadurch der Noth und den Drangsalen zu steuern; alleinmanche Priester, berufen, Vorbilder zu seyn christlicher Liebe und Hinop-ferung, verschließen in unbeschreiblicher Härte ihr Herz der Noth ihrer Brü-der und Schwestern in Christo, nicht mehr eingedenk jener heiligen cononesder Kirche, die den Kleriker über Verwendung seines Einkommens belehrenund zur besonderen Liebe der Armen und Leidenden verpflichten.
DaS sind Erscheinungen — wer will sie in Abrede stellen! Es thutUnserm väterlichen Herzen, hochwürdige Brüter, wehe genug, baß sie vor-handen. Die große Anzahl der würdigen, glauberfüllten, gottbegeisterten,opferwilligen Priester, die in Unserer Erzdiöcese zur Verherrlichung GotteS und zum Heil der Seelen wirken, empfinden mit UnS tiefen Schmer; hier-über, und Alle kommen darin übercin, daß eine Hauptaufgabe, die drin-gendste, die erste, die einfluß- und segensreichste der Diöcesansynoden ist:die Reformation des Klerus, die Erweckung deS wahrhaft innern, geist-lichen, glaubenSvollen und liebethätigcn LebenS der Priester. Dadurch wirddie Reformation deö Volkes allein angebahnt, daran knüpft sich diese natur-gemäß und leicht, wie der heilige Papst Pius V., eine Seite des pric-sterlichen Wirkens im Auge habend, ausgerufen: Oen/an r'ckoner eon/es-Ltt-nr, occe omnrnm kö/rmsstsanoTstrnr /-/euer ne/onma/r'o. Z
Aus dem bezeichneten Zwecke der Diöcesansynoden leuchtet klar her-vor, warum die Kirchenversammlung von Trirent (8e88. XXIV, e. 2 cke res.)so sehr auf die Abhaltung derselben gedrungen, weil ja gerade eine Haupt-aufgabe der versammelten Vater eS war, eine Neugestaltung des Klerusund dadurch eine wahre Reformation der Christenheit zu bewerkstelligen.Denn ewig wahr ist es: „Xilril est, czuock nlios magis all snetatem etDei enltum nssickue iustruat, guoin eorum vitn et exempluin, czui soclivino ministerio ckeckieaiunt, euin enim n rebus sneeuli in rckliorem suh-let! loeuin eonspieiantur; in eos, tainguain in speeulum, religui oeuloseonjieiunt, ex iisgue sumunt ^uock imitentur" sÜono. Trick. 8es8. XXII,map. 1 cke rel.). Aber eben so klar ist eS, daß allen jenen Gcijtlichen, dieihrem heiligen Dienste nicht mit voller Seele sich weihen, und einen ihremerhabenen Berufe entsprechenden Wandel nicht führen wollten, die Diöcesan-synoden bald als ein lästiges Institut erschienen. Daß in neuerer Zeitvielfältig gerade von solchen am heftigsten, am ungestümsten die Synodenverlangt wurden, hat seinen Grund nur darin, weil man unter einerDiöcesansynode etwas ganz Anderes dachte, als sie nach den kirchlichenBestimmungen ist, weil man durch sie nicht sich selbst, sondern die Kircheändern, und wie man zu sagen pflegte, bessern wollte, nicht eingedenk derWahrheit jenes herrlichen AnSsprucbs deS Aegidius von Viterbo aufdem fünften Laterancoucil: „7/omr'nes /-er saena r'mma/am' /ar es/, narrsäen« /romrTres" etc.
Die Wünsche Aller dieser werde» durch die Diöcesansynode, die Wirveranstalten, nicht befriedigt; denn Wir halten, wie oben schon bemerktwurde, an den kirchliche» Bestimmungen fest. Nach diesen werden auchWir die zur Synode Verpflichteren berufen, und dabei durch Nichts derIdee einer Repräsentativ. Regierung in der Kirche Vorschub leisten. Wenn,weil wohl in Rücksicht der Seelsorge und anderer geistlichen Berürfntsseder Gläubigen, für deren Befriedigung der Bischof auch während derSynode zu sorgen verpflichtet ist, nicht alle durch daS kirchliche Rechtzur Synode Verpflichteten b) dabei erscheinen können, etwa dem Klerus
1) Die auf der Synode Versammelten haben jedenfalls als Norm und Richtschnurihres Verhaltens die nachfolgenden drei Entscheidungen des Papstes Pius VI. zu be-trachten, wie sie in seiner für die ganze katholische Kirche mit gesetzlicher Anetorität be-kleideten Bulle „.lue/ore»! /eckest" cntliatten sind: IX. Vrt Onctrina, grüne staluil:,,IIvlorinationein sbusunm circa ecclesiastieam ckiscipbnam in sz'nockis ckioecesa-uis ,nl> episcv>>o et yarocbis acguabler geirrter«; ac stabibri «telrere, nc sineübertäte ckecisionis inckebilam köre subjectionem suggestionibns et jussianibnscgiseopnrnm/ste/eier, /e»i<-r eeesta, c/re»<'»/)er /ist aur/ori/at/s /uesic« , 7-e§!mrnre>-recrerrc/rlr, .eiebcerneecer. /«rcei.e /erlernst «!<stst<rr!<ie er d'er/estner e er nur eil an. X. Vrt.Item «loctrina, gua garocbi, abive sacerckotes in svnvcko eongregali yrvnun-ciantnr rinn c»m egiscv;>o znckiees lickei, et simnl innnitnr juckicium in eansisückei ipsis coingetere jnre yrirzrrio, et gnielem etiam yer orckinationem acceplv:rb'a/.cer, /errierari/er, nrck/rin. /i/erairr/err/ .-eebcce.eirei, cketrei/eeee.e /irrn//»// ckr/in/-teerttiien /irckie/oriettnic ckuezninstrueienr ecestcriae, ack rarrru.c crrnrieee. XI. Vrt.8entonti<> ennncinii8, veteri »injornin institnto ab ayostolicis n.rgrie temjrorilrnsckuct», >>er nieliora eecle^iav saecula servato, recegtirm knisse, ,,nt etecreta,sut elellnitiane.n, ant sentontiae otiam mnjorrim 8eeii»m nnn acceptarentur, nisirecognitae kuissent et apgrobatae a sznueto ckioeeezana:" Deil.eer, temer-eer-ia.ckeroAernr zrro .euer Acneree/r/eile erbeckreerkreie ckedtteee eorie/rtu/rerriibu» erperrsttt/ecs.e,term et jentente!»- erd /rrererre/rreer Luz-errerr-e tc§rtrrner poterterte rnarierntrbu»',sc/«lLmer /<-cc»r et /rerere^rrn.
2) Man vergl. das Brevc Pius VIII. pom 30. Juni 1830 an die Bischöfe der»berrheinische» Kirchenprovinz.
1) Benedict XIV. sagt in dem ersten Capitel des VI. Buches seines Werkes ckstHnoel. ebneres. §. I: „generatim asseriinns, ctebere Idpiscopum in sua 8znocioconstituere, griao ack vitra coercencka, virtutein yromovenckam, cko>»ravatus po-gnb innres relormanckos et ecclesiasticam ckisciirbnam ant restituenckam, autlbvenckam, necessaria et utilia esse jnckicaverit.^ Er will deßhalb, eaß der Bi-schof vor Abhaltung der Spn.de sich eine genaue Kenntniß der Mißnande seiner Diöccsederschaffe, insbc andere möge der Bischof eiforschen, ,,guaenam grroack ackministratio-nem 8»crainentornin, verbi ckivini graeckiestionem, ckierum kesioruin cultum etobservationem vickeartnr corrigencka et ernenckancka " — §. 4 sag Bcnedrct X> V.:,,In eunstitntione eckila a üione X. in lloncilio üateranensi ckieitur, lHnocknscogi, ut ckcpraoerter ccrrrstAerrikier: guae verbs exyenckens ürasmns llbosiier intract. cke jniisck. ete. ait: üpisenpabs 8zmockus instituta est chnatuor ex causis,e qnikns nimm bie ckesignat pontitex: primo, nt cke>>ravala corii^antur; secun-cko, »t ignvrantes instrnantnr; terti», ut regnlae worum, statutague kormeu-lur: guarto, »t guae in provineiali 8^n«rcko ckecreta sunt, in üyiseuyali zrubli-centur. — §. 5: In /^rnte/icer/i rermerrr» ita Idpiscopus praesentes allngnitur:Venerabiles consacerckntes et lratros nostri carissimi yraeinissis Oeo precibus,oportet, nl ea, guae cke ckivinis okliciis, vel sacris orckinibus, ant vtiam ckennstris moribns, et neeessiiatibus ecclesiastieis a nobis conlerencka sunt, cumcaritate et benignitate nnusgnisgne vestruiu suscipiat, summague reverentia,qusntum valet, ckomino ackjurante, yercipiat, vel guae cmenckatinns ckigna sunt,omni elovotione nnusguisgue llckelitvr stuckeat emenckare." Im Capitel 2 dcsiel-ben Buches bemerk! Bcncdi l XIV , der Brsa os solle besonders „ckecreta llune. Trick,jnnuere, novis sanctionibns bileire, eoriimeino observationem nrgere."
2 ) Wie sehr die Seelsorge bei der Abhaltung der Synode berücksichtigt werdenmüsse, geht hervor aus dem, was Benedict XIV . I. e. bb. III, c. 12, §. I sagt:„ja ckioecesana 8vnocko« multo magis excusancki sunt paroeki, gtios non pro-pria seck snarum ovinm necessitas remoratur: et enim non sulum non repre-benckencki, seck plniiinum cornmenckancki sunt, si ickeo ckunitaxat 8zenockum nunaececkant, gnia ab«im non babent sacerckotem, quem sibi in animarnm eurasnbstitnant; ickgue praeserlim, cum in ;>aro< bia rezieriuntur intirwi tam gravimorbo laborantes, ut pruckenter timeatnr, ne sint cito ckeeessnri: gnanta enimratio a garockis, priusgnam ack 8vnockum se accingant, babencka sit cke aegro-tis, guos in parocbia relingusnt, sstis agerte eckisserunt ss. Iseclesiarum Vnti-stites."
3) Im pontik. rom . heißt eS: „8aoerckotos et LIerici universi, gui ack 8znockum