eine gewisse Wahl überlassen werden sollte, so müßte jedenfalls das bischöf-liche Recht der Berufung dabei gewahrt, und jeder Gedanke einerStellvertretung und namentlich einer Repräsentativ'Regierung entferntwerden.
Hochwürdige Brüder! Erneuern wir im Geiste und nach den Vor-schriften unserer heiligen Kirche das ehrwürdige Institut der Diöcesansyno-den: deS Segens Fülle wird sich über Klerus und Volk dadurch ergießen.Prägen wir Lurch Einhaltung der kirchlichen Bestimmungen den Versamm-lungen die erhabene heilige Würde auf, vie auf allen Handlungen derKirche ruht; der heilige Geist wird sofort in allen Versammelten waltenund mächtig wirken. Die Diecesansynvde wird das kräftigste Mittel seyn,uns im Glauben zu stärken, die Gnade, die durch Auflegung der HändeunS zu Theil geworden, zu erneuern, ^ uns zur Verwaltung unsereserhabenen Berufes zu begeistern, den Geist der Liebe und brüderlichen Ein-heit zu wecken und zu befestigen. Gnade, Heil und Segen, wenn wirAlle den Willen unserer Kirche vollziehen, Wehe aber uns, wenn wir vonihren heiligen Satzungen abweichen wollen.
Nehmet, geliebte Brüder! diese vorläufige Verständigung mit demGeiste der Liebe auf, mit dem Wir sie geschrieben. Nach Abhaltung derProvincialsynoke wird ras Weitere Euch mitgetheilt werden.
Die Gnaee Jesu Christi sey mit Euch Allen.
Gegeben Frei bürg, am Tage des heiligen PolycarpuS, den26. Januar l849.
Das Gleichgewicht in -er kirchlichen Regiernngsforin. *)
Die kirchliche Regierungsform muß sich bei genauer Betrachtung inihrer Idee und in ihren Grundrissen als die herrlichste und beste darstellen.Wenn die Glieder der Kirche, die einzelnen Ober- und Unterbehördcn, diePriester oder die Laien nicht überall den Geist der Kirche in ihrer Regie-
cke jure vel eonsueiullino venire tenentur, conveniunt in civilste vol slio loco,proul pontikox oiclin.iverit." Bciikdiet XIV. zählt im III Buch die vocsnlli gch8znockum auf Es sind b>svvde»s die csnoniei ecelesi.ie estliechrglis, »ud psroeüiel I liest, (alle, die <ursm snimsnim huben-, „vioeeekimas 8zmocIo8 a primaearum origino potissimum ex psroeliiü leiste coollsi-is, et rstio sunclel, et anli-guisximi Keclesiao canones »os ellocent. Illis c;iii> pe, guae oo semper, eolli-rnsiiinl, »t animsrum 8sluiem piomoveeciit, eos msxime intere88v oportuit,lpiibu8 sligus ckowiriici gregis purtio traelita erst eiistockienckii." I. c. csp. ö,8. 1. Las diene, 1'rill. ieffimm : „rstione tarnen paroeliiaiium, ant alisrumsecularinin eeeie8iarun>, ctiam annexaium, chebeantii, gui iüarum cursm gerunt,guiciingne illi 8nnt, 8zwocko intere88e ;8c8s. XXIV, cap. 2 cle rok.ss — Betreffsder Laie» führt Benediet XIV. -lili. III, cap. 9, §- 81 eine Entscheidung der Eon-greg. (ionc. Irill. an, die in eansa Oriolen. 8xn. gefragt murre:
nck ^i/ne-chunt evears /afev.e, .er evnnrn conui/ro «kr ve/rt," responllit:„Lpf^cupn», „on pck»»e." Er stetil sefert felgcnde leitende Grundsätze hierüder auf:„Xv8 8tatniinu8: primum, jus commune otisistere I.aici'8, no 8zno<Io 80 inler-esse chelierv cnnien(Iai>t: 8ecnnelnm, »on vlnUante liae juris soveriiale, alignichniliilo minn8 6880 chelerenchum ennlrariao coiisuetiickini, 8i alicubi jam invalue-rit: tertiuin, eliamsi Inijusmolli consuetocko nnnllnm üit inelucta, possv Lpis-cnpnm ex aligno grsvi nigenligne eauxa all 8nam 8^nollum Iaico8 allmittero,tarne?» -"<//?"-/iurr» narr /erant: gnarluin, inter 8iikticiente8 ea»8S8iliv8 allmittenlli, nein possö eam aiennmcrari, gnarn 8. congregatio jam icjeeil,gnncl seilieet Kpiseoinis laicerrnm con8ili<> incligeat; eewinnllo gnippe pvt68tee>8 ante 8)'nollum conüuiere: guintnm llemnm, cavenllnm e88e Ir>>i8eupi8, ne8ine vera et -zravi neee88itate Iaicv8 all 8vn»llum arc«88ant, pnullaiim enimpv88ent iili, enn8netnllini8 eilrtentn, ju8 intervenienlli 8ilri lleincep8 arro^are."
1) B-nedict XIV. bemerkt st. c. Ich. III, c. 12, 8- D, daß deßhalb, weil derBischof allein in der Diö »sansynode llullex et I.eZisIatoe sey, die Zulassung ron Stell-vertretern derjenigen, die nicht erscheinen sännen, für die Synode vvn keinem Nutzen sey„Vll tiaee, aut in prociiralurem eiigitur, gni aliax non e88vt Zz'nollo interkutu-ri»8; et hie pickest repelli tamgusn, extrsneus; aut eligitor, gui jam 8>iu juro8)nollo inlervenit; el die eerte nun pvl68t unum coN8ilium 8vo, aüull st)8enti8nomene, Lpi>co>io praetrero; eague >>roplvr inutile et 8upervaeaneum e8t, utali8enti8 guogoe per8vnam in Z^nocio peseseicket."
2) Hierycr gehöre z. B.. was Beuckict XIV. (I. c. Ich. IV, e. 1, 8- 4) sagt:
evitanlla8 turl>a8 et prseeavenllu8 tumullo8, gui eerte lierent, 8i singulis
lle dlleru venia llaretur reeiamanlli allver8u8 llecreta, guae in 8) null» promnl-ßantur, 8utet epücopus aiiguem c»n8tituere totius llleri prucuraturem, guivmnium nomine, ea tame» gua llecet molleatia et reverentia llieat in 8^nollo,slleru llisplicent, gnaeguv ex Ü8, guse aut 8tatula aut 8tatuenlla 8unt,chilneilinra et asfiera villeantur; aimulgno mullum 8uxZerat, guo illa emolliri,Klerus uplaret: uinieia porru, guae nomine LIeri petierit, 8cripta trallat 8^nulli8ecretsriu. 8 e' töricht Benediet von den 08tiarü, gui pra«8int Lccle8iae janui8et Iaic>8 8>ne 8trep»tu ingre88um prolrilreant, et cum incipienlla e8t 8vnullu8,t-celexiae lure8 ul)8erent.
3) Waü besonders durch das Ablegen der prole88io llllei geschieht.
4i Es werden zu diesem Zwecke conse88arij aufgeilettt (I, e. 8-5) und eonciona-tore8; all noc electi, ut totins <Iioeee8i8 LIerum, 8imul euallunatum, opportuneI 08 lrusnl, rellarguant, trorlentur, sc pslrulo llivini verbi relieianl (I. c. 8- 61.
"I Aus der Wiener Kirchcnztg.
rungSform aufgefaßt, wenn sie auch oft dagegen gehandelt haben, so darfdieses nicht dem kirchlichen Geiste, dem Willen und Sinn der Kirche zurLast gelegt werde»; und solche vorkommende Uebelstände sind demnach inder übel angewendeten Freiheit deS Willens , in der Fälligkeit menschlicherPersönlichkeiten oder kleiner Gesellschaften oder einzelner Kirchcnbehörvenzu suchen, die eben alle nicht die Unfehlbarkeit haben, welche derkatholischen Kirche in ihrem Gesammlbewnßlseyn in AuSsprüchen überGlauben und Sitten zukömmt. In dem Geiste der kirchlichen RegierungS-form finden wir alle Regieruugsartcn von der Monarchie bis zur Demo-kratie im herrlichsten Ebenmaaße, im vollkommensten Gleichgewichte darge-stellt, dieses Gleichgewicht soll sich nun auch in der Regierungöart der ein-zelnen Diocescn finden. Wo nun der Staat gegen die Kirche sich Uebcr-griffe erlaubte, hat er es von jeher so gehalten, daß er vor allem andernder Kirche so viel als möglich seine Regierungsform aufzuhalsensuchte, um, nach seiner Ansicht, die nöthige Einheit herzustellen. Sindnun die kirchlichen Behörden zu einer solchen gefährlichen Zeit schwachgenug, sich absolute Staatsformen cinschwärzcn zu lasse», oder finden sieeS sogar für ihre Persönlichkeiten ssdie sie leider in einem solchen Fall mehrberücksichtigen, als die Freiheit und daS Recht der Kirche) lieblicher, sichum der äußern Ruhe willen, von außen, das nach und nach ein Obenwird, Befehle ertheilen zu lassen, und nach innen, daS auf diese Weiseein zu unterstes Unten wird, die Befehle von außen und respeetiveoben her zu vei Mitteln, — so ist das Gleichgewicht der kirchlichen Re-gieruugSform gestört — der kirchliche NegierungSorganiSmuS leidet, wieder Leib deS Menschen leidet, wenn die Thätigkeit eiiuS einzelnen Organesüberwuchernd wird — der Absolutismus überwiegt, die innere freieLebenSeinwick ung wird gehemmt, und die kirchlichen Behörden, die eSnicht leiden mochten, sich in der Synode, d. h. in der ächt kirchlichenBcrathungsform berathen zu lassen, müssen eS nun leiden, sich von demsogenannten Obenher, vorn absoluten Staate befehlen zu lasse», woeS dann unvermeidlich wird, daß sie oft in Conflicte mit Pflicht und Ge-wissen kommen, und entweder sich einer Reihe von Kämpfen aussetzen,oder aber: gewissenlos und pflichtvergessen hanteln müssen.
Diese veraltete und unkirchlich^ Stellung der Bischöfe gegenüber denStaatsbehörden haben die Bischöfe zu Würzburg nicht nur vollkommen^erstanden, sondern auch vollkommen eingestallten, die herrlichen Männer! haben es begriffen, was der Kirche Noth thut, und haben eS auch muthig! ausgesprochen; sie haben alsbald Hand daran gelegt, daß daS gestörteGleichgewicht in der kirchlichen NcgicrungSform wieder hergestellt werde,sie haben sich gegen die unkirchliche Störung der SiaatSbefeble von außenher energisch abgeschlossen, haben aber dafür den Rath im Innern, daSHaus der Synoden alsogleich aufgeschlossen; und durch diesin gewich-tigen, folgenreichen, nicht genug zu beherzigenden Act das monarchischeElement mit dem demokratischen vermittelt, und zwar in jenem Sinne,wie es der Geist der Kirche fordert.
Durch die weise Herstellung dieses nöthigen Gleichgewichtes habendie Väter zu Würzburg nicht nur auf einmal dem Kampfe deS demokrati-schen Elementes in der Kirche, das schon sich zu regen begann, ein Endegemacht, und somit die weiße Fahne des Friedens innerhalb ihrer Kirchenaufgepflanzt, sondern sie haben es auch jenen keulschen Bischöfen, die daSWürzburger-Concil nicht besuchen konnten, oder auch nicht wollten,rein unmöglich gemacht, sich ferner noch in dem bisherigen staatSkirchlichenStatus <juo mit Ehren, d. h. mit moralischer Macht zu erhalten; dennfeiner Derjenigen, die eS vielleicht noch vorziehen möchten, der kirchlichenLebensströmung nach äußerer und innerer Freiheit entgegen zu seyn, kannmehr den Muth haben, sich offen gegen die Würzburger-Beschlüsse! auSzusprechen, weil darin eine Eitelkeit läge, die sich selber bis auf diej Spitze bedauernswerlher Lächerlichkeit hinauftriebe — und eS bleibt also! dem absoluten StaatSdiener und Kirchennufreundlichcn kein anderer Aus-j weg leine Gefühle an den Mann zu bringen, als in den servilen MiaS-j men seiner nächsten Umgebung über die Unklugheit der WürzburgerBischöfe Klagelieder an.ustimmen.
i ES wäre doch gewiß heilsam, an jenen Fragen, deren Lösung unab-i wendbar ist, die so dringlich in der Gegenwart dastehen, nicht stolz und^ mit dem übrigens sehr schlecht verhehlten Anschein von innerer Unbe-i rührtheit vorbeizugehen; denn geht man auch einige Male au ihnen vor-nüber, so stellen sie sich am Ende in den Weg, und erzwingen sich aufharte und beleidigende Weise ihre Antwort — die sie anfänglich im freund-lichen und friedlichen Wege begehrt haben. Halbheit unv Unentschieden-heit ist in unsern Tagen nachgerade unmöglich geworden. Wer in einerkirchlichen Stellung auch jetzt noch in zweibeutiger Gesinnung auszuharrenbis an ein unseliges Ende für möglich erachtet, von dem kann mandoch nichts anders sagen, alS: daß er alles Mögliche thue, um sich un-möglich zu machen. Wer sich für die noch fortdauernde Störung deS