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Neunter' Jahrgang.
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11 . März 181 k».
Hirtenbrief des Hochwürbigften Bischof- Peter Joseph
von Limburg.
Die heilige Fastenzeit, in die wir so eben eingetreten sind, gibt, wiealljährig, so besonders in diesem Jahre den von dem heiligen Geiste gesetz-ten Oberhirten dringende Veranlassung, Worte deS höchsten Ernstes an dieihnen anvertrauten. durch das Blut deS Gottmenschen Jesu Christi erkauf-ten Gläubigen zu richten. Leben wir doch in einer Zeit, wo die Angriffeauf die katholische Kirche, die einzige, von Gott selbst für die Dauer derWelt gegründete Beschützerin der Wahrheit und Freiheit, maßloser, frecherund massenhafter sind, als je vordem; in einer Zeit, wo man vorgeblichim Interesse der Wahrheit, des Lichtes und der Aufklärung, die einzigeund rechtmäßige Mutter und Pflegerin dieser Güter durch alle erdenklicheMittel, durch List und Betrug, durch Hohn und Gewalt für immer ausder Welt verbannen möchte; in einer Zeit, wo man sinnlos und mit betäu-bendem Geschrei nach Freiheit ruft, und Gleichheit prediget und Brüder-lichkeit im Munde führt, indeß so Viele den erbittertsten Haß gegen diekatholische Kirche im Herzen tragen und in ihren Handlungen kundgeben,die Gleichheit in einem Sinne verstehen, der, ein absoluter WiderspruchdeS Geistes und der göttlichen Weltordnung, zum Raub und zur Plün-derung und nachmals zur allgemeinsten Verarmung führen müßte, und dieFreiheit, welche uns Jesus Christus gebracht und die fort und fort vonseiner Kirche verwirklicht und inS Leben eingeführt werden will, als unwür-dige Knechtschaft verlästern, dagegen die Willkürherrschast der rohestenLeidenschaften, ein freches Ucberheben über alle göttliche und menschlicheGesetze und das Hingegebenseyn an die niedersten sinnlichen Genüsse alsFreiheit anpreisen.
Unter diesen Zeitverhältnissen konnten die Hochwürdigsten Erzbischöfeund Bischöfe Deutschlands nicht in Verlegenheit seyn bei der Auswahl derin ihren dießjährigcn Faslenhirtcnbriefen zu behandelnden Gegenstände, und,so viel uns biö jetzt bekannt geworden, haben sie so ziemlich allseitig dieWunden der Gegenwart berührt und die kräftigsten Heilmittel dagegenangegeben. Unter den letzter» stehen in der vordersten Reihe die Vereineder Katholiken, wie sie im vorigen Jahre in den verschiedenen GegendenDeutschlands entstanden, bald darauf im Oktober zu Main; zu einem ein-zig großen Vereine zusammengetreten, und wenige Wochen daraus durchdie zu Würzburg versammelten Erzbischöfe und Bischöfe gutgeheißen undallen Gläubigen nachdrücklichst empfohlen worden sind. Mit großer Voll-ständigkeit und Klarheit handelt von denselben der Hirtenbrief des Hoch-würdigsten Bischofs Peter Joseph von Limburg, den wir deßhalb nachfol-gend mittheilen, weil wir leider immer »och die traurige Erfahrung machenmüssen, daß an vielen Orten kleinliche Rücksichten und ungegründete Be-sorgnisse die Gründung solcher katholischen Vereine hindern, indeß von derandern, feindlichen Seite Alles aufgeboten wird, die vorhandenen Kräftezu sammeln, sie nach und nach und unvermerkt für ihre verderblichen Planezu bearbeiten und sie sodann unter günstigern Verhältnissen zum Umstürzeder Kirche, zum Verderben der Religion und Sittlichkeit wie überhaupt zumUntergang der bestehenden Ordnung zu mißbrauchen.
Anknüpfend an den ernsten Zuruf deS vorigen JahreS: «Leget dieRüstung GotteS an, damit Ihr zur schlimmen Zeit Widerstand leisten undAlles besiegend das Feld behaupten könnet '). Ergreifet den Schild deSGlaubens 2), umgürtet Euch mit dem Panzer der Gerechtigkeit") undLiebes, und nehmet den Helm und das Schwert deS Geistes, welchesGotteS Wort ist"). Denn der Feind, den wir zu überwinden haben, istder Fürst der Finsterniß"), — der Gott dieser Welt, welcher den Verstand
!dcr ihm dienenden Ungläubigen so geblendet hat, daß ihnen das hellstej Licht deS herrlichen Evangeliums Christi nicht leuchtet ). Nicht durch! materielle Kräfte, nicht durch Geschütze, Festungen und Kerker läßt er sichizurückschrecken, sondern nur durch die Waffen deS Lichtes"), wenn wir,vertrauungSvoll um das so sehr verachtete und g-schmähte Kreuz des Er-lösers unS schaarend, von denselben den rechten Gebrauch machen. Wienämlich Christus am Kreuze über ihn triumphirtc, so wird Jeder auS unSsiegreich gegen ihn kämpfen, der durch Glaube, Hoffnung und Liebe mitdem Heilande verbunden, sein Fleisch, sammt den Lüsten und Begierdenkreuzigend "), sich und der Welt abstirbt ^), und dagegen Dem lebt, derfür unS gestorben und auferstanden ist anknüpfend an diesen Zuruf
beklagt der Obcrhirte, daß cS „selbst heute noch unzählig Viele giebt,welche zur Schändung ihres christlichen NamenS rücksichtlich der Erstrebungeines glücklicheren LooseS, als eS unö dermalen im Allgemeinen deschiedenist, auf die Seite Derer treten, die von Christus und seiner göttlichenHeilsanstalt, welcher doch alle civilisirten Völker ihre Gesittung und ihrenWohlstand verdanken, nichts mehr wissen wollen; den Leidenschaften, inwelchen die Hauptquelle unseres Elendes liegt, — dem Stolze, der Hab-gier, Trägheit und sinnlichen Genußsucht noch schmeicheln und voll« Be-friedigung versprechen, statt den treuen Verkünden, deS göttlichen Wortesund den sonstigen erleuchteten Männern und wahren Freunden deS Volkeszu folgen, die nur in der bußfertigen Rückkehr zu Gott, — in der Be-herrschung der genannten Laster und in Pflege der denselben entgegen-gesetzten christlichen Tugenden, den Weg zum Frieden und zur Wohlfahrterblicken.
Sind vielleicht alle diese auch jetzt noch so verblendet, daß sie sicheinbilden, durch dieses Verhalten ihr Gewissen nicht zu verletzen und zurHerbeiführung einer glücklicheren Zukunft mitzuwirken? Wäre dieses wirk-lich der Fall, so stünde eS wahrlich um sie traurig; aber noch traurigersteht eS um sie in der Wirklichkeit. Nein, Geliebte! sogar die Mehrzahlvon ihnen hat noch eine bessere Ueberzeugung, handelt ihr aber auS nie-derer Selbstsucht, — auS Hoffnung aus vorübergehenden zeitlichen Gewinn,oder auS Furcht und Feigheit entgegen. Von ihnen läßt sich in gewissemSinne sagen, waS einstenö der Heiland zu den Pharisäern sprach, alsdiese auf seine Aeußerung: „ich bin zum Gericht in die Welt gekommen,daß die Nichtsehendcn sehend und die Sehenden blind werden")," ihngefragt hatten, ob auch sie blind seyen? „Wenn ihr blind wäret," erwi-derte ihnen der Herr, «so gereichte cS euch nicht zur Sünde; nun ihr abersprechet, wir sehen, so bleibet eure Sünde)."
O, Geliebteste! wie unheilvoll ist diese herabwürdigende und unterallen Zeitverhältnissen verderbliche Gesinnungslosigkeit gerade jetzt! DaSGute, waS die Bewegungen unserer Zeit hervorgebracht, — eine freiere,die Würde und Kraft des einzelnen Menschen, wie der Corporationen mehrehrende Verfassung, kann dadurch, statt uns zum Segen zu gereichen,leicht zum Fluche werden. Denn diese freie Verfassung gestattet ihrer Naturnach nicht nur den erhaltenden, sondern auch den zerstörenden Kräften einenbedeutenderen Einfluß auf alle LcbenSkreise, und kann somit nur in so weitdie von ihr gehegte» Hoffnungen erfüllen, als wir auS freier Selbstbestim-mung weise und gerecht handeln. Welcher Zustand muß nun aber ein-treten, wenn Die, welche noch den Glauben haben, daß wie für den ein-zelnen Menschen, so auch für die Familie und den Staat nur in ChristusHeil zu finden ist, nicht zusammenhalten und mit vereinter Kraft die Seg-nungen deS Christenthums gegen das Verderben LeS Unglaubens zu schützensuchen? Darf «S unS dann befremden, wenn Diejenigen überall einenüberwiegenden Einfluß gewinnen, welche die Freiheit nur zum Deckmantel
1) Sph. 6, 13. 2) Sph. s, 16.«, 17. «) Zoh. 13, ,1. 14, 30.
3) Sph. «.14. 4) 1. Theff. 5, 6. 5) Sph.
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