Ausgabe 
9 (11.3.1849) 10
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durch Förderung der Gerechtigkeit und wahren Freiheit entgegen tritt; sosucht er diese auf eine Weise zu beseitigen, daß das bereits so sehr bedrohteEigrnthumörecht, ohne dessen Bestand kein Staat und keine Gesellschafteristiren kann, nicht gefährdet wird, nämlich durch freiwillige Unterstützungder Armen und Nolhleidendcn, durch Sorge für Arbeit und Verdienst, durchBelebung deS Fleißes, der Mäßigkeit und Sparsamkeit.

Da aber dem Vereine die Lösung seiner Aufgabe sowohl in Ansehungauf Förderung des leiblichen, als deS geistigen Wohles deS Volkes sehrerschwert und zum Theil unmöglich gemacht würde, wenn der katholischenKirche der Rest des Vermögens, welcher ihr nach der Säkularisation geblie

teln zu ihrer Lösung, au« dem Verhalten der VereinSglieder eine gegrün-dete Veranlassung zu Beschuldigungen hergenommen werden kann.

Wir halten es übrigens nicht für nothwendig, Geliebte! im Einzel-nen anzuführen, was in vieler Beziehung Euck obliegt. Ihr sehet c« wohlselbst ein, daß die Glieder eines Vereines, der sich keine geringere Auf-gabe gestellt, als die Wahrheit deS Christenthums durch ein demselben ent-sprechendes heiliges Leben und den aus diesem entspringenden Segen gegendie alle ächte Religiosität und Sittlichkeit untergrabenden und nur Unheilund Verderben stiftenden Bestrebungen der Antichriste» unserer Tage wiederzur allgemeinen Anerkennung zu bringen, daß die Glieder eines solchen

den, noch geschmälert würde: so erkennt er eS als einen weiteren Theil VereineS gleich den Bekennen, Jesu in den ersten christlichen Jahrhundertenseiner Aufgabe,auf geeignetem Wege dafür einzutreten, daß in allen Tugenden vorleuchten müssen, durch welche diese trotz der Vcr«katholische Stiftungen für Kirche, Schule und Wohlthätig. dächtigungen, Verleumdungen und blutigen Verfolgungen, die sie zu erdul-keit ihren Bestimmungen erhalten werden." den hatten, den Sieg über das Heideiuh»», errungen haben. Nur Eines

In dem Bewußtseyn endlich, daß, wie er selbst sein Daseyn und können Wir nicht unterlassen, Euch besonders anzuempfehlen: Zeiget that-seine Wirksamkeit dem AssociationS-, d. h. dem VereinSrechte verdankt, so sächlich, daß die aufrichtige und innige Liebe, die Ihr gegen alle Men-bei Wahrung dieses Rechtes, der Gründung neuer oder Wiedereinführung scheu, welchem religiösen oder irreligiösen Bekenntnisse sie auch zugethanschon früher bestandener, unter dem Namen geistlicher Orden bekannter seyn mögen, im Herzen traget, so unüberwindlich ist, als Euer BeharrenVereine nichts mehr im Wege steht, welche Vereine zur Zeit ihrer Blüche in dem von Euer» Vätern ererbten katholischen Glauben, und daß Ihrin Deutschland für Wissenschaft, Kunst, Frömmigkeit und ganz besonders! nicht weniger gewissenhaft seyd in Erfüllung Eurer Pflichten gegen denauch für Linderung der leiblichen Noth der Armen so außerordentlich Gro- Staat, als in Ausübung derer gegen die Kirche, daß Ihr in gleichemßeS geleistet haben, ist eS die Schlußbestimmung deS katholischen Vereines Grade bereit seyd, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, alö Gott,Deutschlands :DaS Recht der freien Association gegen Ein-'waS Gottes ist'), und zwar ebendarum, weil Euer katholischer Glaubegriffe und Verletzungen zu wahren." >Euch so zu handeln befiehlt.

Ueberblicket nun, Geliebtcste! die Aufgabe deS katholischen Vereines ^ Zeigen wir uns, geliebte BiSthumS-Angehörige! hierin als wahreDeutschlands in ihren einzelnen Bestimmungen, und Ihr werdet mit Uns Jünger deS Herrn; so mag,der Fürst der Finsterniß noch so viele Leiden-dste Ueberzeugung theilen, daß die Berechtigung wie die Verdienstlichkeit,'schaften gegen uns aufregen; wir werden siegreich aus dem zu bestehendenzur Lösung derselben durch Gründung von Filialvereinen mitzuwirken, so'Kampfe hervorgehen, und unser Sieg wirb nur um so glänzender, ver-wenig bestritten werden kann, als die Berechtigung und Verdienstlichkeit, dienstlicher und erfolgreicher seyn, je schwerer die Prüfung ist, die dem-im Geiste unserer heiligen Kirche dem Wohle der Menschheit seine Kräfte selben vorausgeht. Dafür bürgt uns Jesus selbst, der Anfänger undzu widmen. Wir wissen übrigens wohl, Geliebte! daß demungeachtet über Vollender unseres Glaubens, welcher statt der für ihn vorhandenen Freudeden katholischen Verein die härtestem Urtheile gefällt werden, und mitunter I baS Kreuz erduldete und der Schmach nicht achtete, nnn aber zur Rechtenselbst von Solchen, die sich Katholiken nennen. Allein daS darf uns nichts des göttlichen Thrones sitzt"). Denn zuverlässig ist das Wort: sterbenbefremden in einer Zeit, in welcher, bei allem Stolze auf den Fortschritt > wir mit ihm, so werden wir mit ihm auch leben; dulden wir mit ihm,deS Wissens, in Ansehung auf die wichtigsten Angelegenheiten deö Lebens!so werden wir mit ihm auch herrschen").

eine Unwissenheit und Begriffsverwirrung herrscht, wie sie kaum in einer! Wer auS unS, Geliebte! fühlte sich in Erwägung dessen nichtfrüheren Periode der christlichen Geschichte sich findet; eS darf unS nicht! gedrungen, mit dem Apostel auszurufen:Was kann u»S scheiden von derbefremden in einer Zeit, in der Manche aus Verblendung in ihrem Hasse Liebe Christi? Trübsal? oder Angst? oder Verfolgung? oder Hunger? odergegen die Wahrheil so weit gehen, daß sie lieber Alles für recht erklären, j Blöße? oder Gefahr? oder Schwert? .... Voller Sieg wirb uns überals daß sie der katholischen Kirche ein Recht oder die Ausübung eines sol-! dieses Alles durch ihn, der uns geliebt hat ')." Und so lasset uns den»,

chen zuerkennen, und stets über Verletzung des FriedenS, der Humanitätund christlichen Toleranz klagen, wenn man den FanatiSmuS ihres Un-glaubens nicht schweigend tolerirt, oder gar als ein Zeichen von Friedens-liebe, Humanität und christlicher Toleranz gelten läßt.

Oder sollten etwa die Mittel, deren sich der Verein in Erstrebung erneuern, Jesu zu leben und Jesu zu sterben,seiner Zwecke bedient, zu einer gerechten Klage Veranlassung geben? Dieß iAllen. Amen!ist eben so wenig der Fall. Der §. 8. deS katholischen Vereines Deutsch-lands spricht sich hierüber folgendermaaßen auS: »Zur Erreichungseiner Zwecke wird der Verein sich aller gesetzlichen Mittelbedienen, namentlich deS freien Versammln ngS- und Ver-einörechteS, des PetitionSrechtes, deS Rechtes der freienRede und der freien Presse: wie er auch durch Verbreitungguter Schriften und Bücher der geistigen, und durch Aus-übung und Förderung aller Werke der christlichen Näch-stenliebe der leiblichen Noth deS Volkes zu steuern sichbemühen wird."

Geliebteste! wozu uns auch schon die bevorstehende heilige Fastenzeit auf-fordert, im vertrauensvollen Hinblicke auf ihn ablegen jede Bürde, nämlichdie Sünde, die unS anklebt, und mit Muth die unS angewiesene Kampf-bahn durchlaufen "); lasset unS mit Herz und Mund das Versprechen

Seine Gnade sey mit uns

Au- G a « t a.

Gaäta, 3. Fcbr. Gestern, am Feste Mariä Reinigung , fand eingroßartiger Gottesdienst in der Kathedrale statt, welchem die ganze könig-liche Familie von Neapel und der Papst beiwohnten. Nach der Messe hieltder Generalprocurator der Barnabiten eine Anrede an den Papst, welcherdarauf folgendermaaßen antwortete:Jedesmal, wo ich von der göttlichenVorsehung berufen werde, diesen heiligen Versammlungen vorzusitzen, inBei dem richtigen Urtheile, geliebte BiSthums-Angehörige! daS Ihr! denen mit dem Beistande des heiligen Geistes die Entscheidungen über dietrotz der vielfach bei Euch gemachten Versuche, Euere treue Anhänglichkeit'Handlungen der Helden der Kirche Jesu Christi erörtert werben, erfüllenan unsere heilige katholische Kirche zu erschüttern, und durch daS Truglicht ^ mein Herz Freude und Vertraue» und Bewunderung der allweisen Fügun-einer falschen Aufklärung Euch von dem Wege der Wahrheit abzuleiten, in ^ gen Gottes, der in den Rathschlüssen seiner Liebe zum Menschengeschlechtekirchlichen Angelegenheiten bis jetzt im Allgemeinen Euch bewahrt habt, und! von Zeit zu Zeit einige seiner Diener mit seinem heiligen Geiste auSge-bei dem unter Euch sich immer weiter verbreitenden Verlangen, an den! rüstet, aus daß sie im Kriege wider die Hölle die Feinde der WahrheitpreiSwürdigen Bestrebungen des katholischen VereineS Deutschlands Theil angreifen und gegen sie den Kampf deS Herrn kämpfen. Dieser Gedankezu nehmen, scheint UnS daS Gesagte hinreichend, um Uns der zuversicht- tröstet mich in meinen gegenwärtigen Leiden; er öffnet mein Herz zu derliehen Hoffnung hingeben zu können, daß keine gegnerischen Bemühungen Zuversicht auf den Herrn, daß er unter seinen Dienern neue gute und

tm Stande seyn werden, das Wachsthum der in mehreren Gemeindenbereits erachteten, so wie die alsbaldige Gründung neuer Filialvereine inden übrigen Gemeinden der Diöcese zu verhindern. Und so erübriget Uns,um Unsererseits nichts zu versäumen, was dazu beitragen kann, recht baldvon dem Troste und der Freude aufgerichtet zu werden, die Wir in dieserHinsicht von Euch erwarten, nur noch die väterliche Ermahnung, daßAlle, welche an einen solchen Verein sich anschließen oder bereits ange-schlossen haben, sich auch als würdige Glieder desselben bewähren mögen,damit eben so wenig, wie aus der Aufgabe deS VereineS und seinen Mit-

getreue Rüstzeuge erwecken wird, die sich der Erleuchiung und BekehrungdeS Volkes widmen und eS von der Wunde heilen werden, die zu seinemgroßen Schaden und Gefahr mit jedem Tage weiter wird. Stolz, Ueber-druß aller Unterordnung und die heftige Herrschsucht Einiger führen eSeinem Joche entgegen, schwerer und unheilvoller als das, welches eS zuzerbrechen trachtete. Und da jener Geist deS Stolzes geradeSweges Gott

1) Matth . 22. 21.». 37. 5) Hebe. 12, 1.

S) Heb. 13, 2. 3) 2. Tim. 2, 11. 12. S) Rom . 8, 35