angreift, so kann eö geschehen, daß der Allmächtige ihm plötzlich Einhaltthut wie einst in den Gefilden Babels. Die heilige Maria bieter uns inder Feier dieses TageS ein Beispiel, wie wir dem Stolze des Zeitalterswiderstehen sollen, nämlich durch Demuth und Gebet. Möge auf ihreFürsprache der Herr seine väterlichen Blicke auf das Elend aller seinerKinder lenken, und vor allen auf diejenigen, welche sich in der Hauptstadtder christlichen Welt durch das verführerische Wort von Menschen habenverleiten lassen, die sie zum Glücke einluden und sie täglich betrogen haben.O Rom I Rom! Gott ist mein Zeuge, daß ich jeden Tag meine Stimmezum Höchsten erhebe und, flehend bahtngestreckl, inbrünstig bete, daß erder Geißel Einbalt thue, die täglich schwerer auf dir lastet! Ich bitte ihn,ein Ende zu machen den Vorspiegelungen jener falschen Lehren und zu ent-fernen aus deinen Mauern und aus dem ganzen Staate jene politischenRedner, die den Namen des Volke« mißbrauchen. Ich bitte ihn auch denKönig, die königliche Familie und dieses ganze Reich vor der allgemeinenErschütterung zu bewahren. Seine Majestät verdient es durch seine Fröm-^migkeit und sein Volk durch seinen Glauben." (Katholik.) !
Aus de» katholischen Missionen.
In Algier scheint eS in kirchlicher Beziehung noch immer nichtzum Besten zu gehen. Die bischöfliche Kathedrale in der Hauptstadt stehtunvollendet da und eS kann kein Gottesdienst in derselben gehalten werden;in Buffarik ist dieser Tage zwar eine Kirche eingeweiht worden, alleinsie hat keinen Glockenthurm, der um so mehr vermißt wird, als Buffarikin dem Mittelpuncte der großen Ebene von Metidscha liegt und sein Geläute,wenn eS eins hätte, mehrere Stunden weit vernommen werden könnte.UebrigenS ist diese Kirche noch die schönste von allen, sie hat wenigstensChor, Schiff und Seitengänge, während alle übrigen neugebauten Gottes-häuser bloß auS vier Mauern bestehen. Auch das Dorf Affroun in derMetidscha, welches den zuerst angekommenen Pariser Colonisten angewiesenworden ist, hat noch keine Kirche und es fehlen auch alle Mittel, einesolche zu bauen. Von den Colonisten selbst hört man indessen nur Gutesund eS scheint, daß sie ihre schlimmen Eigenschaften in dem modernenBabylon zurückgelassen haben. Während so der Kirche hier alle äußerenHilfsmittel fehlen, wird um so eifriger an dem Ausbau deS innern Men-schen gearbeitet und es wird schon nächster Tage eine neue Gesellschaft vonMissionären auS der Provence, welche der Bischof von Marseille geschickt,in Blibah sich niederlassen. Diese guten Priester sind eigentlich dazubestimmt, den Arabern daS Evangelium zu predigen, werden aber vorläufignoch die Seelsorge der in der Ebene zerstreuten Colonisten übernehmen.
In der Capelle des Seminars deS heiligen Geistes wird bis Sonn-tag den 14. Januar Abbü Bessieur von dem hochwürdigstcn Bischöfe vonLangreS unter Assistenz der MissivnSbischöfe Mvnnet und KobeS zumBischöfe consecrirt werden. Der neue Bischof wird den Titel von Galli-polis in partibus führen und er ist für das apostolische Vicariat der beidenGuinea'S an der westafrikanischen Küste bestimmt. Monsignor Bessieur,jetzt 46 Jahre alt, stammt an- der Diöcese Montpellier und ist der einzigeUeberlebende von sechs Priestern, weiche nach Guinea auSgesandt wordenwaren. Am Ende war er in Gabon — ganz allein und er lebte dortachtzehn Monate lang, ohne einen Mitbruver zu sehen oder irgend eineNachricht auS Europa zu erfahren. Während der Zeit erlernte er dieLandessprache und ist derselben so vollkommen mächtig, daß er ein Wörter-buch, eine Grammatik und einen Katechismus in derselben verfaßt hat, dieauf Kosten der Regierung gedruckt worden sind. Die Mission, welche diebeiden Guinea'S und Scnegambien umfaßt, ist ohngefähr so groß wie ganzEuropa und zählt 30 Millionen Einwohner. Von der Propaganda ist dieBesorgung derselben der Congregation deS heiligen Herzens Mariä, die mitder Congregation deS heiligen Geistes jetzt vereinigt ist, übertragen worden,Monsignor Bessieur gehört derselben an und wird bei seiner bevorstehendenAbreise von seinem Coadjutor, dem hochwürdigsten Bischöfe KobeS auS derDiöcese Straßburg begleitet werden. DaS Klima von Guinea ist nämlichso gefährlich, daß die christliche Klugheit den Rath an die Hand gegebenhat, keinen Bischof mehr allein dahin ziehen zu lassen, eS muß vielmehr,wenn einer unterliegt, sogleich ein anderer an Ort und Stelle seyn, umdie Lücke wieder auszufüllen. Herr KobeS ist übrigens aller Wahrschein-lichkeit nach der jüngste von allen Bischöfen der katholischen Welt, denner ist erst 29 Jahre alt und er mußte vor seiner Consecration eineAlterödispense haben; er führt den Titel eines Bischofs von Modon inGriechenland .
Ein schon längst gefaßter Plan ist jetzt seiner Ausführung nahe; dieRegierung der Republik wird drei neue BiSthümer für die französi-schen Eolonien errichten.
Dem Andenken deö gottseligen Priesters Matthias Amann,geweiht am 2. Juli 1847; gestorben am 10. Februar 1849 inWolferSdorf bei Freising .
Leb' wohl, o Freund, auf Wiederseh'n. Im schönen HimmelSgarteu!
Uns, die im Thränenthal noch geh'»,
Magst jetzo dort erwarten!
Hast auf der Rennbahn nicht geweitet.
Bist uns voraus zum Ziel geeilet;
Schon darfst Du halten süße RastVon Deines Tages Hitz' und Last.
Erst schaut' ich Dich mit Lieb' und LustIm neuen Priesterkleide,
ES glühte noch in Deiner BrustDie erste Priestersreude,
Noch duften von des Geistes Spende,
Von frischer Salbung Deine Hände; —
Da bricht, ich sag'S mit herbem Schmerz, —
Der Tod Dein treues Pricsterhcrz.
Bist mit der Lampe klarem Licht'
Zum Bräutigam gekommen.
Hast schöne Garben, schwer und dicht,
In Freuden mitgenommen.
Du hast so gern' in heißen TagenDas süße Joch des Herrn getragen;
Nun kannst Du trocknen Deinen Schweiß, —
Nimm hin den ausledung'ncn Preis!
Er selber ist Dein großer Lohn,
Von keinem ausgewogen,
Den täglich Du vom HimmelSthron'
Zu Dir herabgezogen;
Den Du mit liebendem VerlangenHast täglich am Altar umfangen. —
Der hält in Seinem HochzcitsaalMit Dir ein ew'ges Priestcrmahl.
Hast Seine heii'ge, reine BrautIn treuer Lieb' verehret,
Hast Salems Mauern mi'gebaut,
Dem argen Feind' gewchrct.
Für den Dein Mund im FeuerworteSich aufgethan am hcil'gen Orte,
Den schaust Du Selbst in Seinem LichtVon Angesicht zu Angesicht.
Du hast den Frieden, süße Freud',
Darfst nimmer mit uns klagen;
Wir Andern müssen manchen StreitUnd manche Schlacht noch schlagen!
Jetzt müssen wir die Kräfte einen;
W:r zählten, Bruder, aus die Deinen;
Drum, bricht ein solches Priestcrherz, —
Verzeihe Gott des Priesters Schmerz!
Die Siegeskron', die nie verblüht,
Umschlinget schon Dein Haupt,
Und Wonne Deine Seel' durchglüht,
Die keine Macht Dir raubt.
Leb' wohl, auf Wiederseh'n! — Wir kommen.
Wann wir die Marterpalm' genommen.
Wann wir gewaschen und erneutIm Blut' des Lammes unser Kleid! —
Verlags-Inhaber: F. E. Krr«er.