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Neunter Jahrgang. M' 14 t.
8. April
Christliche Märzerrungenschaften.
* Man thut sich allwärts auf die politischen Märzcrrungenschaften dcSJahres nach Christi unsers Herrn und Heilands Geburt 1848 viel zuGutem; allein der Christ kennt viel ältere Märzcrrungenschaften, siedatiren bis aus 1816 Jahre zurück, denn im 33stcn Jahre uach ChristiGeburt und, wie die Chronologisten übereinstimmen, im März jenes Jah-res fand die Kreuzigung Jesu Christi statt. Betrachten wir kurz, was uuödieser Kreuzestod gebracht hat.
Er brachte uns Versöhnung mit dem Vater unseres himmlischenVaterlandes. — Er brachte uns Freiheit, Freiheit von dem ewigen Todder Sünde, Freiheit von der Knechtschaft der Sünde. — Er brachte unSSicgeSkraft, um die Pforten der Holle zu überwältigen, indem wirdem Fürsten dieser Welt, dem Geist der Lüge und des falschen Lichtes,nun das Kreuz auf den empörerischen Nacken setzen und ihm zurufenkönnen: „in Iwe signo vineimus!" — Er brachte uns allgemeineAmnestie, väterliche Wiederaufnahme in das Reich und die Anwartschaftauf selige Sitze in demselben. — Er brachte unS neben der Freiheit auchGleichheit, indem er uns Alle zu Kindern GotteS machte und uns dieSchlüssel in die Hand gab, um als Erben in das himmlische Reich ein-gehen zu können; er brachte die Gleichberechtigung Aller vor derewigen Mujcstät Gottes, und die Last, die Allen aufgelegt wird, so sieeingehen wollen in das Reich, ist für Alle gleich, ist das Kreuz. —lind indem wir Alle zu Kindern desselben VaterS wurden, sind wir auchAlle Bruder in Christo Jesu geworden und haben Alle, Große undKleine, Reiche und Arme, Alte und Junge, gleichen Antheil am ewigen?Leben, gleichen Zutritt zum Tische des Herrn, zur Kirche des Herrn;!Er, indem Er Sich uns fortwähreiw aufopfert und hingibt, ist unser!gemeinsames Gut. Und so hat uns jener März in der That die höchstesFreiheit und Gleichheit, die stärkste Verbrüderung und die reinste jGütergemeinschaft gebracht!
Und indem das Christenthum sich rasch, getragen durch die Tugen-den und genährt durch das Martyiblut seiner Bekenner, über alle Läiwerund Völker hin verbreitete, ergoß eS sich wie ein himmlischer Lichtstromüber die Welt, vertrieb die Nacht des Heidenlhums, überwältigte die Fin-sterniß des Aberglaubens, schärfte den Verftanv, erleuchtete die Vernunft,veredelte das menschliche Wesen, bändigte die Leidenschaften, milderte rohchSitte und Lebensart, förderte Wissenschaft und Kunst, adelte das mensch- !liche Zusammensetzn, segnete daS menschliche Wirken, kurz, dieser mächtige!Lichtstrom überwältigte siegreich die Finsterniß, den Aberglauben, die Gei-steSknechtschaft, die Verdummung; es lehrte, den Feind lieben und Gottim Geist und in der Wahrheit anbeten, eS lehrte die vollkommeneFreiheit des menschlichen Geistes und Willens, so daß GottesAllmacht ihn nicht brechen, sondern bloß Seine Gnade und Liebe ihn zuSich anlocken will, — eS lehrte die Gleichheit Aller vor Gott und daß!vor Ihm kein Ansehen der Person sey; — eS stellte den König und den!Vertier gleich in der Kirche und im heiligen Kreis der Sacramente undSegnungen; kurz eS brachte und lehrte Licht, Freiheit, Gleichberechtigung.
Weltkind der gegenwärtigen sinnverwirrten und gotteSflüchtigenZeit, öffne Dein fieberkrankes Auge und sieh den Glanz und die Machtdieser Errungenschaften, welche schon da waren und den Erdball erfülltund neugestaltet hatten, bevor Du nock im Mutterleibe so blind warst,als Du es nun geistiger Weise außer demselben bist! Wie, Du könntest!Licht, Fortschritt, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit haben und Dir!dabei den Himmel auf Erden bereiten und den ewigen Himmel ver-!dienen und Du haschest in wilder Hast und wcltblinder Gier nach einer!anderen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die Dich eben dem sicherenVerderben zuführt, da sie Dir, als armes, getäuschtes Geschlecht!
Knechtschaft der Meinungen und Tyrannei der Bösen, allgemeinesElend und gänzliche Zerrissenheit bringt? Hättest Du, o thörichteZeit, jene uralten Errungenschaften erkannt tz»d umfaßt, Du hättest derjetzigen nicht bedurft, jg Du wärest damit — verschont geblieben!Charwoche 1849. CaruS.
Der Vorort
des katholischen VereinS Deutschlands an die sämmtlichen
Einzelvereine.
Auf vaS nach Beschluß der ersten allgemeinen Versammlung (Vl. 4.)an Se. bischöflichen Gnaden den Hochwürdigsten Herrn apostolischen VicarLaurent von Luremburg entsendete Schreiben haben Hochdiesclben denVorort mit der unten stehenden Antwort beehrt. Leider ist noch nicht, wiedamals die Versammlung meinte, die Rückkehr deS geliebten Oberhirten inseine Diöcese erfolgt, unv es haben ohne Zweifel die Verwirrungen inRom auch die ersehnte Lösung dieser Angelegenheit verzögert. Die Mit-glieder des katholischen Vereins Deutschlands werden mit Freude und Er-bauung die belehrenden Worte deS Hochwürdigsten Herrn Bischofs lese»und nicht aufhören, Gott zu bitten, daß er den eifrigen Seelenhirtcn baldwieder seinen Gläubigen zurückfuhren möge.
Der Vorsitzende: Lennig.
Der Schriftführer Moser.
*
Euer Hochwürden haben im Namen und Auftrage der zu Mainz versammelten Abgeordneten der katholischen Vereine Deutschlands unterm6. Oclober d. I. eine Zuschrift an mich erlassen, worin dieselben mir ihreAnerkennung auSsprechen für meine Verwaltung deS Apostolischen Vicaria-tes Luremburg, und ihre Theilnahme bezeigen, sowohl an meiner, durchfalsche Anklagen unv grundlose Beschwerden der weltlichen Regierung beimheiligen Stuhle erwirkten Abberufung von dieser Verwaltung, als an dermir vom heiligen Vater zugefügten Rückkehr in meinen Sprengel. AlsGründer nämlich eines katholischen GcsammtvereinS, der eö sich zum Zweckegesetzt hat, die Freiheit unserer heiligen Kirche allerwärts in Deutschland zu erringen unv zu wahren, haben die ehrcnwerthen Abgeordneten der ein-zelnen katholischen Vereine gemeint, auch dem Wirken, Kämpfen und Lei-den eines der geringsten Kirchcnhirten an der südwestlichen Gränze dcSVaterlandes ihre wohlwollende Aufmerksamkeit zuwenden zu sollen. Obwohlnun die geringen Dienste, welche ich der heiligen Kirche in meinem be-schränkten Kreise unter mannichfaltigcn Hemmungen mit meinen schwachenKräften habe leisten können, mich einer so ehrenvollen Beachtung nochnicht würdig gemacht haben, so kann ich doch nicht umhin, über diesenBeweis katholischer Glaubensthätigkeit meine dankbarste Freude zu äußern.Mit den Gläubigen des Luremburger Landes, die stets mit treuem Sinnezu ihrem Hirten gehalten, muß ich in jener offenen Kundgebung unsererGlaubens- und StammeSgenoffen einen kräftigen Beistand erkennen widereinen doppelten Feind, der in jenem deutschen Gränzgcbiete, wie in allendeutschen Landen und i» schier allen europäischen Staaten, Religion undVolkSthum gleich Kart anficht. Dieser Feind sind einerseits jene wirklichenoder künftigen StaatSdiener, die nicht zufrieden mit der Pflege der Gerech-tigkeit und Sorge für die öffentliche Sicherheit , welche der Staatsmachtobliegen und zustehen, ihr auch die Ueberwachung deS Gottesdienstes, denUnterricht der Jugend, die ausschließliche Uebung der öffentlichen Wohl-thätigkeit zuweisen und vorbehalten, obwohl Liese geistigen und sittlichenBedürfnisse der Gesellschaft nur von einer mit göttlicher Sendung undBefähigung ausgestatteten Macht besorgt und befriedigt werden können;