Preis I» Augsburg für stch allein (ohneA. Postzeitung) jährlichIst. I»kr. Dur»dir Post kann diesesWochenblatt nur vonAbonnenten der Post-zeitung bezogen werden,und erhöht stch derPreis nach Verhältnißder Entfernung.
Sonntags- Beiblatt
Augsburger Postzeitung.
Für stch allein, ohn«die Augsburger Post«zeitung, find diese Blät-ter nur im Wege de»Buchhandel« zu be-ziehen und kosten inganz Deutschland , derSchweiz u.s. w. jähr-lich nur L fl. SOkroder I Uhlr.
Neunter Jahrgang.
^ 1S
14^ April L84S.
Das schwarze MuttergotteSbilb.
Legende von G. Vies. ")
^ M
Erstarrt am MeereSufcr hingestreckt,
Geschloffen seiner Augen ^üde Lieder,
Vom azurblauen Himmel überdeckt,
Ruht Ritter Kuno, jung und fromm und bieder.An seiner Seit' liegt Lanze, Schwert und Schild,Und auf der Brust — das Muttergottesbild.
Am heil'gcn Grabe hatte er gelobt,
Im Lande Ham'ö die Heiden zu bekehren.
Und ob der Sturm wie Windsbraut grimmig tobt,Als er geschifft nach fernen, weiten Meeren,
Ob grause Nacht den Horizont verhüllt.
Er blickt voll Muth zum Muttergottesbild,
Und immer wächst die riesige Gefahr,
Schon hat der Blitz des Schiffes Mast getroffen,
Dem grauen Bootsmann sträubet sich das Haar,
Ihn füllt ein selig, unnennbares Hoffen.
Beim Webgeschrei, das durch den Schiffsraum schrillt,Küßt gläubig er sein Muttergottesbild.
Ein Ruck, ein Stoß, der nächste AugenblickSieht rettungslos das morsche Schiff zerschellen,
Die Mannschaft fluchend laut dem Mißgeschick,
Fand ihren Tod in sturmgepeitschten Wellen.
Nur Ritter Kuno sanft an'S Land gespült,
Hält fest umrankt sein Muttergottcsbild.
So liegt er lang. Und Träume wunderbarErfüllen ihn mit nie geahnter Wonne;
Von ihrem Thron' wie Sonnenlicht so klar,
Senkt sich herab die himmlische Madonne;
Ihr hold Gesicht so lieblich, sanft und mild.
Glich Zug für Zug dem Muttcrgottesbild.
Ein Flöten zart, wie der Cherubim Sang,
Durchwogt die Lust in nie gehörten Weisen,
Darunter Stimmen, die mit ZauberklangDie Hochgebenedeite heilig preisen;
Und Kuno sieht von Ahnung tief erfüllt,
Die Hehre nah'n dem Muttergottcsbild.
Sie neigt ihr frommes, liebes AngesichtAuf das Gebild holdselig lächelnd nieder,
Indeß sie sanft zum frommen Pilger spricht:
„Du Gottgeweihter! Auf! Erwache wieder!
Verfolge kühn was gläubig du gewillt.
Dich schütz' und schirm' dein Muttergottcsbild.
*1 Den Freunden katholischer Poesie können wir die angenehme Mittheilung machen,daß von Hrn. Vies, dessen Talent und Gesinnung Treffliches erwarten lassen, demnächsteine Sammlung von Poesien erscheinen wird, welche sich auf dem kirchlichen, politischenund socialen (lyrischen) Gebiete bewegen. D. R.
Doch, daß der ChristuSglaubc Wurzel schlag',
Im Herzen der Bewohner dieser Zone,
Daß dir die Lehre leichter werden magVon Gott dem Vater, heil'gcn Geist und Sohne,
Daß jede Brust in Nächstenliebe schwillt:
Nimm dieß geweihte Muttcrgottesbild."
Sie reicht ihm dar, was liebreich sie verhieß,
Und schwebt empor In jene cw'gcn Räume,
Aus welchen sie herab zur Erd' sich ließ,
Um zu beglücke» ihres Ritters Träume.
Und ncugestärkt, belebt, fast stürmisch wild,
Sucht Kuno »ach dem Muttcrgottesbild.
Das lächelte, wie nie ein Auge sah,
Dem Staunenden mit HimmclSruh entgegen,
Das schwarze Haar umfloß die Gloria,
Im schwarzen Antlitz thronte Fried und Segen,
Die Lippe roth , von Liebreiz überfüllt,
So lag vor ihm das Muttcrgottesbild.
Und wunderbar! Wohin der Fnß ihn trägt^
Begrüßt mit freud'gcr gottergebner MieneIhn alles Volk, das gläubig fromm bewegtVon ihm erfleht der Taufe heil'ge Sühne;
Das Aug' voll Glut, dem Nachgicr sonst entquillt,
Blickt kindlich auf zum MuttcrgotteSbil^
Verehrt, geliebt, wie nie ein weiser Mann,
Kehrt Kuno heim vom fernen Mohrenlande,
Und eingedenk, was die für ihn gethan,
Die ihn beschirmt, sich nimmer von ihm wandte:
Erbaute er ein Kirchlein Pracktersüllt,
Dort prangt bis heut das schwarz' Liebsrauenbild.
Promernoria über die kirchlichen Postulate der Katho-liken Bayern -.
Die Erwartungen uno gerechten Forderungen der Katholik?» Deutsch-lands , welche stch auf die durch die merkwürdigen Ereignisse deS JahreS>1848 allen Deutschen in AuSstcht gestellte bürgerliche und religiösei Freiheit gründen, näher auseinander zu setzen, ist nach der hierüber vonjdein dentschen Gcsammtepiskopat in der von Würzburg aus erlassenen
> Denkschrift nicht nothwendig, und eS versteht sich von selbst, daß die achts bayerischen Bischöfe, die jenes Memorandum mitunterzeichnet haben, die
> darin ausgesprochenen Grundsätze in Zukunft zur Norm ihres Verfahrens^ machen werden. Die Anwendung jener Grundsätze aber auf unsere kirch-lichen Verhältnisse in Bayern ist eine dringend -gebotene Ergänzung derDenkschrift, die im Nachstehenden möglichst gedrängt versucht wird.
Mehr als alle andern Katholiken Deutschlands konnten die katho-lischen Bayern sich berechtigt glauben, die Freiheit ihrer Kirchezu begehren. Denn während im übrigen Deutschland die kirchlichen Zu-stände entweder nur durch bloß auf die äußerliche Dotation und Con«
*) Aus dem Katholik.