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eS war zu geschraubt, steif, weltlich. Die Bischöfe waren von einemNimbus umgeben, vor Lein der einfache Priester schon in den Amichambreerzitterte. Die Thüre deS Bischofs soll jedem Priester mil Leichligkut offenstehen, und mit freudig offenem Herzen muß er sich derselben nahen könnenNichts entehrt daS Audienzzimmer eines Bischofs mehr, alö Heuchelei undkriechende Verstellung, und leider wurden diese großgezogen durch mancheBischöfe selber. Wohl schwört der Priester an, Lage ,einer Ordinalionseinem Bischöfe Gehorsam, allein dieser Gehorsam ist kein sklavischer, ersoll ein kindlicher seyn. Nicht Furcht, sondern Liebe soll die Peison desOberhirten erwecken, und der B>,chof und das Presbyieral sollen zusammen-stimmen, wie die Saiten zu Cylher, nach dem schönen Aussprache deSheiligen JgnaliuS. Einst waren die Bischöfe Churfürsten und Landesherren,und das hat nickt gut gethan. Es schein, fast, als ob der weltlicheSchimmer die kirchliche Würde paralisiren möchte. Auch jetzt ist der Für-stentitel gar manchen zum Aergernisse geworden. In einer Zeit, wo daSSchlagwort „Gleichheit" auf eines Jeden Munde liegt, wo der Kaiservon seiner Höhe herabgestiegen ist, und der Adel so gewaltige Opfergebracht hat, thut eS noth, daß auch die Bischöfe sich mehr dem Volkeanialgamiren, sich zum niederen Klerus herablassen, und der GegenwartOpfer bringen, um die Zukunft nicht zu verlieren. DaS heischt mir stehen
verantworten. War bei uns eine Regsamkeit und Thätigkeit, wie sieallenthalben sich in ganz Deutschland kund gegeben hat, besonders seitdemKölner Ereignisse im Jahre 1d37? Wir thaten, was unS der Loclox eivilissagte, schrieden unsere Tauf- und Slerbeprotokolle voll, gingen wohl auchin die Schule, wo wir nichts zu besorgen hallen, und hielten unsere Pre-digten, wo uns ohnehin Niemand euvaS einreden duifte, denn die katho-lische Kirche war ja die LlaatSkirche. Ueberoieß waren wir besonders seiteinigen Decennien gespalten in solche, die mehr der aScetischcn Seite hul-digten, und in solche, die dieses peihorreöcirten. Regte sich irgend einPriester und wollte er etwas Zeitgemäßes einführen, so fiel man über ihnher, und schall ihn einen Sonderling, Neuerer, einen gefährlichen Men-schen. Galt er etwas bei Anderen und war sein weltlicher oder geistlicherEinfluß nicht unbedeutend, so war deS Neides und der kleinlichen Eifer-sucht kein Ende. Die brüderliche Liebe und Einigkeit war auS unserenHerzen gewichen, und das Band, daS unS näher hätte rücken können, daS«and der Conferenzen und Synoden, es war unS von oben her abgeschnit-ten. Wir kamen höchstens zu weltlichen Unterhaltungen oder bei Schul-prüfungen oder JnstallalioiiSlafeln zusammen, aber diese Rendezvous warenzu kirchlichen Besprechungen nicht geeignet. So stand jeder für sich da,sich selber überlassen, während doch nur Einigkeit Kraft verleiht. Einen
der, drohender, strafender Stimme die Zeit. Die Bischöfe müssen die! Pfeil bricht man leicht entzwei, ein Bündel von Pfeilen widersteht. AufGegenwart erfassen, und nicht das Auge verschließen gegen die Erscheinun-! daS Paulinische: „Wenn nur Christus gtprebiget wird, möge es auf diesegen derselben. Wer mit dem Rücken am Rande eines Abgrundes steht, i oder jene Weise geschehen," hatte man ganz und gar vergessen. Dxsmplaund meint dieser eristire nicht für ihn, der täuscht sich. Sie dürfen nicht sunt ockioss. — Soll ich noch von, Beichtstühle sprechen? Im katholischen vergessen, daß sie auf dem Niveau einer neuen Zeit, nicht auf dem vor Bayern und am Rheine sind aste Wochen die Beichtstühle umlagert undsechzig Jahren stehen. Einen objectiven Slandpunct müssen sie vor allem bei uns?? Ich meinte, das Herz zerspringt mir im Leibe, als ich einmalzu gewinnen suchen, um von diesem auö die kirchlichen Verhältnisse dem hörte, wie man Beichtleute auf rauhe Weise anfuhr, ihüen die Kirchen
Staate und dem Klerus gegenüber zu ordnen. Möge man sich nicht entschuldigen, daß die Wunden und Bedürfnisse der Zeit den ergrauten Hirtennicht bekannt seyen; eS gibt ja Mittel diese Bekanntschaft zu machen, unddie Kirche gibt sie selber an in dem Institute der Synoden. Da ist der
lhüre vor der Nase versperrte, und geistlickerseitS über solchen Ultramon-tanismus spottete. Ich frage, wirb'S so besser werden? Christus ging denSchäflein nach, und wir, seine Jünger und Nachfolger, stossen sie vonuns! Sie verlangen daS Brod des Lebens, und eS ist Niemand, der es
Bischof in Mitte seiner Schäflein, da hört er ihre Stimme, und sie hören! ihnen breche! Es wäre traurig , wenn eS so weit kommen müßte, daß diedie seine, da läßt sich rathen, helfen, urtheilen und entscheiden. „Wo zwei! Laien die Lehrmeister der Priester werden, und fast scheint es, als ob wirversammelt sind im Namen des Herrn, da ist er mitten unter ihnen;" um bei diesem Puncte angelangt!wie viel mehr muß dieß von den Concilien gelten, ^ck liegis exomplum Ist in dieser Hinsicht eitotus oompvnitur ordis — das möge sich jeder Kirchenobere ins Herz hin-
ein schreiben, und darnach sprechen und handeln.
Den Bischöfen zunächst stehen die Capitel (tlanonioi ostlieärslos).ES ist dieß ein schönes, und wenn eS im kirchlichen Geiste lebt, auch
dieser Hinsicht eine innere Reform für den Klerus heiligePflicht, so ist eben so eine äußere Reform im Klerus eine schreiende For-derung der Gegenwart. Zwangsgesetze bilden keinen tüchtigen Klerus, auchhier muß Liebe und Vertrauen herrschen. Wie ich daher schon obenbemerkte, das Verhältniß deS niederen Klerus zu dem höheren muß ein
nützliches Institut. Es hätte bis jetzt die Ausgabe gehabt, ein Surrogat! freundlicheres, intimeres, ich möchte sagen brüderlicheres werben, als eSder Diöcesansynoden zu bilden; ob es derselben überall entsprochen hat,! bisher der Fall war. DaS Piotectionswesen, dieses Gift für die Kirche,will ich hier untersuchen. In manchen Diöcesen spielten die Capitel eine! muß fallen. Die standesgemäße Subsistenz jedes orvinirten Priesters zu
zu untergeordnete Rolle, als daß ein energisches Eingreifen und Einspre-chen von dieser Seite her zu erwarten gewesen wäre. ES waren Sine-kuren, oder wurden eS, wenn sie es nicht schon waren, und dadurch dieZielscheibe deS ravicaleu Sportes. Die Cauonici sollten der Beirath deSBischofes seyn, waren aber oft wenig praktisch vertraut mit den Bedürf-nissen der Diöcese. Eigentlich stände, nach Analogie der Praxis in Deutsch-land, dem Capitel das Recht der BischofSwahl zu — ein heilig, furcht-bares Recht. Die neuere Zeit dürfte damit nicht einverstanden seyn. „EherMinisterbischöfe, als Capitelbischöfe," hörte ich mit eigenen Ohren Jeman-den ausrufen. — Wag nun? Reform thut noth. Die Kanonici, welcheauf den Leuchter gestellt sind, um anderen zu leuchten, müssen wirklichausgezeichnet seyn durch priesterlichen Lebenswandel, gereifte Erfahrung,erprobte Kenntnisse, bewiesenen Muth und vor allem durch kirchliche Ge
sichern, ist schreiendes Bedürfniß und heiliges Recht, indem in unseremVaterland« die gläubigen Vorfahren hinreichend dafür gesorgt haben. DieBischöfe werben mit aller Energie dafür einstehen, denn auf ihnen lastet dieVerantwortlichkeit. — Daß auch in den häuslichen Verhältnissen, besondersauf dem Lande, vieles zu wünschen übrig bleibt, weiß Jeder, der etwasherumgekommen ist. Nur Zansinn bewegt mich zum Schweigen. Nachmeiner Meinung werden die DecanatSconferenzen die beste Censur für derleiUebelstände seun. — Die lästigen Schreibereien, welche den Klerus mehrzu einem Bureaukraten machten, und ihm nicht einmal Zeit ließen, seinenseclsorglichen Pflichten genau nachzukommen, haben mehr ober weniger auf-gehört. ES läßt sich nun erwarten, daß die dadurch frei gewordene Zeitauch vom Kler-.s zum Besten der Kirche benützt werden wiro. Wenn manim AuSlanbe einen Landgeistlichen besucht, so liegen die neuesten Erschei-
sinnung. Ohne diese geben sie kein gutes Beispiel, denn daS rothe Collar nungen der Literatur auf seinem Studientische, und er weiß über politischeallein jagt heut zu Tage Niemand mehr Schrecken ein. Dle Achtung muß und sociale Zustände so schön und treffend zu sprechen, baß man billigaus dem Inneren stammen. Und waS sollen Leute ohne kirchliche Gesin- darüber staunen muß. Und wenn man seine Schriften, die auf dem Pultenung für eine Garantie geben für die Wahl eines kirchlich-gesinnten Bi- herumliegen, näher durchsieht, so sind eS Skizzen zu Aufsätzen für dieseschofeS? Man blicke nur nach Mainz hin nnd die neueste BischofSwahl. over jene Zeitschrift, ober wohl gar zu einem selbständigen Werke, das erEinige zweideutig gesinnte Wahlmänner haben durch ihr unglückseliges zu bearbeiten den ehrenden Auftrag erhielt. Sollte die dem Klerus erübri-Botum Klerus und Volk in zwei Parteien gespalten, und während die genbe Zeit nicht auch bei unS auf ähnliche Weise benützt werben können?Gegner der Kirche sich darüber die Hände reiben, geht die eigene katholck j— Möchten wir doch von unseren Gegnern lernen! Wie rührig sind siesche Gesinnung indessen zu Grunde. Nein, Männer deS Geistes und Her-^ mit der Feder! Unbärtige Knaben besudeln mit derselben ehrwürdige Grei-zenS, der inneren Kraft und That sollen unsere Capitel ergänzen, dann senhäupler, und wir entfchulbigen unS und sagen: wir haben kein Geschickwerden Volk und Klerus mit Vertrauen zu ihnen Hinaufblicken, und sie dazu, eS mangelr die Zeit u. s. w., wie die schalen Ausreden alle heißen
ehren als nächste Umgebung ihres Oberhirten. Solche werden die Zeitund Gelegenheit, welche ihnen zur ferneren Ausbildung geboten ist, nichtunbenützt lassen, sie werden in Tugend und Wissenschaft Perlen der Diö-cese seyn, würdig höher zu stehen auf dem Leuchter der Kirche.
Wie steht eS mir dem niederen Klerus in Oesterreich ? Brüderim Weingarten des Herrn! verhehlen wir es unS nicht, und klopfen wirreuig an die Brust, und sprechen wir: inea culpa. Ja mea culps, einengroßen Theil des Fluches, der unsere Zeit getroffen hat, haben wir zu
mögen. Wer Gutes thun kann, und eS nicht thut, dem lst eS Sünde.
Ein grünes Zweiglein, das die Blüthe und Frucht einer besserenZukunft in sich birgt, sind die geistlichen Bilcnngsanstalten, die Semi-narien. O wenn man doch die hohe Bedeutung derselben in der Jetzt-zeit recht erfaßte I Welch' ungeheure Verantwortung haben deren Leiter undFührer! Die Zeit macht große Anforderungen an den jungen Priester, undweiß er diesen nicht zu entsprechen, so ist sein Wirken null und nichtig.ES ist ohnehin schon gang und gäbe geworden, den Priester, wie eine Art