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1) die Politische,
2) die Sociale und
3) die Kirchliche (Religiöse).
Wenn gleich der katholische Verein Deutschlands kein politischerVerein im gewöhnlichen Sinne des Wortes genannt werden kann, so darfihm doch vor Allem die politische Gestaltung Deutschlands nicht gleichgül-
die Länder im Osten, welche die Donau durchströmt, öde und unbewohntund der fruchtbarste Boden, der viele Millionen reichlich ernähren könnte,liegt dort fast unbenutzt. Alles, waS die menschliche Gesellschaft an Na-turprodukten bedarf, liefert dort die Erde in reicher Fülle, allein eS fehltan Händen, um diesen Schatz zu heben. Leider gestatteten bis jetzt diepolitischen Zustände cS nicht, eine Ausgleichung jener Mißverhältnisse der
,jg seun, da dieselbe auf seine Wirksamkeit, ja auf seine Eristenz vom un- Bevölkerung durchzuführen; jetzt aber, da das ganze deutsche Volk zur
mittelbarsten Einfluß ist. Deßhalb wird er bei all seinen Fragen die po>! Einheit sich erhebt und die Schranken gefallen sind, welche Oesterreich von
Mische Seite nicht unberücksichtigt lassen und bei der vorliegenden eS nicht uns trennte, müssen wir die günstige Zeit nicht vorübereilen lassen, ohneverkennen, daß ihre glückliche Lösung für Deutschlands politische Macht ^unsere Zukunft auf der weitesten und kräftigsten Unterlage zu gestalten,und Größe von bedeutendem Einflüsse ist. Eine Kräftigung des deutschen ^ Lohnen einerseits die Niederlassungen alle Opfer, welche sie kosten, durchElementes im Osten und seine innigere und kräftigere Verbindung mit den ^ die Kräftigung und Vergrößerung Deutschlands , so lohnen sie andererseits
übrigen Theilen kann erst Deutschland wieder zu jener Höhe erheben, auf dieselben durch die neuen Märkte, welche sie dem deutschen Gewerbcfleiße
welcher eS ehedem gestanden und zu welcher eS im Herzen Europa'S beru- schaffen. Nicht nur ihr Bedarf, sondern auch der Bedarf der östlichenfen ist. — ! Nachbarstämme wird von Deutschland aus am Leichtesten befriedigt werden
Näher als die politische Seite steht dem Vereine die sociale, die können; die Naturproducte dieser Landstriche dagegen, besonders die Früchte,auch bei Weitem die überwiegende in der Frage ist. > würden in Zukunft den wirklichen Mangel im Westen stets ausgleichen
Die Uebel, welche an dem Marke deS Volkes zehren und die Noth ! und dadurch ein Schwanken der Preise verhüten können, wie cS von Zeitund das Elend mit jedem Tage steigern, sind bereits zu solcher Größen zu Zeit gerade die arbeitende Classe so furchtbar heimsucht. Aus dieseangewachsen, daß sie nicht mehr verkannt werden können. Sie alle mit-! Weise nur wirken die Auswanderungen fortgesetzt wohlthätig auf'S Mit-einander erzeugen ein neues Uebel, die Auswanderung, und treten an den tcrland zurück und bieten diesem reichen Ersatz für die Verluste, welcheTag, gleichwie ein KrankheitSstoff im Körper Lurch mancherlei Entleerungen! dasselbe durch den Abgang von Geld- und Arbeitskräfte erleidet.
auf der Oberfläche sich zeigt. Je nachdem diese sind, können sie dem Körper zur Entkräftung oder zur Genesung dienen, und Aufgabe des ArzteSist es, dieses Letztere möglichst herbeizuführen.
So wie die Auswanderungen in Deutschland bis jetzt stattgefunden,können sie nur verderblich auf all unsere Verhältnisse einwirken. Anfangssahen wir meistens Solche auswandern, die in übervölkerten, unfruchtbarenGegenden dem Mangel Preis gegeben waren; jetzt aber ergreift die AuS-wanderungSlust meistens kräftige, arbeitsfähige Männer, die noch Mittelbesitzen, um sich ein Eigenthum zu erwerben, oder deren Fähigkeiten sie zusehr brauchbaren Gliedern der Gesellschaft machen. Die Unzahl der Ar-beits- und Mittellosen in den Städten und auf dem Lande bleibt dort, wodie Gemeinden sie unterstützen müssen, und vermehrt nicht nur die öffentli,chen Lasten, sondern liefert fort und fort allen revolutionären Bewegungendienstbare Streiter. So wird einerseits die Zahl der zu öffentlichen LastenBeitragSfähigen sehr vermindert und der Mittelstand fast ganz vernichtet,andererseits durch Vermehrung des Proletariates der sichere Bestand derGesellschaft immer mehr gefährdet, ohne daß die Ausgewanderten mit demMutterlande in eine, auf dasselbe wohlthätig zurückwirkende Verbindungtreten.
Soll aber die Auswanderung dem Vaterlande zum Heile gereichenund selbst daS LooS der Auswanderer ein minder zufälliges, ein ihren Er-wartungen entsprechendes seyn, so muß durch dieselbe
1) den Gemeinden eine Erleichterung werden;
2) das Vaterland an Kraft im Innern und nach Außen gewin-nen; und
3) der Auswanderer nicht mehr einem blinden Geschicke oder gar derHabsucht Anderer Preis gegeben werden.
Alles dieses läßt sich vereint erreichen, wenn durch Ansiedelungen inden untern Donaugegenden allen AuSwanderungSlustigcn eine sichere Zu-fluchtsstätte geöffnet wird.
(Schluß folgt.)
Ueber die zeitliche Herrschaft de- Papste-.
m.
Thiers sagt in seiner Geschichte deS ConsulateS und des Kaiserrei-cheS: „Die Einsetzung deS Papstes, der die Einheit deS Glaubens aufrechterhält, kann man nur eine bewunderungswürdige nennen. Man wirft ihmvor, daß er ein auswärtiger Herrscher sey. Danken wir Gott dafür, daßer ein solcher ist. Der Papst ist fern von Paris, und das ist gut; er istauch weder in Madrid, noch in Wien , und darum lassen wir uns seinegeistige Autorität gefallen; dasselbe wird man mit Grund zu Wien undMadrid sagen. Glaubt man etwa, daß die Spanier, oder die zu Wien seine Entscheioungen annehmen würden, wenn er zu Paris wäre? Wirkönnen unS daher nur glücklich preisen, daß er im eigenen Lande wohnt,und nicht in dem eines Nebenbuhlers u. s. w."
Obwohl wir den bald darauf folgenden Aeußerungen keineswegsbeistimmen können, so verrathen obige Worte doch gewiß einen hervor-ragenden Geist, welcher sich mit Leichtigkeit, wenn er nur will, über dieVorurtheile seiner Zeit erheben kann.
Frei und unabhängig muß der Papst seyn, aber nicht bloß nachAußen, wie wir gezeigt haben, und wie auch Thiers behauptet; sonderner muß auch frei seyn von Innen.
Als den Vater aller Gläubigen und den König der großen Familieder Kinder GotteS, setzte ihn die Vorsehung auch zum Vater und Königeines erwählten Volkes, einer bevorrechteten Stadt ein. Ohne Zweifelmuß ihm das Wohl ihrer Bewohner am Herzen liegen; er wird ihnendaher auch im rechten Maaße die Wohlthaten einer weisen Freiheit, undeiner geordneten und väterlichen Regierung schenken; und fürwahr, derDie Übersiedelungen aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands unsterbliche PiuS IX. konnte, als er seinen Fuß aus ein fremdes Uferin die untern Donaugegenden, zunächst nach Ungarn , können nicht zu den setzte, feierlich seine drei Millionen Unterthanen, ja die ganze Welt zueigentlichen Auswanderungen gezählt werden, da die Donauländer deS! Zeugen anrufe», daß er freiwillig für das wahre Glück und die Frci-Lsterreichischcn Kaiserstaates Deutschland angehören und von vielen Deut-iheit seines Volkes mehr gethan habe, als irgend ein Regent von Europa ,scheu bereits bewohnt sind; außerdem aber durch zahlreiche Ansiedelungen Wenn aber mit der Freiheit Ordnung herrschen muß, wenn ein Normal-für Deutschland ganz und so bleibend gewonnen werden, daß sie endlich zustand und die freie Ausübung der rechtmäßigen Gewalt überall erfor-innerhalb der deutschen Gränzen fallen. Der mächtige Donaustrom bildet derlich sind zum Glücke und zur Sicherheit der Völker, wenn die AchtungdaS unauflösliche Band und den lebendigsten Verbindungsweg zwischen der bestehenden Autorität daS Gesetz deS öffentlichen FriedenS und der Ankerjenem neuern und dem ältern Theile des Vaterlandes, und bald würden!deS bürgerlichen Rechtes ist: dann kann man auch in Wahrheit sagen,Schienenwege und Straßen den Verkehr so beleben, daß jede Spur einer daß die heiligsten Interessen der ganzen christlichen Welt, die Aufrechter-Trennung sich verwischte, die uns seither von der untern Donau abge- Haltung deS europäischen Gleichgewichtes verlange, daß die zeitliche Herr-schnitten. Wird auf diesem Wege die deutsche Gränze den Donaumündun- schaft des Oberhauptes der ganzen katholischen Welt unabhängig und freigen näher gerückt, so kann es nicht fehlen, daß wir bald unS deS ganzen vom Ische innerer Factionen, wie vom Einflüsse fremder Mächte seyn müsse.Stromes bis ins Meer be.mächtigen und es verhüten, daß der nordische Offenbar würde die Sicherheit der Kirche auf daS Tiefste erschüttertNachbar eine unserer Hauptadern unterbinde und dadurch unsere ganze werden, wenn der Papst sich im eigenen Lande müßte Gewalt anthunLeben-thätigkeit lähme. Gerade von den Fortschritten, die Deutschland im lassen, wenn er unter den Willen der rohen Masse, und die tollkühnenOsten macht, hängt seine Zukunft ab, und diese Zukunft auf eine fried- Anmaßungen einer wühlerischen und tyrannischen Partei sich beugen müßte,liche Weise groß und mächtig gestalten zu helfen, ist eine der schönsten Alle christlichen Staaten müßten zugleich mit Ihm verletzt seyn, da sieAusgaben, die der Verein sich auf politischem Gebiete stellen kann. nicht zugeben können, daß der Papst unter einer andern Autorität stehe,
Deutschland trägt besonders in seinen Fabrikcistricten und in man- als seiner eigenen. In dem Augenblicke, wo eine siegende Emeute,.denchen Gebirgsgegenden eine so große Bevölkerung, daß sie in keinem Ver-,Dolch in der blutigen Faust, den Erben des geheiligten Pontificateö undhältnisse zu seinem Boden und dem Ertrage desselben steht; dagegen sindlder Herrschaft, welche die Vorsehung seit 14 Jahrhunderten an jene geknüpft