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Neuntel' Jahrgang
^ 2S
«4. Juni L84».
Der Vorort
deS katholischen VereineS Deutschlands a n
die sämmtlichen Einzelvereine.
Schon der erste Vorort des katholischen VereineS Deutschlands zuMainz brachte am 3. März d. I ein kurzes Billigungsschreiben unsererVereinSsache von unserm heil. Vater PiuS IX. — Herr Dr. Büß, welcherals Präsident der ersten Generalversammlung die Zuschrift an den heiligenVater mit der Schilderung unserer Zwecke und der Bitte um den aposto-lischen Segen verfaßt, hat nun eine ausführlichere Antwort von Sr. Hei-ligkeit empfangen und dem Vorort abschriftlich übersendet, welche wirzu veröffentlichen uns beeilen.
Wir hoffen, die Mahnungen unseres heiligen Vaters werden von allenkatholischen Vereinen wie ein heiliges Gesetz befolgt werden.
Der Vorsitzende: Lic. Wick.
Der Schriftführer: Dr. Dinter.
*
PiuS H
Geliebter Sohn, Gruß und apostolischen Segen!
Was Wir in Unserm Briefe an den Capitular-Vicar der Kirche zuMainz unter dem 10. deS vorigen Monats Februar schon kundgegeben,dasselbe, geliebter Sohn, bekräftigen Wir wiederholt und gern in diesemSchreiben: daß UnS nämlich der von Dir und andern trefflichen MännernDeutschlands gefaßte Plan zur starkmüihigen und eifrigen Vertheidigungder Sache GoiteS und der Kirche zumal bei der so großen Umwälzung derDinge und Zeiten zum Wohlgefallen gereiche. Denn die schwerste Betrüb-niß zehrt an Unserm Leben Tag und Nacht, wenn die der katholischen Sachedrohenden Gefahren Unserm Geist vorschweben, besonders im Hinblick aufjene zügellose Frechheit, welche ungestraft so weit hin herrscht, und ver-möge welcher die Kinder deS Verderbens durch ihre giftigen Schriftenunheilschwangere Lehren zu verbreiten und den schändlichsten IrrthümernEingang zu verschaffen bemüht sind, um die Gläubigen vom katholischenGlauben und der Befolgung der göttlichen und kirchlichen Gebote abzufüh-ren und sie dem der ges.tzlichen Gewalt schuldigen Gehorsam zu entfremden.Als Wir daher den Brief vom 6. Ociober v. I. empfingen und Kenntnißnahmen von-den Gesinnungen der Generalversammlung der katholischenVereine Deutschlands, welchen nach Deiner Versicherung nichts anderesam Herzen liegt, als unter der Obhut deS heiligen Stuhles die Sacheder heiligen Religion und ihre Rechte mit Freimulh zu schützen und zuverfechten, so konnten Wir nickt umhin, aus Eurem Eifer und EurerSorgfalt Trost zu schöpfen und Euer aller Bemühungen zu diesem herrlichenZweck lobend anzuerkennen. Doch möget Ihr in dieser äußerst gefahrvollenZeit vor Allem dafür Sorge tragen, daß Ihr die Richtschnur, welche Ihrselbst in Eurem Schreiben in so trefflichen Worten bezeichnet, um jedenPreis festhaltet, nämlich daß Ihr jeglichen Verdacht politischen Treibensmit Abscheu abweisend durch Eure Bestrebungen an Tag leget, wie EureFrömmigkeit - und Eure Sorgfalt beschaffen und von welchem Eifer Ihrerglüht zur Erlangung und zum Schutz der Freiheit der Kirche, der einzigwahren Braut deS unbefleckten Lammes Jesu Christi, welche er mit seinemeigenen Blut sich erkauft hat. Währenv Ihr ferner darauf hinarbeitet,daß Gott gegeben werde, waS GotteS ist, saßt auch, wie sich'S ohnehinfür katholische Männer ziemt, den andern Satz des göttlichen GcboteS inSAuge und zeigt Euch beständig bereit, dem Kaiser zu geben, waS deS
Kaisers ist. Wir hegen die festeste Hoffnung, cS werde Euch mit derGnade GotteS, von welchem aller Schutz und Schirm zu erwarten, glück-lich nach Wunsch gelinge», daS zu erreichen, waS Ihr zu seines heiligenNamenS größerer Ehre und zum Gedeihen unserer heiligsten Religion nachEurem so evlen UnS abgelegten Bekenntnisse sucht. WaS nun zum zweitenDein Schreiben vom 1. Februar betrifft, so suhlen wir UnS, geliebterSohn, gedrungen zu der Antwort, Du mögest fortfahren den allmächtigenGott auf alle Weise zu bitten und zu beschwöre», damit die Tage unsererbittersten Bedrängr.iß abgekürzt werden. Gott selbst wollen wir mit bestän-digen Seufzern und häufigen Gebeten angehen, er wolle nicht die ihmund seiner heiligen Kirche zugefügten Unbilden (Beleidigungen) einst durchallgemeines Ungemach sühnen, und wollen in Anbetung der unersorschlichenRathschlüfse dessen, der dieses zuläßt, erwarten, daß er sein Angesicht wendeauf sein verwüstetes Heiligthum. Unterdessen ertheilen Wir zum ZeugnißUnseres Wohlwollens gegen Dich und jene katholischen Vereine und zumUnterpfand deS himmlischen Schutzes, Dir geliebter Sohn und jenen irrinnigster Theilnahme Unseres väterlichen Herzens den apostolischen Segen.
Gegeben zu Gaöta am 27. März 1849.
Im dritten Jahre Unseres OberhirtenamteS.
PiuS 1'. k. IX.
Anrede,
mit welcher die vom PiuSverein in Oberschneiving bestStraubing in Nied erbayern am Pfingstdienstag, den 29.
Mai 1819 berufene Volksversammlung eröffnet wurde.
(Gesprochen von einem Laien.)
Herzliche Liebe, freundlichsten Gruß,
Verehrte Mitbürger, liebe Freunde und Bruder allgesammt!
. Friede und treu inniges Zusammenhalten in guten und schlimmenTagen unter Allen, die den festen Willen haben, zu stehen bei GotteS Gebot, bei Christi unseres Herrn heiliger Lehre, bei Recht und Gerechtig-keit, bei Treue und Gehorsam gegen Gesetz und König, und gegen jeglichevon Gott verordnete Obrigkeit!
Aufrichtiges Wohlwollen auch Allen, die nicht mit unS, die nichtguten, die verkehrten Willens sind, deren Anschläge wider unö sind! Fernsey jeglicher Haß, fern jegliche Leidenschaft gegen irgend Einen von denen,die unsere Brüter sind Lurch die Erschaffung, durch die auch für sie voll-brachte Erlösung, durch den auch für sie in diesen herrlichen Tagen herab-gesandten göttlichen Geist der Heiligkeit. Und hätten sie auch den GeistGotteS nicht empfangen, und hätten Ihn von sich gewiesen, und hättendem Heiligen Geiste — eS ist erschrecklich zu sagen — geflucht, so sey daSGericht bei Gott ; bei unS aber sey Barmherzigkeit und Liebe, und biszum letzten Lebenshauche nur daS eine, kräftige Streben, auch die ver-irrten und falschen Brüter wieder zu gewinnen, unv mit unS zu vereinigen.DaS ist das wahre Streben nach jener Einigung, nach jener Kräftigungunseres lieben Vaterlandes, nach jener Einheit und Kraft, von welcherin unsern Tagen so manches edle Herz erfüllet ist, und von welcher jegli-cher Mund überfließet.
Nach diesem freundbrüderlichen und christlichen Gruß an unser gesamm-teS gottgesegneteS Bayerland, und an das gesammte große deutsche Vater-land, bitte ich Euch, Verehrte Freunde unv Brüder, mir nur aus einekurze Weile das Wort zu gönnen, und mir mit Wohlwollen, und beson-ders mit Nachsicht, deren tch bedürftig bin, zuzuhören.
Mehr als driithalbtausend Jahre sind eS, da schaute ein von Got*
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