l.S8
erleuchteter heiliger Seher weit hinaus in die Zukunft,Leiliaer Beaeisterung: irurgo, illuiniimro, ^oru-alvin;
und da rief er in
heiliger Begeisterung: 8urgo, illuininaro, Uoru»alvin; guis venit lumontuuiu ot gluria Uoimiri 8Uj<or to orts V8t: „Erhebe dlch, unl> leuchte,
Jerusalem; denn eS i st gekommen dein Licht, und der Glanzdes Herrn ist über dich aufgegangen!" Und, setzt Jsaias hinzu:
Ht Llinbulubuut gonto8 ln lulnino tuo, „und Böller werden wan-deln in deinem Lichte;" und dann sagl er noch weiter: k.uva in cir-«nilu 0 LN >08 tuu8 ot viele: omin.-8 i8li ooiigrogaU 8unt, vouoruut Ubi:
,Heb' auf ringsum deine Augen, und schaue; Alle diese von Tage zu Tage mehr und mehr verwirrt und verschlechtert, und nur
haben sich versammelt, und sind zu dir gekommen!" Fürwahr,, darum ist Alles, was zur Heilung und Besserung derselben versucht und
liebe Freunde und Bruder, wenn es an irgend einer Stelle in heiligen gethan worden ist, und noch wird, und nur darum sind alle zur Erleich-odcr weltlichen Büchern und Schriften einen Spruch gibt, der zu unserm leimig deö materiellen Nothstandes «„gerathenen und angewandten Mittelheutigen Feste paßt, so ist es der eben vernommene Spruch aus JsaiaS bis heule erfolglos geblieben, und nur darum finden wir unS in allen
dem Propheten: und wenn auch jener Spruch zunächst sich beziehet aus die unsern zeitlichen Veryälinissen heute gleichsam auf die äußerste Spitze ge-
Erscheinung deS Heilandes und auf Seine Verherrlichung unter den Völ-^ trieben und an den Rand eines entsetzlichen Abgrundes gedrängt, weil,
und Zeitlichkeit, d. i. Staat, Gesellschaft und Haus, von einander reißen.Und das, liebe Freunde, das ist, nach den ergiebigen Vorarbeiten deSvorigen JahrhunderS, durch die von Gott getrennte Wissenschaft der gott-losen Philosophen, der Freimauerer und Jlluminaten, der vermeintlich auf.geklärten Plostssoren, Jugendlehlcr und Schulmeister, auch, und das ver-schweige ich nicht, vieler verweltlichten Priester, in unserm Jahrhundertgelungen; unsere zeitlichen Verhältnisse sind von dem Christenlhume losge-rissen; und darum, uno nur darum haben sich dieselben seit 50 Jahren
hebet auf ringsum euere Augen, und schauet! Schauet die unermeßliche Wirkungen deS nun einmal in unserer Welt überall vorhandenen BösenMenge, deren Zahl Viele, viele Tausende ist: sie Alle haben sich versam-^nicht zu widerstehen vermögen. Ich sage eS, und bin davon innigst über-melt, sie Alle sind gekommen, vor allen Dingen durch ihre Gegenwart zu zeugt, und die Weltgeschichte hat eS mich im Verlaufe ihrer Jahrtausende
bekennen, daß sie bei Gott dem Vater, bei Jesu Christo und bei dem hei-ligen Geiste halten, leben und sterben wollen; zu bekennen, daß ihre Ehreist im Namen Christi , und ihr Ruhm im siegreichen Kreuze; zu bekennen,baß sie unbekümmert um Hohn und Spott der Widersacher, unrer demPanier des Kreuzes siegen oder sterben wollen: und Keiner von ihnen ist,der nicht freudig und frohbegeistert einstimme m den Jubelruf: „Gelobtsey Jesus Christus!"*) . Ueber alles Erwarten herr-
lich habt ihr eingestimmt in den Jubelruf zum Preise Christi ! Ist darumnicht diese Versammlung eine wahrhafte..Erscheinung Seiner Herrlichkeit?Wohlan denn. so erhebe dich, du mit feierlichst begrüßte christliche Ver-sammlung, erhebe dich, uno leuchte; denn hier ist dir dein Licht gekommen,und der Glanz Gottes ist über dich aufgegangen! Du feierst hier ein Herr-licheS Pfingstfest, und gibst Zeugniß von der allmächtigen Kraft des Gei-fieö, der über dich auSgegossen wurde: du feierst auch das Pfingstfest,das Fest der Erstlinge des allen Bundes: denn diese Versammlung ist die
klar erkennen lassen, so lange nicht wieder die Staatsbürger Christen, unddie menschliche Gesellschaft christlich, und die Familien Pflanzschulen deSChristenthums sind, so lange nicht Staat, Gesellschaft und Familie, Jeg-liches innerhalb deS Kreises seiner Wirksamkeit das Christenthum frei undunbeirrt walten, und sich selbst durch baS Christenthum gestalten und vondem Christenthum durchdringen läßt, so lange kann in Staat, Gesellschaftund Familie der Geist der Ordnung nicht zurückkehren, und eS kann nichtRuhe und Friede werden; und, daß ich mich wieder eines BildeS bediene,das Schiff unserer Zeitlichkeit wird von dem Sturme der wild auslosendenWogen verschlungen werden, wenn wir eS noch länger verschmähen sollten,den Nothanker auszuwerfen, und unser nothleibendeS Schiff an den Ankerder Erbarmung, wie die Seeleute sprechen, anzuhängen, daS heißt, wennwir nicht bald, bald die Rettung dort suchen, wo allein sie zu finden ist,nämlich in der Rückkehr zu unserm so leichtsinnig verlassenen Christenthume.Seht, liebe Freunde, darum habe ich, ein weltlicher Redner, einen
erste, sie ist das Opfer der Erstlinge in diesen reich gesegneten Fluren, l christlichen Rebeton vor euch angestimmt, und Jeder, der eS gut meint mitJa, Ja, daS Volk deiner Brüder, nahe und fern, muß wandeln in der-!der Menschheit, und Jeder, der Erbarmen trägt mit den schweren Drang-nein Lichte, und die Fürsten der Finsterniß werden weichen: denn, so sang!salen, welche unsere Gesellschaft betroffen haben, Jeder, der da helfenin diesen Tage» die Kirche, und so wird sie noch einmal singen: „Wenn!möchte, Noth und Elend unserer Zeit zu lindern, der kann gewiß nichtssich der Herr erhebt, so werden zerstreuet Seine Feinde, Besseres thun, als für sich selbst und vor Anderen, und bei jeglicher Gr-und eS fliehen vor Sein ein Ange sichte die, so Ihn h assen!"! legenheit in die christliche Rede einzustimmen, und durch die That undAber, liebe Freunde und Brüder, ihr wundert euch vielleicht, und!durch selbsteigeneS christliches Handeln und Wirken zu beweisen, daß seine
christlichen Worte und Mahnungen nicht bloß leere Reden sind.
Und damit ich nun auch an einem Beispiele recht praktisch und deut.lich zeige, wie all unser politisches Streben, getrennt von Religion undChristenthum , nicht nur eitel und fruchtlos ist, sondern gerade zum Gegen-theile des erstrebten Gutes hinführt, so will ich bei dem allgemeinen Lo-
fraget mich: Wozu alle diese deine frommen, geistlichen Reben, da wirvon dir, dem Laien und Weltmanne, vielmehr weltliche, politische, unserebürgerlichen und geselligen Verhältnisse berührende Reden zu vernehmenhofften? Die Religion gehört in die Kirche, und um sie zu verkündigen,haben wir unsere Priester. So rede denn du von dem, was deine Sache
ist, und greife nicht mit ungeweihter Hand nach dem Heiligthume deS, sungSworte unseres Jahrhunderts,'und zumeist unserer sturmbewegten Tage,Priesters! Liebe Freunde, solche und noch viel andere Einreden müßte ich ^-stehen bleiben. Freiheit, Freiheit! daS ist daS Zauberwort, daS diemir wohl fürerst gefallen lassen, wenn Ihr sie erheben wolltet. Fern von! Welt nach allen vier Winden hin in die gewaltigste Aufregung bringt, daS
mir sey eS, mit unheiliger Hand daS Heiligthum zu entweihen, oder mitj selbst die Besonnensten unter unS gleichsam zu einem rasenden Veitstänze
frecher Anmaßung mich einzudrängen in daS Allerheiligste, ohne dazu beru-^zu verhexen vermag. Und die Freiheit, daS ist etwas so Schönes, sofen zu seyn gleich Aaron! Aber, merket auf und erkennet mit mir, was Liebliches, so der menschlichen Natur Angemessenes, daß der nicht werth
^ ^ ' ' ' könnte. Freiheit
Freiheit kann die
- , ., . „ , . > die hohe Würde
zwar nicht nur im Allgemeinen auf einer sogenannt christlichen Sittenlehre > ihrer ewigen Bestimmung erreichen. DaS Heidenthum erkannte keine Frei-ohne Glauben und Gottesdienst und Kirche, sondern auf dem ganzen unzer-^heit deS menschlichen Gesetzes, und dieß brauche ich nicht erst zu beweisen:theilten, geoffenbarten, positiven Christenthume mit seiner ganzen Glau-! das Christenthum aber ist gekommen, und hat die Menschheit frei gemacht;LenS- und Sittenlehre, mit seiner Kirche und seinem Gottesdienste. Und! dieses beweise ich ebenfalls nicht: wer eS nicht weiß, daß die MenschheitLiese Grundlage deS Christenthums ist für den Bau unserer Staaten, un-! durch den Sieg des Christenthums befreit, und nach und nach im Ver-
serer Gesellschaft und unserer Familie etwas so absolut Wesentliches, daß ^ lause der christlichen Wiedergeburt durch die Kirche in die volle Freiheit
mit dem Schwinden des christlichen Unterbaues daS ganze Staats-, gesel-lige und Familicngebäude nothwenig in Trümmer zerfallen muß. DaSaber ist der große, entsetzliche, auf unserm Jahrhundert lastende Fluch,
eingesetzt worden ist, wer dieß nicht weiß, der mag eS aus der Geschichtelernen, oder einstweilen glauben, oder — auch nicht glauben. Diese
. , .... ... , . . __ Freiheit aber stand im Christenthum unzertrennlich verbunden mit der Ge-
Laß daö unausgesetzte Streben desselben dahin geht, den Staat, die Ge-^sctzmäßigkeit: „Freiheil und Gesetzmäßigkeit" das ist der durchaussellschaft und das Haus von jener christlichen Grundlage zu verrücken, christliche Wahlspruch unseres Allerdurchlauchtigsten KönigeS. Keine Frei-unv für dieselben einen anderen, angeblich selbstständigcn Unterbau aus!hrit ohne Gesetzmäßigkeit; denn Gesetzlosigkeit, oder schrankenlose sogenannteihnen selbst herauSzubauen und unterzuschieben. Man will Christenthum Freiheit ist Willkür jedes Einzelnen, d. i. unvermeidliche Knechtschaft Aller.
Darum entstand und bestand und blühete die Freiheit im Christenthumvon mehr als 5000 Versau,' vermöge deS strengen und freiwilligen Gehorsams gegen die Gebote Gottes
und gegen die Gesetze der von Gott verordneten weltlichen, wie geistlichen.Obrigkeit. DaS Christenthum wieß einen Jeden, weß Geschlechtes, Stau-
') Bei dicscn Worten brach die unermeßliche Menge von mehr als 5000 Bersam-mkllcnnilt entblößtem Haupte in den dreimaligen Jubcirus aus: „Gelobt sey JesusChristus!" '