men im Innersten des Herzens zollen, nichts zu vergeben auch bei Anwen.duna der Vertrauenssprache.
Mit inniger Freude haben wir, Mitglieder deS katholischen Schul-lehrervereinS in Bayern , Eure in der AugSburger Postzeitung vom 12. d.enthaltene Erklärung über Euer Verhältniß zu dem Stanve der VolkS-Schullehrer gelesen. Ihr. sprechet darin den edlen Entschluß auS, dem
moralische Erziehung derselben, indem sie die Ansprüche der Religion vorAllem gewahrt wissen wollen.
Somit ist die gerechteste Hoffnung vorhanden, daß fortan Kirche,Schule und Elternhaus liebevoll einander in die Hände arbeiten, harmo-nisch bei dem EngclSgesckäfte der Erziehung zusammenwirken werden.Arbeiten aber diese drei Kräfte in heiliger Eintracht, mit gemeinsamer An-
vielfach bedrängten Stande der Schullehrer, den Erziehern der christlichen! strengung zusammen, wirken die heilige christliche Kirche, eine christlicheJugend, durch all Euern Einfluß und auf allen gesetzlichen Wegen auS Schule und eine christliche häusliche Erziehung einheitlich zusammen —seiner bedrängten Lage möglichst aufzuhelfen, und dahin zu wirken, daß! sollte da nicht auch eine christliche Jugend gebildet werden? Sollten diesedie Lehrer ein anständiges Auskommen erhallen, daß für ihre Wittwen und! drei Kräfte, welche die Jugend ganz in ihren Händen haben, nicht imWaisen Vorsorge getroffen, daß ihre berufsmäßige Bildung erleichtert und Stande seyn, bei eifriger Pflichterfüllung die zarte Menschenpflanzung auch
befördert und ihre staatliche Stellung in geeigneter Weise verbessert werbe. -^ --- ..... - -
Wir können unsere Dankgefühle gegen Euch, edle Männer, für diein erwähnter Erklärung ausgesprochene Gesinnung nicht in unsern Herzenverschließen, wir fühlen unS gedrungen, Euch dieselben hiemit auszudrücken,
Euch unsern aufrichtigen, herzlichen, tiefgefühlten Dank zu sagen für EureTheilnahme an unserm leider bisher häufig sehr bedauerlichen Schicksale;für daS in Liebe gegebene Versprechen, nichts zu unterlassen, waS zurVerbesserung unserer Lage dienlich -seyn kann. »
Von dem wirksamsten Erfolge werden die zur Aufbesserung seinermateriellen Zustände etwa noch nothwendigen Schritte des LehrerstanveSseyn, wenn Ihr, christliche Männer und Brüver, wenn das katholische Volkdieselben durch seinen mächtigen Einfluß unterstützt. Wir sehen daher bei bervonEuch unS zugesagten Hilfeleistung einer baldigen bessern, erfreulichern Zu-kunft entgegen. Unsererseits dagegen werden wir nicht versäuickn, so vielin unsern Kräften steht, zum wahren Besten, zur Gründung des zeitlichenund ewigen Wohles der heranwachsenden unS zur Bildung und Erziehunganvertrauten Jugend wirksam zu seyn.
Hiezu, zur Grundlage deS Menschenwohles rechnen wir »b« wreIhr, verehrtest« Brüver, als erstes Erforverniß eine wahrhaft christliche Ge-sinnung, welche in den Kindern anzustreben wir deßhalb stets als die wich-tigste Aufgabe unsers AmteS ansehen werden. Da Ihr aber, und zwar
gehörig zu beschützen vor den Feinden deS Heils, vor der bösen Welt undihren Aergernissen? O gewiß. Bei einheitlichem Wirken, bei thatkräftigemZusammenhalten der Priester, Lehrer und Eltern wird und muß mit Got-tes Segen eine bessere Zukunft reifen, und den Piusvereinen wird daSVerdienst zukommen, in so weit es Menschen zugeschrieben werden kann,das Vaterland gerettet zu haben. Jedem Unbefangenen leuchtet ein, daßder Verfall desselben von der herrschenden Irreligiosität, von dem schauer-lich um sich greifenden Unglauben, von der tiefen Versunkenheit in Lasteraller Art herrühre. In dieser Zeit der Gefahr der Auflösung aller Ord-nung, alles Bestehenden, der Unterdrückung alles Höhern und Bessern,da die Schlechtigkeit sich bereits kühn und mit Macht erhoben und allihren Gegnern den Untergang geschworen hatte; in dieser Zeit der Schei-dung, da alles Halde aufhört, Jeder sich bestimmt erklären und entwederauf die rechte oder linke Seite treten muß — erhoben sich die Piusvereineals der Kern deS katholischen Volkes, die sich entschieden für die WahrheitauSsprechen.
Ihre Hauptbestrebungen: Freiheit der Kirche von äußerm Drucke,Verschönerung derselben durch Vervollkommnung ihrer Glieder und Nach-haltigkeit des erstrebten Guten durch eine verbesserte, im Sinne deS Chri-stenthums zu handhabende Jugendbildung — sind ganz geeignet, die Kirchein ihrer Reinheit herzustellen, daS Christenthum in seiner lebenSfrischen
mit vollem Rechte, die Kirche als jene Anstalt erkennet, die von Gott Gestalt wieder hervorzurufen, und ihm den Triumph über Irrthum und.. .. . ... —- — ri, t,i>!^».- Unglauben, über Welt nnv Hölle zu verschaffen, so daß selbst die Feinde
der Kirche, wenn sie aufrichtig seyn wollen, sich gestehen und sagen müssen:Seht, dieß ist die wahre Kirche! Ganz richtig hat daher jener katholischeMann gesprochen, da er die Entstehung der PiuSvereine ein Ereigniß, einein ihren Folgen äußerst wichtige, großartige Begebenheit nannte.
Darum rufen wir Mitglieder des katholischen Schullehrervereins demPiusvereine Augsburgs so wie dem allgemeinen von ganz Deutschland begeistert ein dreimaliges Hoch zu, mit dem innigen Wnnschc, daß er diehohe ihm gestellte Aufgabe glücklich löse.
Mit ausgezeichneter Verehrung empfiehlt sich
Den Männern des AugSburger PiusvereinsAugsburg, den 19. Juni 1849.
Der katholische Schullehrerverein in Bayern. In dessen Namen der AuSschuß:
Zeheter, Präsect und Lehrer am königl. Schullehrer-scminar in Erchstädt.
Taver Betz, Schullehrer und Cantor in Landsberg .Joseph Stöckl, Schullehrer und Cantor in Landsberg .Honorius Lorenz, Schullehrer in Augsburg .
eingesetzt worden, die Menschen ihrer Bestimmung gemäß zu bilden; daIhr in den Priestern, den geweihten Dienern der Kirche, die AbgesandtenGottes ehret, die beauftragt sind, dieses Geschäft der Bildung und Eini-gung an allen Menschen, allen Gläubigen jeden Alters, «tandeö undGeschlechtes zu besorgen ; da Ihr also, und mit Euch gewiß auch alle wahr-haft katholischen Fami^nväter, die Bildung und Erziehung Eurer Kinder,in so weit Ihr dieselbe selbst zu besorgen gehindert seyd, der heil. Kircheund deren Dienern, den Priestern, mit vollem Zutrauen und aus wahremHerzcnSdrange überlasset, so können und wollen wir, als die Mitarbeiterder Priester beim EcziehungSgeschäfte der christlichen Jugend, auch nur indiesem Sinne, in innigem Anschlüsse an die Diener der Kirche in unsermBerufe wirken. Wir werden dieß aber nicht bloß deßhalb thun, weil Ihrals Väter der von unS zu bildenden Kinder es so wollet; sondern auchauS eigenem Antriebe, in der festen Ueberzeugung, daß ein gemeinschafl-l icheS Zusammenwirken der Priester und Schullehrer für eine gedeihlicheJngendbildung durchaus nothwendig sey.
Wir sind ferner der unumstößlichen Ueberzeugung, daß nur bei kirch-licher Leitung deS SchulerziehungSwesenS unter zweckmäßiger Belheilungerfahrener tüchtiger Schulmänner die Aufrechthaltung deS wichtigsten, desreligiös-moralischen Princips, in demselben garanlirk sey, und schon deß-halb verwerfen wir jeden Trennungsversuch, jede Emancipation der Schulevon der Kirche.
Der katholische Schullehrerverein BäyernS nimmt also dankbar an,
Piusvereine.
Köln , 11. Juni. Der Domvicar Kolping, welcher seit einem Vier-waS Ihr, hochverehrte Brücer, in Eurer Erklärung den Lehrern anbietet, i teljahre hier angestellt ist, wirkt in schöner Weise für die socialen Zustände
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und stimmt freudig und vollkommen ein in Las, was Ihr von ihnen ver-cher Gesellen. Derselbe hat bereits einen Gesellenverein hier gegrün-langet; kann aber bei Gelegenheit dieses Dankschreibens nicht verbergen,! bet, dessen erste Anfänge zwar klein und bescheiden, aber sicher vielver-caß auS genannter Erklärung ihm noch eine dritte Perle gar lieblich ent-! sprechend sind. Die schönen Erfolge deS GesellenvereinS, den Kolping ingegen schimmere, nämlich: die kräftige Mitwirkung der häuslichen Erzie-! Elberfelv begründet hat, und seine gesunden, auS dem Leben geschöpftenhung mit den Bemühungen der Kirche und Schule. ^Ansichten über die fragliche Angelegenheit, welche er bei der Generalver-
Der größere Theil der PiuSvereins Mitglieder besteht auS Familien-> sammlung der PiuSvereine im April und anderwärts oft entwickelte,väter». Liegt nun nicht schon in dem Umstände, daß sich diese einem! lassen unS daS Beste hoffen. (Katholik.)
Vereine einverleibt haben, der eine möglichst vollkommene Ausprägung deSChristenthums in seinen Mitgliedern zur Aufgabe sich gestellt hat, ein trif-tiger Grund, von denselben auch eine Kindererziehung im Sinne deS Chri-stenthums zu erwarten? Diese erfreuliche Hoffnung wird aber noch mehrgesteigert, ja zur Gewißheit gestempelt durch den Inhalt mehrgevachterErklärung, in welcher sie das lebhafteste Interesse auSsprechen nicht nur fürdie Bildung der Jugend überhaupt, indem sie sich deS LehrerstanveS sokräftig anzunehmen entschlossen sind; sondern insbesondere für eine religiös-
Dusseldorf , 10. Juni. Der Piusverein hat hier einen zahl-reichen'Anhang gefunden. Daß unter den Mitgliedern deS Vereins dieScheu vor der Politik groß ist, ist nicht zu verwundern. Die hiesigenZustände zeigen nur zu deutlich die Abgründe, welche die Politik der Reli-gion droht, und alle Ruhigdenkenven werden dahin einverstanden seyn,daß kirchliche Vereine in den reinpolitischen Fragen (wo diese die kirchlicheFreiheit betreffen, find sie schon kirchlich) leicht ihr Grab finden. (Kath.)
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