Confession angehvrig, gestorben ist. Bei ihm hat weder die Universität(denn er konnte für seine Vorlesungen kaum Zuhörer erhalten) noch dieWissenschaft (seine sänimtlichen Werke kosten 1 Sgr.) etwas verloren, aberfür das kirchliche Interesse ist sein Tod von nicht geringer Wichtigkeit.AIS nämlich nach der materiellen Beraubung der katholischen Kirche Schle-siens der Staat auch gegen alle Verträge und gegen alles Recht den gel-stigen Raub an ihr beging, ihr durch Verschmelzung der Leopvldtna nulder protestantischen Universität Frankfurt die ihr zugehörige Bilbungsanslallzunehmen, wurden für die neue Universität und die einzelnen in verleibenbegriffenen Facultäten Statuten und Reglements entworfen. In denen derkatholisch theologischen Facultät wurde daS Kirchenrechl, wie dieß auchnatürlich ist, zu den von und in ihr zu behandelnden Disciplinen gerechnetund bestimmt, daß, wenn für dasselbe kein eigentlicher ordentlicher Lehr-stuhl in der Facultät begründet werden sollte, die Stelle dieses Lehrersdurch einen Professor des kanonischen Rechtes in der juristischen Facultätverireten werten und dieser an allen den Geschäften der theologischen Fa-cultät Theil nehmen solle, welche diese Disciplin betreffen. Hieraus ergabsich von selbst, daß der oder einer der ordentlichen Professoren veS kanoni-schen Rechtes in der juristischen Facultät katholisch sehn mußte. Als katho-lischer Professor deS katholischen KirchenrechleS wurde nun ür. Regenbrechlvon der StaatSrcgierung angestellt Zu keiner Zeit hat derjelbe feine ihmals solchem obliegenden Pflichten erfüllt, und die Folge davon waren dieerheblichsten Nachtheile für die Diöccse. Zwar lasen Professor Dr. G-tzlerund l)r. Grosch kanonisches Recht, aber sie konnten den Mangel einesordentlichen Professors dieser Disciplin nicht ersetzen, und die Theologen,welche im kanonischen Rechte GraduS erwerben wollten, mußten sieb auandere Universitäten wenden. Daß nicht nach dezc Apostasie des ProfessorsRegenbrecht die katholische Facultät und die bischöfliche Behörde Schrittethaten, um, auf die Statuten der Facultät gestützt, dessen Entfernungzu verlangen, ist ein Vorwarf, den sie nicht von sich abwälzen können.Nun, nach dem Tode deS Professors Regenbrecht, ist das Hinderniß gewi-chen Die juristische Facultät hat beim Ministerium aber varaus angeira-gcn, den kanonistischen Lehrstuhl einem ihrer außerordentlichen Profefioren,dem Professor Wasserschleben, einem Protestanten und eifrigen frühern Gönner der Nongeaner, zu übertragen, dem katholischen Professor Dr. Gitzleraber den seit Unterholzner's Tobe unbesetzten zweiten Lehrpuhl deS römi-schen Rechtes, so daß daS katholische und kirchliche Interesse wiederum aufdas Schnödeste verletzt und die vom Staate im Reglement der katholisch-theologischen Facultät eingegangene Verpflichtung nicht erfüllt worden wäre.Unter diesen Umständen hat sowohl die theologische Facultät als die bischöf-liche Behörde sich genöthigt gesehen, bei dem Ministerium einzuschrcilen;Beide haben energisch die Berufung eines katholischen und katholisch gesinn-ten Mannes auf den Lehrsiuhl gefordert; wir wollen sehen, ob die Slaalö-regierung der Stimme der Gerechtigkeit Gehör geben wird. Möge Waffcr-schlcben Professor des protestantischen Kirchenrechtö werden, was wir sor-dern und mit Recht fordern, ist dann die Berufung eines Katholiken aufden Lehrstuhl deS katholisch-kanonischen Rechtes; wenig auch würde esnützen, wenn Professor Gitzler nebenbei die Verpflichtung, kanonischesRecht zu lesen, aufgegeben würde; das Reglement der katholisch-theologi-schen Facultät verpflichtet den Staat, entweder in derselben oder in derjuristischen Facultät einen ordentlichen Lehrer deS kanonischen Rechtes anzu-stellen. Die Augen deS katholischen Theiles der Provinz sind auf dieseAngelegenheit gerichtet; an ihr wird sich erproben, ob die StaatSregierungauch gegen die katholischen wissenschaftlichen Bedürfnisse Recht undGerechtigkeit zu üben gewillt ist. (Rh. V.-H.)
Wie«.
Wien. Am 5. Juli hat wieder einmal eine Ausschußsitzung deSKatholikenvereinS stattgefunden. Der hauptsächliche Gegenstand der Bera-thung war die Beantwortung deS Schreibens deS VereineS in BreSlau ,als deS gegenwärtigen Vorortes der Katholikenvereine Deutschlands, woriner um Mittheilung deS PcrsonalstandcS unsers VereinS bittet, und denBeschluß rer letzten allgemeinen Versammlung ankündct, die nächste Zu-sammenkunft im September d. I. hier in Wien zu halten. Jene Mitthei-lung, als auf Thatsachen beruhend, war natürlich kein Gegenstand derErörterung *); allein um so lebhafter entspann sich die letztere über die
*) Der Kathvlikenvcrein für Glauben, Freiheit und Gesittung in Wien , an demVcrhängnißvcllcii 15 Mai >848 gegründet, zählt in den Bezirken: innere Stadt, Lcvhvid-stadl, Landstraße, Mieden, Gnmvcndvrf, Sclwttenfcld, Altierckenfeld, Jcscphstadt, Alscr-vorstadt, LiäNenthal, Rcinderf, Hcrnals. mehr als 180» Mikgl eder; der ihm verbun-dene wohltätige Frauenrcicin hat in it Bezirken bei 900 Mitglieder. Außer Wien beziehen noch Zwcigvercinc in Würnih, Unterleobersdorf, Schöngrabcrn, Pocksiieß, Pil-
hinsichts dieses Beschlusses zu ertheilende Erwiderung. Nach vielen Für-und Gegenreden, bei denen sich vorzüglich die Herren Schwarz, HäuSle,Hock, Bannert, Brunner, Buol, Gruscha , Mundigler, Pusch, und dernach langer gefährlicher Krankheit freudig wieder begrüßte Groß bethellig-!tcn, wurde endlich mit allen Stimmen gegen eine (jene LeS Herrn VereinS-j Präses, Consul Schwarz) beschlossen, dem Vororte zu schreiben, daß manj der Zusammenkunft in Wien mit Freuden entgegensehe und alles aufbietenwerde, die entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen. Gleichzeitig sollei ein Gesuch an daS kk. Ministerium gerichtet und dasselbe mittelst einer: eigenen Eingabe und einer aus den Herren Knell, Bannert, Haubner,
! Mundigler, Putz (oder in dessen Verhinderung v. Patruban) bestehenden, Deputation dem hvchwürdigsten Herrn Fürsterzbischofe zur unterstützendeni Einbegleitung überreicht werden, worin daS Ministerium um Gestaltung! jener Zusammenkunft so wie, zur Vorbereitung für dieselbe, einiger Plenar-Versammlungen des Wiener -Katholikenvereins gebeten wird. Die Gesucheselbst, wie sie in einigen späteren Besprechungen, an denen auch die beijener Ausschußsitzung abwesenden Herren Bondi, Veith, Gschwandner undBermann Theil nahmen, festgesetzt wurden, so wie ihr Erfolg werdenspäter mitgetheilt werden. In die Ansicht des Herrn ConsulS Schwarz,jene Zusammenkunft dem Vororte gegenüber als während deS BelagerungS-standcs unthunlich darzustellen und sich die Gegenwart der deutschen Ver-eine für daS nächste Jahr zu erbitten, wurde ungeachtet dessen, waö fürsie geltend gemacht wurde, aus dem Grunde nicht eingegangen, weil eSlieblos gegen unsere deutschen Brüdcr und feige wäre, jene für unS wiefür sie so wichtige Zusammenkunft vorhinein abzulehnen, ohne zu ihrerZustandebringung das Aeußerste versucht zu haben, und weil die Vorgängein BreSlau wie in Berlin gezeigt hätten, daß bei der heilbringenden Rich-tung der Katholikenvereine selbst eine protestantische Regierung zu ihrenGunsten Ausnahmen vom Belagerungsstande gestatte. Es wurde im Laufeder Verhandlung auch der Nothwendigkeit erwähnt, daß außer Wien , aufdem flachen Lande und in den kleineren Städten, Katholikenvereine sichbilden, und dergestalt Glaube, wahre Freiheit und Gesittung in weiterenKreisen sich befestige, und augenblicklich erboten sich mehrere Geistliche undLaien als Missionäre in diesem Sinne überall zu wirken, wo die OrtS-geistlichkeit sie rufe. (Oesterr. VolkSfr.)
Aus den katholischen Missionen.
In einem (in der N. Sion mitgetheilten) Briefe deS Missionärs PaterDr. P. Lechncr O. 8. 8. <1.4. Carroltown Cambria Cosnty Pensylvania,den 2l. Mai 1849, lesen wir: „Da es allen Leuten in weit entferntenFamilien nicht möglich ist, zur Kirche zu kommen, so hält man von Zeitzu Zeit in deren Häusern Messe. Da versammelt sich dann die ganze Nach-barschaft; es beichten oft 10 — 20 Personen; und die Familie, die aufsolche Weise das Glück hat, Jesum sacramentalisch zu Gaste zu haben, mußzu einigem Ersatz ihn auch in seinen Gliedern gastiren. Bei solchen Mee-tings findet sich aus Neugierde auch hin und wieder ein Protestant ein, umden Vertrag des Priesters zu hören. AIS ich in der Pfarrei von einemManne hörte, der nie in die Kirche ginge und nie beichte, besuchte ich ihn,und meldete ihm, daß ich kommen wollte, in seinem Hause Messe zu lesen.DaS wirkte besser, als Alles. Wenn Jesus in daS HauS kommt, dann bekehrensich auch Zöllner. WaS trifft man doch nicht Alles in Amerika ? Eine Familieist hier, deren Haupt seit 30 Jahren nicht gebeichtet, das Weib noch nicht ge-tauft ist. Da der Mann zufälliger Weise zu mir kam, und im Gespräche dießvorkam, meldete ich ihm sogleich, daß ich nächstens zu ihm in das Haus kom-men würde, daS Weib zur Taufe zu bereden, da ja alle Kinder, 12 an der Zahlund schon groß gewachsen, getauft und gut erzogen waren. Die Thörichte sagte,es würde wohl besser seyn, dieß unterbleiben zu lassen, es würde nichts fruchten.Ich empfahl die Sache der Fürbitte deS unbefleckten Herzens Mariä, und gingin der gewissen Furcht, einen schweren Kampf bestehen zu müssen, in daS HauS.Doch sieh da, die ich als eine obstinate Heidenvettel erwartet hatte, antwortetemir auf meine Frage, ob sie denn nicht die heilige Taufe empfangen wolle, ganzbereitwillig: Ja. Und auf die Frage, ob sie auch überzeugt sey von der Wahr-heit deS Christenthums, der katholischen Kirche , antwortete sie wieder: Ja.Wer habe sie überzeugt? Antwort: poormang Lsteelimm ancl otlwr doolcs.Nachdem sie Lurch Krankheit einige Wochen zu Hause zu bleiben genöthigt war,empfing sie vorgestern den 19. Mai das Sacramcnt der Wiedergeburt. Was sieschon lange gethan, ihren Mann zur Beicht zu bereden, wird sie vielleicht jetztmit gesegneterem Erfolge thun."
lichsdvrf, denen bei 400 Mitglieder bcigetreten sind. Die uns verbrüderten Vereine inBrünn, Linz , Krcmsniünsicr, Admvnt gehören als selbstständigc Gesell>chasten, die thcil-wcise wieder in vielen Ablegern sich ausgebreitet haben, nicht in unsern Pcrsonalstanv.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.-
VcrlagS-Jnhaber: F. C. Kremer.