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nicht in eine Kunstausstellung, wie ich sie allenfalls zu Straßburg, Basel unv München sah. Sie sollen einfache HauSbilder seyn, an denen sichso manches katholische Herz Erheiterung, und vielleicht Belehrung holen mag.Dieß und nicht mehr hatte ich im Sinne.
A.
Procession, die sich von ferne her dem Oelberge nahet, bilden mit denGruppen der ruhenden Türken und wandernden Beduinen einen anmuthigenGegensatz, und bringen in die hehre Stille der Umgebung die wohllautendKerschbaumer. harmonischen Töne des jetzigen Menschenlebens lnnein. Treu nach derNatur und ergötzlich für das Auge sind da die Trachten, die Stellungen,ist die gcsammte Physiognomie der verschiedenen Nationalitäten aufgefaßt.
! Der Schreiber dieser kurzen Anzeige war selbst in Jerusalem; er istEure tvohlferle und bequem R sg A ) ^ ^ oft an der Stätte gestanden, von welcher Herr Halbreitcr sein Bild aus«
Jerusalem. «nahm. Die Freude, welche ihm daS Anschauen von LöfflerS Rundgcmäldc
Eine solche bietet sich in diesem Augenblick in München dar, und sie! gewährte, kam der Freude eines wirklichen Wiedersehens nahe; einesist eS werth, daß sie nicht bloß von den Bewohnern unserer Stadt, son-! Wiedersehens jener Gegend, nach der ein Zug deS Heimwehes ohne Auf-dern von vielen andern näher und ferner wohnenden benutzt werde, welche! hören bei Tage wie im Traum der Nächte ihn hinführt,je in ihrem Leben einmal daS Verlangen fühlten, jene Stätte mit ihren, Herr Halbleiter veröffentlichte schon vor mehreren Jahren sechzigeigenen Augen zu schauen, der an hehrer Bedeutung keine andere auf Erden naturgetreue Ansichten aus Jerusalem und Syrien in vier lithographirtcngleichkommt. Ein edler trefflicher Künstler aus unserer Mitte, Hr. Ulrich!Blättern; ansetzt bietet er den Freunden solcher Darstellungen einen nachHalbleiter, der vor fünf Jahren daS heilige Land besuchte, hat eS sich größerem Maaßstab ausgeführten meisterhaft gelungenen Kupferstich deSdort zur ganz besondern Aufgabe gemacht, Jerusalem und seine Umgegend eben beschriebenen Panorama'S dar, welcher von einem erläuternden Tertmit möglichster Treue aufzufassen und in einer Zeichnung darzustellen, in vier Sprachen begleitet um 5 fl. zu haben ist.
Der Standpunct, von welchem aus er sein Bild aufnahm, war der vor-theilhafteste von allen: er wählte sich dazu den mittleren Gipfel des Oel-bergeS, den alten niedren Thurm bei der AuffahrtScapelle, von welchemman die ganze heilige Stadt und daS Land weit umher überblicken kann.Die Gewissenhaftigkeit, mit welcher er sein Werk ausführte, ging so weit,daß er nicht nur die einzelnen Gebäude der Stadt, sondern die Fenster dcrj
Winke zur Hebung der katholischen Presse.
(Fortsetzung.)
WaS die Ausarbeitung deS Stoffes und die Versendung der Aufsätzein Fronte anstehenden Häuser ihrer Stellung und Zahl nach, daß er jedei^E^ so dürfte dabei Folgendes zu beachten seyn:
Zinne der Stadtmauer, jeden Baum und Felsenblock, jede AuSzackung deS ^ ^it kleinen Aufsätzen macht man am besten den Anfang, weil
fernen Gebirges beachtete und nachbildete. ES war in der That eine Arbeitim Schweiß deS Angesichtes; denn so heiß auch die Strahlen der Sonnebrannten, so stark ihr Glanz daS Auge blendete, durfte dennoch der eifrigeKünstler aus Furcht vor den herumstreifenden Beduinen sich keines Schir-mes bedienen; der Thurm, auf dem er stand, wurde nicht selten vomSturmwind der Wüste so stark erschüttert, daß sein morsches Gemäuerschwankte. Aber daS Werk. durch sein treffliches Gelingen, zeigte sichauch der daran gewendeten Mühe werth; man darf sagen, ein solches treubis inS kleinste ausgeführtes Bild von Jerusalem , ein solches PanoramadeS merkwürdigsten Theiles von Palästina, vom Oelberge auS, ist kaumnoch anderSwo zu finden.
Dem Schattenrisse der Halbreiter'schen Zeichnung hat nun ein andererhochbegabter Künstler, August Löffler , das eigentliche Leben der Far-ben gegeben. Es ist ihm dieses in solcher meisterhafter Weise gelungen,daß der Eindruck, den der Anblick seines großartigen Rundgemäldes macht,in so wunderbar lebhafter Weise den Beschauer über Land und Meer dahinversetzt, in LaS Land seiner Jugendträume, als stünde er selbst leibhaftauf dem Oelberge. Der Künstler hat die Farben der Natur, er hat dieWirkung deS Sonnenlichtes und der Schatten so kräftig und zugleich sozart in seiner Hand, daß daS Bild, je länger man hineinblickt, desto mehrzu einem wirklichen Boden der Berge und deS Thales, zu einem Waldeder Oelbäumc, zu einer aus festen Steinen gebauten Stadt wird. Maje-stätisch schon erhebt sich vor unsern Augen mit seinen prachtvollen Bauwer
dabei die Geduld am wenigsten ermüdet. Hierzu eignen sich zunächstCorrespondenzen und kleine Bilder aus dem Leben, Charakterzüge u. s. w.Wie Correspondenzen gehalten sevn sollen, lernt man schon aus den Blät-tern, die man sich hält; für letztere jedoch (Bilder auS dem Leben u. s. w.)ist es gut, wenn man sich erst gute Erzähler zu Mustern nimmt, z. B.Hebels Erzählungen deS Rheinländischen Hausfreundes, SilbertS legenden-artige Schriften u. s. w. sind treffliche Muster. Jede Woche sollte wenig-stens Etwas, wenn auch nur wenig gearbeitet werden*); dann würde eSbald besser gehen und man könnte dann, wenn man Lust dazu hat, mitgrößeren Artikeln sich beschäftigen. Gute Muster zur Ausarbeitung solcherfindet man in den bisherigen Jahrgängen deS Katholiken, der Neuen undAlten Sion, in WestermayerS Hausfreund, im Kölner PiuSblatt u. s. w.Sogleich mit einem größern Artikel anzufangen, ist nicht anzurathcn.
2) Hat man gesunden, daß man für einen bestimmten Zweig derDarstellung besondere Lust und Fähigkeit hat, so cultivire man diesen ammeisten und beschäftige sich mit andern Artikeln mehr nur ausnahmsweise.ES ist natürlich besser, daß Einer nur Arbeiten von einer Art und zwaretwas Tüchtiges liefert, als Allerlei und dieses mittelmäßig. Hat man inseinem Wohnorte einige Freunde, die Lust und Fähigkeit zu solchen Arbeitenhaben, so wähle man sich ein katholisches Blatt der eigenen oder benach-barten Diöcese auS, in welches man seine Arbeiten schickt. AlSLann ver-theile man wo möglich die Arbeit nach den Neigungen und Talenten, sodaß der Eine daS Correspondiren, der Andere die Ausarbeitung von Er-
len der hehre Morija, die Stätte deS Salomonischen Tempels; weiter!^,, der dritte die Behandlung von Zeitfragen, der Vierte daS Ueber.hinanwärtS glänzt im Strahl der Sonne die Kirche des heiligen Grabes, !^n übernimmt u. s. w. Je besser diese Thätigkeit organisirt wird,und wre ein Fels, an dem sich die Wogen der Ereignisse einer langen mehr kommt eS der Zeitschrift, welcher man seine Kräfte widmet, zuReche von Jahrhunderten brachen, ohne ihn zu verletzen, der HippikuS- 1 statten. Dieser Vorschlag ist nicht etwa bloß ersonnen, er hat sich durchthurm oder die Zionöburg. ES ist der Genuß eines Pilgrims, der von ^ Ausführung, durch die Erfahrung bereits als gut bewährt. Die Ar-einer der geweihten Stellen der hochgebauten Stadt, dieser Königm m^^en können vor dem Absenden gegenseitig zum Durchlescn und Beur-Wtttwenlrauer, zur andern wandelt, welcher hier dem Beschauer zu Theil ^ilen ausgetauscht werden.
wird, wenn er zu seinen Füßen Gethsemane, im Walde der uralten Oel - ^ jst nicht gut, daß Einer mehrere Blätter zu gleicher Zeit
bäume daS Thal Josaphat, durch das der Kidron seinen Lauf nahm, vor unterstütze, weil dadurch die Thätigkeit zu sehr zersplittert und die Blättersich sieht, dann sein Auge erhebt und von dem goldnen Thore, von der ^cht gehörig unterstützt werden. Die verschiedenen Zeitschriften können jaStalte, da Christus der Herr seinen Einzug der Palmen hielt, hinein in ^ gewünschten Vollständigkeit wegen das Wichtigste von einander auS-das Innere der Stadt blickt, wo sich ihm zur Rechten wie zur Linken die zuweise oder abdruckend entlehnen. Bloß im Falle, daß Mehrere sich zuDenkmale jener großen Ereignisse zeigen, bei denen die Erinnerung m ^nem kleinen Mitarbetler-Verein verbinden, wäre ein Unterstützen mehrererseliger Stille feiert. Dort gegen Süden hin leuchtet der Spiegel deS todten Blätter zu billigen, wobei aber immer als Grundsatz gelten müßte, daßMeeres rm Schein der Sonne, und jenseits demselben erhebt sich das Ge. ^ Zeitschrift der eigenen Diöcese u. s. w., die man hauptsächlich unter-
birge, von dessen Häuptern unS die heilige Geschichte den PiSga und denNebo nennt; im Norden treten Ephraims Gebirge und die fernen Höhenvon Samaria hervor. In der That, der Künstler hat die Weihe empfun-den, welche auf der Natur dieses Landes ruht; waS er selber empfand, daStheilt sich jedem empfänglichen Beschauer seines BildeS mit.
Noch ein anderer ausgezeichneter Künstler, der Historienmaler Fer-dinand Piloty , hat der reichen Landschaft ihre lebenden Bewohnergegeben. Der Anblick der Pilger und einheimischen Christen, welche hierim Vorhof der Capelle die Feier deS HimmelfahrtStageS begehen oder dortim Schatten der Bäume und Zelte des schönen Festes sich erfreuen, die
stützen sollte, die Hauptarbeiten zugewendet würden.
WaS ich im bisher Gesagten vorgeschlagen habe, darf mir in Aus-führung gebracht werden, und man wird sich von dem guten Erfolge baldüberzeugen. Absichtlich bin ich bei Behandlung mancher Puncte so ziem-lich inS Einzelne eingegangen, so daß eS hier und da scheinen könnte, alsstreife die Anleitung zuweilen an Kleinlichkeit; allein ich habe daS mitbesonderer Rücksicht auf unsere Gelehrtenschulen gethan. An denselben wird
') Dieß sage ich ganz besonders in Hinsicht auf die eigene Ausbildung und Uebungder Mitarbeiter von Zeitschriften.