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Neunter Jahrgang.
M 42.
21. Oktober 184S.
Die Bäter de- siebenten Conciliums von Baltimore
an die Herren Präsidenten und Directoren des Bureau'Sdes Nordens und Südens für Verbreitung des Glaubens.
Baltimore, den 14. Mai 1849« Geehrte Herren! Die VaterdeS siebenten Conciliums von Baltimore haben nun beschlossen, daß dieErkenntlichkeit der Kirche in den vereinigten Staaten für die zahlreichenWohlthaten, welche sie durch Ihre edle Gesellschaft empfangen haben, durcheinen feierlichen Act und durch den Mund eines unserer Brüder, der inder Nähe des heiligen Stuhles sich befindet, kundgegeben werde. Kaumfind 3 Jahre verflossen seit der Vereinigung der Bischöfe dieser Provinz,die damals ihrer 23 waren, und nun fitzen wieder auf derselben Stelle 2Erzbischöfe und 20 Bischöfe, und bedauern nur die Abwesenheit zweieranderer Prälaten, die durch die zu große Entfernung an der für denKatholicismus so segensreichen Vereinigung Theil zu nehmen gehindertwaren.
Die Zukunft der Kirche, welche anderswo sich überall mit einergeheimnißvollen Wolke zu umziehen scheint, die, wie vorher gesagt, MomentedeS KampfeS, der Prüfungen und deS Sieges entfalten wird, dieseZukunft enthüllt sich unS mit Hoffnungen, Tröstungen und mit der Stärkeeiner noch jungen Kirche, die wie ein neuer Weinberg immer vergrößert,und die bald unter ihren Arbeitern 6 Erzbischöfe und 30 Bischöfe zählenwird. Außer dem weltlichen Klerus haben wir als Mitarbeiter noch neunreligiöse Gesellschaften, köstliche Theile der streitenden Kirche, die nichtweniger die Hirten wie die Gläubigen erbauen, und deren Zweige sich vonTag zu Tag mehr ausbreiten. Auch unsere religiösen Gemeinden bieteneinen erfreulichen Anblick dar. Spitäler, Aufenthaltsörter der Waisen,Armenschulen, Pensionate für die Wohlhabenden, Institute ohne Zahlblühen unter der Leitung Gott geweihter Jungfrauen auf, und nur einGedanke ist eS, der unS betrübt, nämlich nicht allen Kindern den Glaubenund die Wohlthaten einer religiösen Erziehung angedeihen lassen zu können.
Sie werden, meine Henen, leicht die Unermeßlichkeit unsererBedürfnisse und die Größe unserer Verantwortlichkeit ermessen können,wenn Sie erfahren, daß die europäische und katholische Auswanderungdieses Jahr die Zahl von 250,000 Köpfen überstieg. Die Auswandererfind mit geringer Ausnahme meistens arm und aller Hilfe bar, sind durchHungerSnoth und Revolution nach Amerika getrieben worden, suchen hiereine Eristenz, die ihnen die alte Welt nicht mehr bieten konnte, und dieseArmen bedürfen nun Kirchen, Geistliche, ihre Kinder brauchen Belehrung,geistiges und gar oft auch leibliches Brod. Bedenken Sie, meine Herren,daß durch die jährliche Zunahme der Katholiken wir auch jährlich für300 Priester sorgen müssen, 300 Kirchen zu erbauen und 300 Schulenzu errichten haben. — Hier unsere Lage. Die am meisten begünstigt,und am festesten stehen, die genügen dem Geschrei und dem Bedürfnisseder Menge nicht, und diejenigen, welche erst im Entstehen sind, und welchenur eine schwache, zerstreute und arme Bevölkerung haben, haben nocheine zu wenig gesicherte Eristenz, und schmachten noch immer unter dem' Druck der Armuth. !
Die Liebe zu Jesus Christus, meine Herren, drängt uns, IhremSchutz und Ihrem Eifer die Kirche, deren Hirten wir sind, anzuempfehlen.Welch wichtiger Theil im Weinberg des Herrn ist sie nicht! sie breitet sich!von den Ufern deS LorenzoftromeS bis zum stillen Ocean, von Canada^bis nach Mexiko aus, sie theilt die Schicksale deS Volkes, wo sie bereits!tiefe Wurzel gefaßt hat, und bereits dient sie ihrer südlichen Schwefletzur Stütze, da die zahlreichen zwischen Amerika und China gelegenen Inseln ierst vor Kurzem unsere Missionen zu Hilfe gerufen haben.
Eine andere Thatsache, die wohl Ihrer Weisheit und Ihrer Beachtung,werth ist, ist diese, daß wir nicht auf Sand bauen, sondern daß wir hier'
daS Kreuz auf einem Felsen aufpflanzen, den nichts erschüttern kann, undmit jedem Schritte, mit dem wir weiter in den Wäldern vordringen, lassenwir einen unauslöschlichen Eindruck zurück.
Wir würden, meine Herren, viel weitläufiger über diesen Gegenstandverhandeln, hätten wir nicht unseren Vorsprecher ohnehin beauftragt, Ihnendie Bedürfnisse zu erklären, Sie mit unserer Lage vertraut zu machen;und Ihnen die dankbaren Gefühle unseres Herzens auszudrücken, die ambesten mit den Worten dcS>,.Apostels ausgedrückt werden können: „Wirhaben eine große Freude in unsern Brüdern und einen großen Trost inihrer Barmherzigkeit, denn sie haben die Liebe der Heiligen wieder auslebenund unter uns erstarken lassen."
Empfangen Sie, meine Herren, mit unsern httzlichen Segnungendie Gefühle unserer tiefsten Ehrfurcht.
Ihre ergebensten Diener und Brüder in Christo.
Samuel, Erzbischof von Baltimore .
Michl, Bischof von Mobile, Promotor.
An die Katholiken de- deutschen Reichs.
Vorwort zum katholischen VereinSboten von Dr. Büß.
Schon mit dem Ansang deS Aprils d. I. hatte ich die Herausgabeeines GesammtorganS für die sich mehrenden katholischen Vereine Deutschlands beschlossen und sofort begonnen. Ich habe in 4 Probenummern dieses Blattes,dem ich den Namen: Katholischer VereinS-Bote für daS deutscheReich gegeben, „die Entstehung der katholischen Vereine, die GründungdeS katholischen VereinS Deutschlands , der erster» Aufgabe, Verbreitungund Entwickelung deS letztem Wirksamkeit, den Zweck des Blatts" dargestellt.DaS Blatt fand bei den Katholiken freundliche Aufnahme. Allein in derZwischenzeit traten schon die Anzeichen der Stürme ein, welche sich baldin der deutschen Reichsversammlung, deren Mitglied ich war, erhoben, undsie, die Trägerin so schwerer Pflichten und so hoher Hoffnungen, ihrerthatsächlichen Selbstauslösung entgegen führten. Unter solchen Umständendurfte ich in der AuSstcht auf bevorstehende Störungen, auf meine unver-meidliche längere Abwesenheit auf Reisen u. A. nicht die Verantwortlichkeitund Herausgabe deS BlattS übernehmen. Ich beschloß, auf gelegenereZeit zu warten: diese ist da, und noch größer daS Bedürfniß. Der katho-lischen Vereine sind immer mehr geworden; aber ihre innere Befestigungist an mehreren Orten unvollkommen geblieben. Man redet in drängenderZeit zu viel und handelt zu wenig. In manche Vereine hat die politischeErschlaffung der Nation auch die Lähmung geworfen, in andere Vereinehat sich die politische Trennung der Bürger zersetzend hinein gezogen:anderSwo ließ man die Vereine aus angeblichem Mangel an Stoff derVerhandlung erschwachen. Hie und da hatten sich die Vereine auch einezu schwerfällige Gliederung, zum Beispiel eine zu starke Besetzung deSVorstands, gegeben. In einigen Vereinen find förmliche Spaltungenüber Hauptfragen, zum Beispiel über die Betheiligung der Vereincan der Politik, auSgebrochen. Auch in der Wirksamkeit deS deutschenGesammtvereinS vermißten Manche die praktisch fördernde Entwickelung.Störend wirkte auch an manchen Orten der Umstand, daß gerade die höhernStände sich von dem Vereine fern hielten, und die allem Menschlichenanhaftende Unvollkommenheit, Eitelkeit, Aufsehen suchend oder verletzt,Beugung deS VereinS in den Dienst deS politischen Interesses eines Landsoder einer Provinz. Alles das kann den Kenner der Menschen und deSöffentlichen Lebens nicht überraschen. Ist doch das deutsche VereinSwesenerst in der Wiege. Sey man doch billig: die katholischen Vereine haben