Ausgabe 
9 (28.10.1849) 43
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Neunter Jahrgang.

M 43.

S8. Octobcr L84N

Gruß und Dankschreiben *)

der im siebenten Provincial-Concilium zu Baltimore in denvereinigten Staaten von Nordamerika versammelten Erz-bischöfe, Bischöfe und Väter an Se. Ercellenz den Hochwür-digsten, Hochgebornen Herrn Fürsterzbischof in Wien, Prä-sidenten deS Leopoldinen-StiftungS-VereineS, so wie andie übrigen Mitleiter und Theilnehmer desselben in denk. k. österreichischen Erbstaaten.

(Aus dem Lateinischen.)

Eure Ercellenz!

Die wohlthätigen und frommen Gaben, welche seit mehreren Jahrendurch die Großmuth deS Leopoldinen-StiftungS-VereineS unter der weisenLeitung Euerer Ercellenz und der übrigen edelmüthigen Theilnehmer unSzum Anbaue und zur Befruchtung des neuen Weinberges deS Herrn inden nordamerikanischen Freistaaten zuflössen, haben bereits große Hilfeund wesentliche Unterstützung unseren aufblühenden Kirchen gebracht, unHnicht wenig zu unserer Beruhigung und demjenigen Troste beigetragen,welchen wir jetzt und schon seit längerer Zeit zur großen Ehre GottcS undzum Heile der unserer oberhirtlichen Sorgfalt anvertrauten Seelen in, reich-lichem Maaße schöpfen.

Als in dem verflossenen Jahre nach dem unerforschlichen RathschlufftGottes die politischen Zeitereignisse beinahe alle Theile deS christlichen Erd-bodens erschütterten und nicht minder auch daS Kaiftrthum Oesterreich be-trafen, befiel unS darum eine nicht geringe Furcht, daß sie auch aufdie Verwaltung deS frommen Institutes Einfluß nehmen und dessen ergie-bige Hilfsquellen zum großen Nachtheil unserer Missionen versiegen machenkönnten. Wir versäumten daher nicht, im lebendigen Andenken an dievielen und so großen unS von daher schon zu Theil gewordenen Wohltha-ten, den allmächtigen und barmherzigen Gott demüthigst und inständigst zubitten, er möge jene wildtobenden Stürme besänftigen und dem allbewcgtenEuropa den so sehnlichst gewünschten Frieden mit allen seinen himmlischenFrüchten verleihen, damit die christlichen Völker Deutschlands so wie an-derer Staaten wieder ein ruhiges Leben zu führen und dem Herrn unge-kümmert und unangefochten zu dienen im Stande wären.

Wir hegen das Vertrauen, daß diese unsere Bitten nicht ganz ohneErhörung blieben; denn obgleich die gewaltsamen und heftigen Staatcn-Zerwürfnisse noch nicht ganz beigelegt sind, hat doch zu unserem großenTroste und Aller Verwunderung die so preiSwürdige Leopoldincn-Gesellschaftzu wirken nicht aufgehört, und nach einem kurzen Zwischeuraum abermalsihee wohlthätigen Spenden fortzusetzen begonnen. ES ist fürwahr ein schöneS Zeichen und daS sicherste Unterpfand einer wahrhaft christlichen Liebe,so wie eines brennenden Eifers für die größere Ehre GotteS, daß unsereBrüder unter so vielfachen Bedrängnissen Unser und unserer Missionärenicht vergaßen. Wir können daher nicht umhin, ihnen auch, als unserenWohlthätern, den Tribut der hohen Achtung und innigen Verehrung zuzollen, sie mit den zartesten Banden der brüderlichen Liebe zu umfassen,ihre erduldeten widrigen Schicksale und Leiden als unsere eigenen zu be-klagen, und ohne Aufhören die göttliche Barmherzigkeit um jedwede nöthigeHilfe für sie anzurufen. Zugleich sprechen wir zu unserer beiderseitigenBeruhigung die freudige Versicherung auS, daß unser heiligster Glaube indiesen Ländern immer mehr und mehr verbreitet und die wahre Kirche Got-tcS von Jahr zu Jahr befestiget werde.

*) Eingelangt an Sc. Ercellenz den Hochwürdigsten, Hochgebornen Herrn Fürsterz-bischof Viycenz Eduard Milde in Wien, am 1. Juli 181S, durch den HochwürdigstenHerrn Bischof Dr. Michael Portier von Mobile, welcher nach Beendigung des Concilsbehufs der Sanctionirung der daselbst gefaßten Beschlüsse und kirchlichen Anordnungen §nach Europa an den heiligen Stuhl gesandt worden war.

Wir Alle, die wir unS zur Abhaltung dieses Conciliums versammel-ten, müssen einstimmig bezeugen, daß die göttliche Gnade schon großeDinge in den verschiedenen Provinzen unserer Freistaaten gewirket hat;allein, obgleich schon Vieles geschehen ist, so ist doch nicht zu längneii,daß noch MehrereS und noch so Manches zu vollbringen ist. ES sindz. B. in vielen Orten neue Kirchen zu bauen, Seminarien, Kollegien undSchulen zum Unterrichte und zur religiös»! Erziehung der Jugend, so wieselbst neue Diöcesen zu errichten, ältere zweckmäßiger zu bcgränzen undeinzutheilen, Allen die gehörige Kräftigung und erforderlichen Subsistenz-mittel zu verschaffen.

Uns stützend auf den Eifer, die Güte und Frömmigkeit des hoch-würdigsten, erlauchten und weisen Vorstandes, so wie der übrigen Leiterund Mitglieder der ausgezeichneten Leopoldinen-Societät hoffen und ver-trauen wir daher, daß sie, wie bisher, so noch durch viele folgende Jahre,Wohlthäter unserer Diöcesen und willkommene Werkzeuge in der Hand dergöttlichen Vorsicht zur Ausspcndung von Gutthaten für Uns seyn undbleiben werden!

Baltimore, den 13. Mai 1849.

Samuel, Erzbischof von Baltimore.

Michael, Bischof von Mobile, Promotor.

Johann Joseph, Bischof von Natchez , Promotor.

Fr. L'H omine, Secretär des Conciliums.

Die dritte Generalversammlung der katholischen Vereine

in NegenSbürg.

IV.

Gm linden am Traunsec, 10. Oct. Verzeihen Sie Ihrem Kor-respondenten, daß er den Schluß seines Berichtes über die denkwürdigeVersammlung der Abgeordneten deS katholischen VereineöDeutschlands in Rcgensburg. erst heute, und in so weiter Fernevon seiner Heimath, vor sich den herrlichen See, ringS um sich die schonniit Schnee bedeckten öberösterreichischen Alpen, niederschreibt. In deinfreundlichen Linz erübrigte ihm dazu keine Zeit, da der kurze Aufenthaltdaselbst mit einem AuSfluge nach St. Magdalena, von wo man eine weiteAussicht über die herrliche Gegend genießt, und mit einer sehr zahlreichbesuchten Versammlung deS katholischen VereineS, wobei außer den zweiMainzer Abgeordneten zum RegenSbnrger Kongresse auch die Herren Pro-fessor Dr. Baitz er, Licentiat Wick, beide auS Brcslau, geistlicher RathDr. Zehrt, Gymnasialoberlehrer Durch ard und Scminarinspector-benthal, letztere drei aus Heiligenstavt, anwesend waren, ausgefülltwurde. In der berühmten Abtei KremSmünster , welche Hurter inseinemAusfluge nach Wien " so trefflich geschildert hat, gab eS so viel zusehen, darunter namentlich die Sternwarte mit ihren bedeutenden Schätzenund daS Pensionat, zu hören und zu sprechen, daß beim besten Willenzum Schreiben keine Zeit herausgefunden werden konnte. So müssen dennSie und Ihre Leser mit einem Schlußberichte sich begnügen, der nur deß-halb weniger zusammenhängend erscheint, weil Ihr Korrespondent von derGröße und Schönheit der Natur, die er heute gesehen und von der er jetztnoch allenthalben umgeben ist, sich ganz hingerissen und überwältigt fühlt.

Unter den dem dritten AuSschusse, unter dem Vorsitze deS Hrn. Licen-tiaten Wick, übergebenen Anträgen befand sich der sehr wohlgemeinte,aber vielleicht nicht reiflich erwogene auf Einführung deS altehrwürdigenInstitutes der Diaconen und Diaconissinnen. Da die Thätigkeit, welcheLiesen beiden Ordnungen in der alten Kirche zugefallen, längst anderengeistlichen Körperschaften überwiesen ist, und der Verein in allem Derarti-gen nickt die Initiative zu ergreifen, sondern einfach den Bischöfen zu fol-