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Hiermit, mein lieber junger Freund! habe lch Ihnen zugleich „dieWege gezeichnet, die Sie einstens im Lanve Ihrer Hoffnungen zu betretenhaben." Unser Orden hat die Aufgabe: der amerikanischen unv zunächstzwar, aber nicht ausschließlich, der deutschen Kirche in Amerika (weil dieKathöli'cilät keinen Sprachunterschied kennet) zu dienen in der Verwendungfür Erziehung armer Knaben, die Priester werden wollen und können,zum Priesterstanoc. Seelsorgc treiben wir auch nebenher, oder, nach Zeitund Umständen, auch als Hauptsache, an Plätzen nämlich, wo wir fürunsere Hauptbestimmung nicht wirken können: aber vorzügliche Rücksichtmuß immer der Priesterbildung getragen werden.
ES versteht sich von selbst, daß wir, da wir als Benediciiner dasleisten wollen, daS Benedictinerleben zur höchsten Aufgabe haben, undErziehung und Seelsorge nur von der Wirksamkeit nach Außen zu ver-stehen sind. . . ^
Ein solches Wirken ist unserem Orden nicht fremd: biö uiS I3leJahrhundert waren die Bcnedictiner Missionäre, und alle ihre Klöster Aka-demien: und so lange sie es waren, blühten sie; als sie aufhörten, es zuseyn, verloren sie ihre Bedeutung, Glanz und Zucht. Es ist nicht nurhistorisch unrichtig, den BenedicUnern als solchen, d. h. dem Orden dieBefähigung und den Beruf zu solchem Wirken absprechen zu wollen, son-dern eS ist dieß vielmehr dem Orden so angemessen, daß gegenwärtig nurer das leisten kann.
Freilich brauchen wir dazu tüchtige Leute, aber doch weniger Gelehrte,als gute Bcnedictiner. ES wird daher gewiß sehr erwünscht seyn, wennSie und Ihre Freunde einst als gut gebildete Theologen zu uns herüberkommen; eS würde aber nicht minder erwünscht seyn, wenn Sie jetzt
schen des katholischen Glaubens in diesen Gegenden gefürchtet werden.Da brachen die Zeiten der französischen Revolution an, welche auch dieniederländische Republik erschütterte, und die Lage der Katholiken wesentlichveränderte. Im Jahre 1094 drangen die französischen Revolutionöheerebiö zur nieveren MaaS vor, und besetzten Limburg und Nordbrabant. Sienahmen in diesen Gegenden die den Katholiken geraubten Kirchen denProtestanten wieder ab, und gaben sie den rechtmäßigen Gemeinden zu-rück. In dieser Zeit kam auch die herrliche Hauptkirche zu Herzogenbusch wieder rn den Besitz der Katholiken. Daß die prächtige Haupikuche zuLreca nicht wieder m Besitz genommen wurde, lag an dir Zaghaftigkeitder katholischen Gemeinde, welche Bedenken trug, eine K.rche, deren Ver-mögen durch schlechte Verwaltung der Protestanten zu Grunde gegangen,unv die außerdem noch mit bedeutenden Schulden belastet war, zu über-nehmen.
Jetzt besitzt mitten im katholischen Lande die winzige protestantischeGemeinde noch immer diesen prachtvollen Tempel, mit seinem mächtigenThurme. Die Marmorgräber drinnen sind zerschlagen, später aber dieStucke wieder zusammengelegt, und daS Innere der Kirche ist durch ge-schmacklose Emporklrchen uno Gerüste gräulich entstellt. Als die Franzosenauch daö eigentliche Holland eroberten, konnten sie hier nicht in derselbenWeise verfahren, wie ui Nordbrabant und Limburg, weil die große Mehr-zahl der Bevölkerung daselbst protestantisch war. Auch hatten dieselbenwedcx Zeit noch religiöses Interesse genug, um mit Kraft in die innerenVerhältnisse deS Lanreö zur Verbesserung der Lage der Katholiken einzu-greifen. Die alten katholischen Kirchen blieben in den Händen der Prote-stanten, und die Zustände blieben für'S Erste im Allgemeinen dieselben
schon hier wären, und, weil voll guten Willens und guten Geistes, gleich ävic vor der Occupation. Doch hörte der gesetzliche Druck auf, allmäligam inneren KIvsterbau thätig mitwirkten, durch Ihren Eifer den Eifer der-Pelanglen auch Katholiken zu Ansehen und Aemtern, und der so langehiesigen Novizen belebten, stärkten, förderte». Auch lernt man Amerika niedergedrückte Geist der kaiholischen Bevölkerung athmete wieder freier auf.nur in Amerika kennen. Englisch lernt sich leicht. Daö Klima ist ziemlich!Eiuschieocn besser wurde es mit dem Jahre 1800, wo die sogenannte bata-wie daS bayerische. Der Tisch überall besser, alö in Deutschland gewöhn-> tusche Republik aufgehoben, und statt deren das Königreich Holland errich-lich nur bei unS schlechter, weil eS der Regel gemäß und eine Forderung tet wurde. Der erste König war Ludwig, Napoleons Bruder, ein Mannder natürlichen Armuth ist. Reiten muß jeccr Priester lernen — und eSivon milder, edler Gesinnung, dessen Andenken noch jetzt in Holland inist keine Kunst. Bier hat man nur in großen Städten — man vergißt! dankbarer Erinnerung fortlebt. Jetzt war sogar der Hof katholisch, undeS leicht. Wir stehen ^4 Uhr Morgens auf und gehen um 9 Uhr Abends! wenn gleich die Katholiken nichts weniger als bevorzugt wurden, so erhol-zu Bette, nehmen kein Frühstück, um 11 Uhr ein frugales Mahl, aber ttn sie sich doch sichtbar von dem lange über sie verhängten, beispiellosen.zenug für den Hunger. Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag essenwir Fleisch, die andern Tage Mehlspeisen; Abenvö (0 Uhr) tägllch Mehl
Drucke. An vielen Orten, besonders in Oberysscl an der westfälischenGränze, wo die Mehrzahl der Bewohner im katholischen Glauben erhaltenipcisen, außer an Sonn nnd Festtagen. Priester außer dem Kloster auf worden ävar, wurden ihnen manche früher gewaltsam entrissene Kirchen
Reisen oder Mission hallen nur die Kirchenfasten. In der Fasten essen
vir nur an Sonntagen Fleisch, auch die Laien sind Lurch daö Kir theil-
te bot an Abstinenz gebunden die ganze erste und letzte Fastenwoche und-.lle Mittwoche, Freitage und Samstage, und halten eS pünktlich. DenEhor beten wir um 4, 0, 9, 12, 3, 7'/2 Uhr. Wenn eS noth thut,
müssen auch die Studenten zuweilen den Brüdern in der Arbeit helfen
und thun eS gern. Musik wird fleißig geübt. Alle sind gesund und sehengut anS. DaS Gebäude, worin wir wohnen, kann 100 Mann zur Nothfasse»; eS wird in zwei Monaten fertig seyn. In Carrolstown (55 Meilenvon hier) sind 2 Priester und 3 Brüter; und in Newark, 9 Meilen vonNew Merk, sind 2 mit 1 Bruder. Letzteres eignet sich besonders zu einem
wiedergegeben. An andern Orten, wo solches nicht thunlich war, wurdeder Neubau katholischer Kirchen gestattet, auch wohl manchmal vvm Staateselbst unterstützt.
Von dieser Zeit begann wieder ein allmäligeS Steigen der katholischen Bevölkerung der Niederlande, LaS im beschleunigten Verhältnisse zunahmund zuletzt die Zahl der Katholiken auf ein Drittel der Gesammteiuwohnerdes Landes brachte. Aber zu früh wurde der König Ludwig dem Landeentrissen. Napoleon hob 18 lO das Königreich Holland auf, unv verleibtedaö ganze Gebiet dem französischen Reiche ein. Sehr zu bedauern ist es,daß unter der Regierung Ludwigs keine Sorge dafür getragen wor, daßdie kirchlichen Verhältnisse im Einverständnisse mit dem apostolischen Stuhle
Institute. Unsere Gegend ist sehr schön und gut cultivirt. Obst mehr,! geordnet, und daß Bischofssitze errichtet wurden. Als daher 1813 die
als in den besten Gegenden Deutschlands; aber kein Wein. In 3 Coun-! französische Macht gebrochen, und daö HauS Oranien - Nassau auf den
kieö stehen die Deutichen unter unserer Seelsorge — Westmoreland, In-! niederländischen Thron erhoben wurde, schwebten die Katholiken in Gefahr,riana, Cambria; auch Gränzbezirle anderer. DaS sind in Kürze unsere nur als eine geduldete ReligionSpartei in daS Verhältniß alter Abhängig-
Verhältnisse. Die Protestanten ehren uns, manche schmähen u»S auch, keil zurückversetzt zu werden.
aber Niemand hindert oder beschädiget unS. Kommen Sie bald, dann Man betrachtete protestantischer SeitS Belgien als eine gute Beute,schen Sie'S besser. Gute Gedanken schnell ausgeführt! Doch wie Gott will! als ein Land, LaS durch seine Vereinigung mit Holland protestantisirt wer-den sollte, und dachte nicht im Entferntesten daran, daß auS einer Ver-bindung mit einem ganz katholischen Lande auch den holländischen Katho-liken eine Kräftigung und Erleichterung ihrer Lage erwachsen müsse. Aber^die Katholiken in Holland begriffen nicht ihre Stellung. Statt den Bel-giern die Hand zu reichen, und, mit ihnen verbunden zu einer Seelenzahlgon 5 Millionen erwachsen, sich ohne Revolution im Staate eine freie,ehrenvolle Stellung zu erringen, verharrten sie in ihrer Apathie. Belgien .dagegen ging, waS freilich bei einer solchen Behandlung durch Holland Wie groß noch nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Zahl > selbst wohl zu erklären ist, den Weg der Revolution. Durch die Tren-
der Katholiken in den Niederlanden war, läßt sich nicht genau angeben,da die Zählungen der Bevölkerung damals überhaupt noch so unvollkom-men waren, und außerdem mit großer Parteilichkeit geschahen. Gewöhn-lich gibt man ein Fünftel der Gesammtbevölkerung als katholisch an; viel-leicht mag ihre Zahl doch wohl nahezu ein Viertel betragen haben. Auf
nung BelgienS sind die Katholiken in Holland wieder auf sich selbst ange-wiesen, und dem Drucke einer protestantischen Ueberzahl preisgegeben.Zwar hat man ihnen seit dem Jahre 1830 nach und nach einige Brockenhingeworfen. Man bat in Nordbrabant einigen Klöstern die Aufnahme vonNovizen gestattet, während in den übrigen Provinzen keine Klöster geduldet
jeden Fall aber hatte durch einen anderthalbhundert Jahre lang sortgesetz-! werden. Man hat in Nordbrabant und Limburg apostolische Vicareteil Druck die katholische Bevölkerung beständig abgenommen, und ohne ^ ernannt, während in allen Hauptprovinzen kein Bischof und kein apostoli«eine besondere Hilfe der göttlichen Vorsehung mußte ein allmäligeS Erlv-j scher Vicar fungiren kann. Man gestattet ihnen, ihre Kirchen auszubauen,