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lichen Eifers an den Tag gelegt hatten; dieſe wurden oft in Abtheilungen von 200bis 300 Perſonen getauft.
Nicht blos das Heidenthum verminderte ſich täglich mehr, auch in die Reihendes Proteſtantismus begann der Abfall einzureißen, von denen nicht wenige ſich indie katholiſche Kirche aufnehmen ließen. Jetzt erwachte aber auch der Neid des pro-teſtantiſchen Predigers; der Tempel des heiligen Geiſtes ſoll nie und nirgends ohneMühe, ohne Kampf, ohne Anfeindung aufgebaut werden. Um den Eroberungender Gnade ein ſchnelles Ende zu machen, wußte der Prediger die Ortsbehörde gegenden Miſſionär aufzuhetzen. Die Folge davon war, daß dieſem zuerſt alle geiſtlichenAmtsverrichtnngen auf's ſtrengſte unterſagt, dann aber ſogar er ſelbſt aus der Inſelverbannt wurde. Wie ſchwer es ihm fiel, ſeine treue Heerde zu verlaſſen, ſehenwir aus den eigenen Worten des Miſſionärs; er ſchrieb nämlich:„Wie ſchmerzlichfiel mir dieſe Trennung, da ich mit Gewalt mich der Liebe meiner Kinder im Herrnentriſſen ſah Die ganze Bevölkerung war herbeigeſtrömt, um meiner Abreiſe beizu-wohnen. Ich hörte um mich her nichts als Weinen und Schluchzen. In demAugenblicke, wo ich das Fahrzeug beſtieg, das mich wegführen ſollte, ſtürzten meineReubekehrten, Männer, Weiber, Kinder, Greiſe, Weiße und Schwarze, am Uferauf die Kniee, ſtreckten mir die Arme entgegen und beſchworen mich, ſie nicht aufimmer zu verlaſſen.... Ich hatte gemeint, ich opfere mich für die Ruhe dieſerguten Inſulaner, wenn ich den Verfolgern nachgab und ſtatt deſſen habe ich ſie inein Leidweſen gebracht das mir das Herz zerriß. So ward alſo die katholiſcheAnbetung des wahren Gottes verhindert, verpönt und aufs ſtrengſte unterſagt, wäh-rend der Heide aus jedem Lande nach ſeiner Art dem Teufel opfern und ſeine Göꜩenanbeten durfte, wie es ihm beliebte.
Der Miſſionär und die Seſchellaner hatten einen ſchriftlichen Proteſt gegendieſes intolerante, durch nichts gerechtfertigte Verfahren vorbereitet, welchen der Paterdem Generalſtatthalter auf Ile de France übergab, von dem ſodann die Schrift andie Königin von England befördert wurde. In Folge deſſen wurde nun nicht nurdie ungehinderte Ausübung der kathol. Religion auf dieſen Inſeln geſtattet, ſonderndie engliſche Behörde dortſelbſt erhielt auch einen ſtrengen Verweis für ihre bewieſeneUnduldſamkeit, die ſie überdieß auch noch dadurch an den Tag gelegt hatte, daß ſiedie kathol. Kinder mit Gewalt in die proteſtantiſchen Schulen, und die Schwarzendurch Gerichtsdiener in das proteſtantiſche Bethaus treiben ließ.
Während der Abweſenheit des Miſſionärs verſammelten ſich die Gläubigenalle Sonntage zum Gebete in der kathol. Kirche; die Anordnungen, die der Prieſterſchriftlich für ſie hinterlaſſen hatte, wurden auf's pünktlichſte befolgt, und ſo ver-harrte die kathol. Gemeinde im Glauben und in der Gemeinſchaft des Gebetes, bisnach ein paar Jahren wieder neue Hirten mit Vollmacht des oberſten Hirten, desPapſtes, und mit Zuſtimmung der Königin von England auf den Inſeln einzogen.
Statt des vertriebenen Miſſionärs kamen nun 1854 drei andere Capuciner-Väter als Miſſionäre an, und wurden vom Volke mit größtem Jubel empfangen.Neues Leben erwachte auf den Inſeln, Kirchen und Bethäuſer entſtanden an mehrerenOrten, die heiligen Sacramente wurden auf's eifrigſte empfangen, das Heidenthumſchwand immer mehr zuſammen, viele Proteſtanten kehrten zur kathol. Kirche zurückſo daß ſich der proteſtantiſche Prediger einer dieſer Inſeln ſelbſt für unnütz auf die-ſem Poſten hielt und freiwillig abzog. Dieſer beſchönigte nachher dieſen Schritt mitden Worten:„mit den Seſchellanern iſt einmal nichts zu machen.“ AltherkömmlicheLaſter und eingewurzelte böſe Gewohnheiten verlieren ſich immer mehr, währendZucht, Ordnung, Kenntniſſe, Sittlichkeit von Tag zu Tag mehr ſich verbreiten, ſodaß die proteſt. Beamten ſelbſt eingeſtehen, die kathol. Miſſionäre ſeien die beſtenHandhaber der Ordnung und der Polizei. Kloſterfrauen, die man von Ile deFrance herüberkommen ließ, beſorgen den Unterricht der Jugend und nehmen ſichganz beſonders um die ſchwarzen Kinder an. Arbeitsluſt und hiemit der Wohlſtand