fang ist, so erlangt Jeder, welcher sein Vergehen bekennt und bereut, leicht Verzeihung,und eS kommt nicht selten vor, daß Personen, welche dem h. Officium angezeigt zuwerden fürchten, der Anzeige zuvorkommen, und durch ein freiwilliges Bekenntnißihres Fehlers der Strafe entgehen. Die härteste Strafe, selbst für so grobe Ver-gehen, wie ich sie erwähnt habe, ist Einsperrnng, je nach dem Charakter des Ver-gehens, auf kürzere oder längere Zeit; in gewöhnlichen Fällen ist die zeitweiligeEinschließung in ein Kloster die einzige Strafe, welche tnseS,Tribunal, das einen sogefürchtet?» Namen trägt zu verhängen pflegt. (Schluß folgt.)
Ein kleines Bild von der großen europäischen Welt.
Dem im Jahre 1829 im Josephs-Hospital zu München verstorbenen ehemaligenMissionär Pater Wolfgang Bock wurde 1811, als er aus dem Oriente zurück-kam, von der Polizei verboten, in seiner Ordenstracht der Carmelitcr auszugehen.Da legte der kluge Pater schnell türkische Kleidung an, wozu sein schöner, langerBart gut paßte, und siehe, den die Polizei als Ordensmann nicht duldete, ließ sieals Türken ungenirt in der Stadt München erscheinen, was nicht geringes Aufsehenmachte, so daß ein Künstler den Pater im Türkenanznge abbildete, und der Kupfer-stich schnell vergriffen ward. Auch erhielt Pater Wolfgang in feinem TürkencostümAudienz beim Könige Mar Joseph, und ward mit 100 bayerischen Thalern beschenkt,um sich die Kleidung eines Weltgeistüchen anschaffen zu können. — Heutzutage scheintdie große europäische Welt auch den Grundsatz zu haben: Lieber Türk als OrdenS-mann! Den Thron der europäischen Türkei hat man mit größeren Opfern, als100 Thalern, gestützt und geschützt, und dem Obern aller Ordens- und Ehristeuleute,dem heil. VatH zu Rom, will man versagen und rauben, was er mit mehr Rechtbesitzt, als der Türke sein geraubtes Reich, und mit älterem Rechte, als alle FürstenEnropa'S ihre Kronen.
Tugend dem Könige sehr erwünscht gewesen sein würde... Rieh, der General-Fiscal, wurdezu More ins Gefängniß^gcschickr, um mit ihm zu verhandeln. More beobachtete hinsichtlichder Suprematie ein vorsichtiges Stillschweigen; er ließ sich nur zu der Bemerkung verleiten,eine Frage über das Gesetz in Betreff der Suprematie sei ein zweischneidiges Schwert; dieeine Antwort auf diese Frage bringe vas Leben der Seele, die andere das Leben des Leibesin Gefahr. Mehr bedurfte man nicht, um More des Hocbverraths anzuklagen. Sein Schweigenerklärte man für böswillig und verbrecherisch, unv jene Worte, die er hatte fallen lassen, legteman als Läugnung der Suprematie aus. Die gerichtlichen Untersuchungen waren unter die-sem Könige bloße Formalitäten; die Geschworenen erklärten More für schuldig. Er hatte seinSchicksal lange erwartet, und bedurfte keiner Vorbereitungen, um sich gegen die Schrecken desTodes zu stärken... Am 6. Juli wurde er im 53. Lebensjahre enthauptet." — „Viele andere,minder ausgezeichnete Männer", sagtHallam, „namentlich Geistliche, wurden später aus Grunddesselben Gesetzes hingerichtet." Hume sagt über die Hinrichtungen unter Heinrich VIll.:„Wir wissen nicht viel von der Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit des über diese Männer ge-sprochenen Urtheils, wir wissen nur, daß die Verurtbcilung eines Mannes in dieser Zeitnoch kein Beweis für seine Schuld ist." — „Heinrich", sagtHallam, „zeigte sich unparteiischin seiner Intoleranz, sofern er abwechselnd bald die eine, bald die andere der beiden streiten-den Parteien verfolgte. Ein Mal wurden drei Personen, welche seine Suprematie bestricken,und drei, welche die Transsubstantion gcläugnct hatten, aus demselben Karren zum Nicht-platzc gefahren."
Wenn das ein treues Bild von England im sechszehnten Jahrhunderte ist, verdientdann blos die spanische Inquisition des fünfzehnten Jahrhunderts unfern Tadel?
Preseott muß zugeben, daß Sirius IV. „den übermäßigen Eifer der Inquisitorentadelte, und sie sogar mit Absetzung bedrohte." Alexander Vl. setzte den Thomas dc Tor-'qucmada wirklich ab.