Ausgabe 
20 (1.4.1860) 14
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daß der Papst mir unterworfen sei, da Europa keinen anderen Herrn alsnur mich anerkennt. Herr Emery schien sich zu bedenken, weil er die per-sönliche Hosfart des Kaisers nicht beleidigen wollte und sagte unter Anderm zu-letzt die Worte: Sire! Sie kennen die Geschichte der Revolutionenso gut, wie ich; es ist möglich, daß, was jetzt besteht, nicht immerbesteht. Man muß also eine mit so großer Weisheit gegründete Ordnungnicht ändern. Bevor die Sitzung endete, fragte Napoleon einen der Bischöfe,ob es wahr sei, was Emery aus dem Katechismus gesagt habe. Auf eine be-jahende Antwort schickte er sich an sich zu entfernen; da ihm einige Prälaten be-merken wollten, Emery habe ihm vielleicht mißfallen, sprach der Kaiser: Ihr seidirrig, ich zürne ihm keineswegs, er hat wie ein Mann gesprochen, der seinenGegenstand kennt und ich sehe es gerne, daß man so mit mir spreche. Hr. Emerydenkt nicht wie ich, aber Jedermann darf hier seine freie Meinung haben. MitAchtung und Ehrfurcht grüßte Napoleon beim Vorübergehen, aber letztens denAbbö. Durch Uebermuth und Stolz verblendet, achtete er aber nicht auf dieletzten Worte seines wohlmeinenden Lehrers und wird sich wohl erst auf St.Helena erinnert haben, daß derselbe auch ein Prophet gewesen, weil,was einstbestand, nicht mehr war" und der große Kaiser zum kleinen General degradirtwurde. Gleiches oder ähnliches Geschick trifft ohne Zweifel Napoleon III- , wennderselbe wirklich es wagt, an die geheiligte Person des Statthalters Hand anlegenzu lassen und über das geheiligte Fürstenthum mit List oder Gewalt einen andernzu setzen als den, welchen die göttliche Weltregierung eingesetzt hat. Mögedaher dieser neue Franzosen-Kaiser die Katechese, dieLection, in welche er durchdie trefflichen Hirtenbriefe der Cardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe seines Reichesnoch zur rechten Zeit genommen wurde, nicht gleich den alten, für Meinung nur,sondern für eine Wahrheit halten, die ihn frei machen wird von schwerer Schuldund Strafe.

I'-'E:

Für -en KLrchenbau der armen Katholiken in Stargard und

Köslin

ist der erste Baustein von Augsburg angekommen in Gestalt einer10 st. Banknote! (Herzliches Vergelt's Colt dafür dem wackern, braven Manne«... D. R.)

Und schnell ist ihm ein zweiter gefolgt: Von Pf. I. P. L. 3 st.

Gebe Gott Segen und Gedeihen für und für!

Milde Gaben für die Mission in Prrleberg.

Durch X. IV. von mehreren Freunden der armen Pcrleberger,welche das Glück haben, in schönen und herrlichen Gottes-häusern ihre Andacht verrichten zu können .......

st. 18 kr.

Redaciiau und Verlag: Dr. M. H u tt l e r. Druck vd» I. M. Älcinle.