liche Fähigkeiten anreizen. — Während ihres VerweilenS anf der Insel sah mandie österreichischen Matrosen und Soldaten oft schaarenweise zu dem Bischof gehen,der ihnen seinen Segen und verschiedene geweihte Sachen gab. Auch nach der Ab-reise erfuhr man nicht das Mindeste, was den durch ihre Haltung bewirkten gutenEindruck geschwächt hätte. Noch muß ich erwähnen, daß die Fregatte vom Vorgebirgeder guten Hoffnung fünf Neger von 12—15 Jahren auf den Bord nahm. Um ihreSeelen zu retten, lernte der Schiffscaplan Marochiui ihre Sprache, machte grammati-kalische Bemerkungen, verfaßte ein kleines Wörterbuch, und brachte eS dahin, daß erihnen die vorzüglichsten Wahrheiten des christlichen Glaubens vortragen konnte. Erwurde ihr Schüler in der Sprache, nnd sie wurden seine Schüler in der Religion.Als sie in Neuseeland anlangten, waren sie schon so unterrichtet, daß sie hätten ge-tauft werden können; allein man verschob diese heil. Handlung anf eine noch feierlichereGelegenheit. — Das war unser größter Trost, den wir im Laufe des Jahres inunserer Drangsal und den Umtrieben hatten, durch welche die Lüge und der Irrthumdie Seelen Gott dem Herrn entreißen will. Die Mission in Neuseeland besteht seit23 Jahren; sie hat 2 Diöcesen und 30,000 Gläubige, darunter 25,000 Eingcborneund 5000 Europäer.
Pantine, das Weltkind, oder Weltfinu fuhrt zum Verderben.
Im Jahre 1839 lebte zu Freiburg in der Schweiz ein Mädchen von 18Jahren mit "Namen Pauline. Dieselbe war in ihrer frühesten Jugend rechtbrav, fromm und eingezogen, aber seit sie in die öffentlichen Gesellschaften mit-gehen, alle Vergnügungsorte besuchen und sich öffentlich sehen lassen durfte, seitsie von Vielen bewundert und von angesehenen Jünglingen verehrt wurde, dawar auf einmal der fromme Sinn bei ihr geschwunden. Sie dachte nur mehran irdische Dinge; Theater, Ball und Vergnügungsplätze waren ihre Lieölings-»rte, Romane ihre Lieblingsleetüre, schöne Kleider ihre größten Freuden, all ihrVerlangen bezog sich aus immer neue Vergnügungen. Sie floh das Gebet, ihreGebetbücher lagen bestaubt und ungebraucht in einem Schranke ihres Wohn-zimmers, das Crucifix mußte einem neumodischen Spiegel Platz machen, dasMarienbildchen mußte den von ihren Verehrern ihr geschenkten Nippsachen weichen,der Betstuhl mußte auf den Speicher wandern — kurz, wie in ihrem Herzen, sowar auch in ihrem Wohnzimmer eine große Veränderung vor sich gegangen.Sie mied die Kirche und den Gottesdienst, und vernachlässigte den Empfang derheil. Sacramente, was ihr früher immer so viel Trost und Freude gebracht hatte,sie brachte einen großen Theil des Tages vor dem Spiegel zu, entwarf immerneue Pläne, welche neuen Kleider sie sich noch beschaffen würde und selbst inihren Träumen beschäftigte sich ihr Geist stets mit Kleidern und sinnlichen Ver-gnügungen. Da warf Gott das gottvergessene Weltkind aufs Krankenlager. DieAerzte erschöpften ihre Kunst, um zu helfen, aber tagtäglich wurde es schlimmermit ihr. Man holte einen Priester herbei. Dieser erkannte sogleich, daß demLeben des Mädchens große Gefahr drohe und dasselbe bald sterben werde, undermähnte sie ernstlich, an Gott und ihr Seelenheil zu deuten und die heiligenSacramente als Vorbereitung aus die Ewigkeit zu empfangen. Er sagte zu ihr:Pauline, bereite dich zu beichten — denn du wirst sterben. Aber von allen demwollte sie nichts wissen. Unruhig schaute sie nach ihrem Kleiderschränke, richtetesich mühsam in ihrem Bette auf, blickte starr vor sich hin, dann seufzte sie tiefauf und schrie: O mein Gott und meine schönen Kleider! sank aus ihr Lagerzurück und war eine Leiche. — So weit, bis zur Unbußfertigkeit, führt die Liebezur Welt und ihren Eitelkeiten. M. 0.