keit, Religion, Treue und Ehrbarkeit der Sitten tagtäglich mehr untergrabenwerden. Ihr also, ehrwürdige Bruder, die ihr zur Theilnahme an unsererHirtensorgfalt berufen seid, und mit so großer Treue und Sündhaftigkeit undKraft zur Vertheidigung der Religion, der Kirche und des apostolischen Stuhleseuch erhoben habet, — fahret fort, mit noch größerem Muthe und Eifer dieselbeSache zu vertreten, und die euerer Obsorge anvertrauten Gläubigen täglich mehrzu entflammen, damit sie unter euerer Führung alle ihre Thatkraft, ihr Sinnenund Trachten unaufhörlich auf die Vertheidigung der katholischen Kirche unddieses heiligen Stuhles, sowie auf die Schützung der weltlichen Herrschaft diesesStuhles und des Erbtheiles des heiligen Petrus verwenden, indem dessen Ver-theidigung eine Pflicht für alle Katholiken ist. Und auch Das verlangen wirvon euch abermals und abermals, ehrwürdige Bruder, daß ihr mit uns und mitden eurer Obsorge anvertrauten Gläubigen die inbrünstigsten Gebete ohne Unter-laß zu dem allmächtigen und gütigen Gotte richtet, damit er den Stürmen unddem Meere Ruhe gebiete, damit er mit seiner sichtbaren Hilfe uns beistehe,damit er sich erhebe und seine Sache richte, damit er mit seiner himmlischenGnade alle Feinde der Kirche und des apostolischen Stuhles gnädig erleuchten undsie mit seiner allmächtigen Kraft auf den Weg der Wahrheit, der Gerechtigkeitund des Heiles zurückführen wolle. Und damit Gott , durch Bitten erweicht, umso eher sein Ohr hinneige zu unserem, euerem und aller Gläubigen Gebet, solasset uns anrufen vor Allem, ehrwürdige Brüder, die Fürbitte der unbeflecktenund heiligsten Gottesmutter und Jungfrau Maria, welche die liebevollste Mutterund eine feste Hoffnung von uns Allen, eine kräftige Schätzerin und Säule derKirche, und deren Fürbitte bei Gott so mächtig ist. Flehen wir ferner um dieFürbitte des allerseligsten Fürsten der Apostel, den Christus der Herr in seinerKirche aufgestellt hat als einen Felsen, gegen welchen die Pforten der Hölle nieetwas vermögen werden, dann auch seines Mitapostels Paulus und aller Heili-gen, die mit Christus im Himmel herrschen. Wir zweifeln nicht, ehrwürdigeBrüder, daß ihr nach eurer bewährten Frömmigkeit und priesterlichem Eifer die-sen unseren Wünschen und Bitten auf das Eifrigste nachkommen werdet. In-dessen aber ertheilen wir als ein Unterpfand unserer glühenden Liebe zu euch,aus tiefstem Herzensgründe und mit dem Wuirsche alles wahren Glückes, denapostolischen Segen euch selbst, ehrwürdige Brüder, und allen Geistlichen undLaien, die eurer Fürsorge anvertraut sind, mit aller Liebe.
Gegeben zum Rom bei St. Peter am 19. Januar 1860, im vierzehntenJahre unseres Pontificates.
Aus den MissionSbriefen der Gesellschaft Jesu .
China. Schang-Hai, den 21. Jänner 1859. Die Mission von Kiang-nanist noch ziemlich klein, wenn wir die Zahl der Heiden bedenken, die noch zu be-kehren sind; denn wir predigen das Evangelium in einem Lande von 70 Millio-nen Einwohnern, und wir haben bisher nicht mehr denn 75,000 Christen.Allein wenn wir all das Gute, was geschehen ist und fortwährend geschieht, inAnschlag bringen, darf die verwendete Zeit und Mühe nicht bereuet werden.Seit den 12 Jahren, als ich hier bin, sah ich die Anzahl der wahren Gottes-verehrer um mehr als 20,000 zunehmen; die älteren Gläubigen sind besser un-terrichtet und auch eifriger; die in großer Anzahl gestorbenen Kinder unsererChristen, welche die Unschuld uoch nicht verlieren konnten, und deßwegen nungewiß im Paradiese wohnen, sind nicht hinzugerechnet. Beiläufig 100,000 kleineHeidenkinder, welche in der Todesgefahr getauft wurden, haben wir ebenfalls