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sonderu r>nr im Himmel ist wahre Glückseligkeit zu finden, nud darum fragten auchalle GotteSniänner, wie der h. Jvo, nicht nach dem Gespötte der Weltkinder, dieEhre Gottes, des Nächsten Heil und ihre Seele zu retten, das allein lag ihnen amHerzen. Nach welcher Glückseligkeit, mein Christ, ist das Verlangen deines Herzensgerichtet? Strebst auch du vor Allein nach dem Himmel? Und wenn du darnachstrebst, handelst du auch stets so, daß du hoffen darfst, die Sehnsucht deines Herzensdereinst wirklich befriedigt zu sehen? Erforsche dich hierüber einmal ernstlich und zwarnoch am heutigen Tage.
Maria, Matter der Barmherzigkeit.
Vor einigen Jahren wurde ein Priester in Straßburg zu einem Herrn geru-fen, der sein ehemaliger Mitschüler gewesen, aber leider im Laufe der Zeit amGlauben Schiffbruch gelitten hatte, und nun ernstlich erkrankt, von keiner Bekehrungzu Gott wissen wollte. Der Priester erscheint nud versucht es mit allen Mittelnder Beredsamkeit, den Kranken aas heilsame Gesinnungen zu bringen; allein vergeblich.Alle Einwendungen des Ungläubigen wußte der Priester zu widerlegen; aber seinHerz konnte er nicht erweichen. Da gerieth er auf den Gedanken, den armen Sün-der der Himmelskönigin zu empfehlen. „Lieber Freund!" sprach er zu ihm, „mitAngst und Betrübniß sehe ich Sie ohne Versöhnung mit Gott in die Ewigkeit hin-übcrgehen. Haben Sie mir auch Alles versagt, so versagen Sie mir nicht, ein klei-nes Gebet zur seligsten Jungfrau, ein Ave Maria zu verrichten. Und sollte eSIhnen au Zutrauen fehlen, so bringen Sie der göttlichen Mutter das meinige dar:sie ist so gütig, daß sie auch auf ein fremdes hinsehen wird. Wenn Sie mir eSversprechen wollen, so getrau ich mir Ihnen die Versicherung zu geben, daß Sie amkünftigen Marien-Feste mit Gott sich aussöhnen werden." Die Wangen des Kran-ken benetzten einige Thränen; er reichte freundlich dem Priester die Hand und be-theuerte, daß er eS thun wolle. Mit immer größerer Andacht betete er das AveMaria. Am Tag Mariä-Verküudignng war der Kranke ganz verändert; die Mut-ter der Barmherzigkeit hatte ihm die Gnade der Bekehrung erfleht. Er beichtetemit allen Aeußerungen der Reue und empfing die hl. Sterbsacramente mit glühen-der Andacht. Sein letztes Wort war ein Dank gegen seine mildeste BeschützerinMaria!
Wahrheiten für Jedermann.
1.
Gute Ermahnungen sind oft, wie die Wintersaat, die Monate lang in derErde liegt, bis sie ausgeht.
2 .
Blicken wir auf die Fehler Anderer, so nehmen wir gerne ein scharfesFernrohr; sollen wir dagegen auf die eigenen sehen, so kehren wir das Rohrschnell um — und Alles erscheint uns winzig klein.
3.
Was man mit Ungestüm verlangt, erhält man entweder gar nie, odererst dann, wenn man es nicht mehr mit Leidenschaft erstrebt.
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Ein guter Mensch wird um so besser, je mehr sein Lebensweg zur Neigegeht, gleichwie die Sonne am schönsten wird beim Untergehen.