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Wir besichtigten auch das Haus von der Barmherzigkeit, das denselben Zweckhat, wie die Klöster vvm guten Hirten. Die Stisterin war eine adelige Dame,die im Rufe der Heiligkeit gestorben ist und aus deren Leben man uns vielWunderbares erzählte. Man nennt sie nur „die gute Mutter." Die Ordens-schwestern feiern noch am Feste der heil. Theresia ihren Namenstag, gerade alsob sie unter ihnen lebte. Die jetzige Oberin ist ihre Nichte und scheint ihreTugenden geerbt zu haben. Es befinden sich in dem Hause gegen 300 Personen,die auf diese Weise den Gefahren der Welt entrissen worden. Frägt man dieSchwestern, wovon sie alle leben, so antworten sie, von der göttlichen Vorsehung.Die gute selige Mutter hatte die Hausschlüssel der Mutter Gottes und demheiligen Joseph übergeben. Fehlte etwas, so hielt sie eine neuntägige Andacht,und ihr Vertrauen ward nie getäuscht. Größeres Gottvertrauen als bei diesenSchwestern fand ich noch nirgends. Wir mußten unsere Namen in ein großesBuch einschreiben, wo wir die Namen vieler Missionäre aufgezeichnet fanden,und erhielten die Versicherung, daß man beständig für uns beten werde. Wiewohlthuend ist es, eine solche Versicherung mit auf's Meer nehmen zu können,zu der sich das tröstliche Bewußtsein gesellt, daß so viele theuere Mitbrüdcr inEuropa , und so viele Gläubige, die an unserm Schicksal Theil nehmen, uns mitihren frommen Gebeten begleiten. So treten wir denn wohlgemuth unter Gottesund Mariä Schutz und mit dem treuen Beschützer der Reisenden, dem heil.Erzengel Raphael , dessen Fest wir heute feiern, die weite Reise an. Uns dreibegleiten wenigstens auf der Seefahrt sechs unserer Mitbrüder, die für verschie-dene Stationen Südamerika's bestimmt sind; nämlich: P. Brindesi, ein Grieche,von der Insel Delos gebürtig, der außer der griechischen, auch die türkische, russi-sche, italienische und französische Sprache redet. Er wird bis Montevideo unserOberer sein; P. Ciaceri, ein Sicilianer aus Palermo , sehr lebhaften Charakters.Da er uns erzählte, er habe einige Zeit deutsch gelernt, und wir daher einedeutsche Unterredung mit ihm anknüpfen wollten, erwiderte er: »o» spreü»,
ncm »xreko: P. Bofarull, ein «Spanier aus Catalonien , mit zwei Laienbrüdernseiner Nation, Jturzaota und Ortiz, wovon ersterer das Glück hat, nahe beimväterlichen Hause des heil. Jgnatius geboren zu sein — und mit einem jungenspanischen Scholastiker Puig, der uns viel Interessantes über Majores undLoyola, sowie über das Aufblühen der katholischen Kirche in seinem Vaterlandemittheilte. Wir haben in diesem liebenswürdigen Mitbrüder einen tüchtigenLehrer der spanischen Sprache, auf deren Erlernung wir uns eifrig verlegen.Da keine große Schwierigkeiten dabei zu überwinden sind, — namentlich ist dieAussprache sehr leicht — so hoffen wir in kurzer Zeit große Fortschritte zu machen.Meinen nächsten Brief schreibe ich Ihnen, so Gott will, aus Montevideo .
Theodor Schwerter, 8. 1.
(Fortsetzung folgt.)
Welch ein Ende die Verfolger der Päpste genommen.
(^rnionis.)
Niemals konnte sich ein Souverän, welcher seine Handgegen einen Papst erhoben, einer langen und glücklichenRegierung erfreuen.
(Graf Maistrc in einem Briefe an den Königvon Sardinien vom 6. Juni 1810.)
Lactantius schrieb im vierten Jahrhundert das Buch: „l)e morto per-üeouwrum", worin er das tragische Ende der Feinde Gottes und seines Gesalb-ten nachgewiesen. Ein Buch dieser Art, welches die Fürsten, von denen diePäpste Verfolgungen zu leiden hatten, namhaft machen und zeigen würde, wie