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sie sämmtlich schon in dieser Welt von der göttlichen Gerechtigkeit erreicht, undentweder in ihrer Person oder in isiren Nachkommen schrecklich gestraft wurden,wäre heutzutage gewiß ein sehr nützliches. Eine solche Arbeit zu unternehmen,fehlt uns aber der Muth und die Zeit. Doch wollen wir einige bezüglicheThatsachen anführen, und sie der Betrachtung unserer Leser anheimgeben. DieGegner werden freilich sagen, es seien Zufälle, Zusammentreffen der Umstände,Ohngefähr u. s. w.; allein eine fortgesetzte Reihe von ähnlichen Ereignissen mußdoch einem jeden nicht ganz Hirnlosen etwas zu denken geben.
Von Nero bis auf Julian den Abtrünnigen wurde die Kirche und dierömischen Päpste von 18 Kaisern verfolgt und von diesen machten 4 durch Selbst-mord ihrem Leben ein Ende, 9 wurden von andern ermordet und 5 gingen sonstauf elende Weise zu Grunde. Nero, der den heil. Petrus todten ließ, nahmsich aus Verzweiflung mittelst des Schwertes das Leben. Maximian Herkuleuserwürgte sich mit einer Schnur. Aurel und Hadrian wählten freiwilligenHungertod. Einige brachte Verrath der Ihrigen um das Leben, wie Domitian ,Julius Maximin, Aurelian, Gallus, der den Papst Cornelius nach Civitavecchia verbannte, und Volusian. Andere fielen im Kriege in der Schlacht, wie Decius ,oder nach dem Kriege als Sieger, wie Licinius , der auf Befehl des Konstantinerdrosselt wurde, oder wie Valerian , der, nachdem er dem persischen König Saporals Fußschemel gedient, hernach geschunden und wie ein Schlachtthier einge-salzen wurde. Trajan, welcher den Papst Clemens aus Rom vertrieben, starbsehr wahrscheinlich an Gift. Diocletian wurde mehr vom Aerger, nicht imStande gewesen zu sein, den Christenglauben mit Blut zu ersticken, als vomlangsamen Fieber verzehrt. Den Severus tödtete die Melancholie, Galerius und Marimin wurden bei lebendigem Leibe von Würmern verzehrt. Julian derApostat erhielt einen Pfeilschuß von unbekannter Hand, und seine Wunde warso schmerzlich, daß er in der Verzweiflung sein eigenes Blut gen Himmel spritzte,und den Sieg des „Galiläers" bekannte, den er so frevelhaft bekämpft hatte. —Von den ersten heidnischen Verfolgern übergehend zu den ketzerischen, finden wirden Kaiser Konstantins, den fanatischen Begünstiger der Arianer. Dieser vertriebden Papst Liberius aus Rom , und verbannte ihn nach Thracien. Wie endeteaber Konstantins? Er wurde ein Spielball seiner Höflinge, und hätte seinReich verloren, wenn er nicht am Fuße des Taurus ganz unvermuthet gestorbenwäre im Jahre 361. — Papst Johann I.. durch den Ehrgeiz des GothenkönigsTheodorich gezwungen, nach Konstantinopel zu reisen, wurde nach seiner Zurückkauftin Ravenna gefangen gehalten, weil er mit den Plänen des hochmüthigen Königsnicht einverstanden war. Wie endete Theodorich ? Er kam in einer Schlachtelend uin's Leben. Anastasius >., Kaiser von Konstantinopel, beschimpft dieLegaten des Papstes Shmmachus, der ihn excommunicirt. Nach mehrfachenEmpörungen starb der unglückliche Monarch, von einem Blitzstrahl getroffen, imJahre 518. Die Päpste Silverius und Vigilius trieb Kaiser Justinian l. indie Verbannung. Allein von dem Zeitpuncte an, wo er die Päpste feindseligbehandelte, wurde er auch der Tyrann seiner Völker, selbst aber tyrannisirt vonTheodora , jener schamlosen Buhlerin, die er zum Weibe genommen. Der heil.Papst Martin wurde vom Kaiser Konstans II. verfolgt, verjagt und mißhandelt.Der Verfolger starb jedoch grausam ermordet im Jahre 668. Andreas, Sohndes Patriciers Troilus , folgte ihm eines Tages in das Bad unter dem Vorwand,ihn zu bedienen. Dort nahm er das Wassergefäß und schlug es ihm so heftigan den Kopf, daß er ihn todt niederstreckte. Der Kaiser Justinian ll. erklärtesich als persönlichen Feind des Papstes Sergius, welcher weder seinen Lasternnoch seinen Missethaten Beifall gab. Und Justinian fiel als ein Opfer einesVolksaufstandes, man schnitt ihm die Nase ab, und schickte ihn nach dem Cher-sonnes in die Verbannung. Von den bilderstürmenden Kaisern, Feinden und
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