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unterhielten uns eine Weile. Er sagte mir, der Bischof habe ihn hieher gesandt,um zu sehen, ob sich etwas für diese Leute thun lasse, aber die Aussichten seiensehr schlecht, hier sei Alles Verfall. Und doch sei die Gegend gesund, schön undfruchtbar, wenn ich mich ansiedeln wolle, so könne ich keinen geeigneteren Punctfinden. Ich dankte dem würdigen Pfarrer für seine Freundlichkeit und ritt
(Fortsetzung folgt.)
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Welch ein Ende die Verfolger der Päpste genommen.
(Armanis.)
(Schluß.)
Schlaget auf das Buch der Geschichte, schreibt Cretineau-Joly in der zwei-ten Ausgabe seines Werkes: „Die römische Kirche Angesichts der Revolution",durchgehet die Regierung eines Feindes der Kirche, eines Usurpators ihres Pa-trimoniums, und sei er auch deutscher Kaiser wie Heinrich t V. oder Friedrich II-,unausweichlich bietet sich euch eines jener Trauerspiele dar, welche die Ein-bildungskraft erschrecken. Der Fürst ist mit dem Anathem belegt und ein VerächterGottes, in einer Reihe von Missethaten führt er zu gleicher Zeit einen vater-mörderischen Krieg wider seine empörten Söhne und wider den heil. Stuhl.Allenthalben trifft man auf schreckliche Todfälle, Verschwörungen ohne Ende,gottlose Kämpfe, wüthenden Haß und Rachsucht, welche in Mitte des Christen-thums an das Schicksal der unglücklichen Atriden zu denken zwingen. Von einerVerwegenheit zur andern fortschreitend, sieht dieser große Stamm der Hohen-staufen das Haupt Konradins, seines letzten Sprößlings, auf dem Blutgerüsterollen, und das „äolietü majorum iminkritu>; lues" findet in seinem vergossenenBlute eine schauerliche Anwendung.
Otto I-, genannt der Große, vertrieb Johann XII. aus Rom , der ihm dochkurz zuvor das kaiserliche Diadem aufgesetzt hatte, und Otto starb bald daraufam Schlagflusse. Otto IV. von Sachsen wurde 1209 vom Papste excommunicirt,weil er sich wider die heiligsten Vorschriften der Gerechtigkeit und auch widerseine feierlichsten Versprechungen der Ländereien des heil. Stuhles bemächtigethatte. Und Gott der Allmächtige bestätigte den Bannfluch, Otto bekam Frank-reich und ganz Deutschland gegen sich, und verlor zuletzt den eigenen Thron,während er darnach strebte, den eines Andern zu besteigen. — Friedrich derRothbart beanspruchte die Oberherrlichkeit über Rom und ganz Italien , undwurde vom Papste Alexander lll. in den Bann gethan. Von dieser Zeit annahmen die Angelegenheiten Friedrichs eine so üble Wendung, und er wurde,wie ein Schriftsteller sagt, vom höchsten Richter dermaßen gezüchtiget, daß erendlich gezwungen war, sich zu demüthigen, und durch Gesandte von dem Papstedie Lossprechung zu erbitten. (Baronius, d. I. 1176. Fleury, Kirchengerichte,73. Buch.)
Kaiser Heinrich V., Verfolger des Papstes Pascal II. , mußte Alles leiden,was ein Mann und ein Fürst leiden kann. Sein ungerathener Sohn starb nacheiner sehr unruhigen Regierung an der Pest. Friedrich II., der die Päpste ver-höhnte und deren Städte in Besitz nahm, endete nach seiner Absetzung vomKaiserthum durch Gift, das ihm sein eigener Sohn reichte. Philipp der Schöne,der Verfolger des Papstes Bonifaz VIII. , starb an einem Sturze vom Pferde imAlter von 47 Jahren. Wenn die Vorsehung, fährt Cretineau-Jolh fort, denSchuldigen nur mittelbar bestraft, wie Lndwig den Bayer oder Philipp IV. vonFrankreich, so straft sie mit solchen Töchtern, welche unter dem Namen Jsabellaals Königinnen zu Paris oder in London den Staat zu Grunde richten und