die Bischöfe gegen ein neues Unterrichtsgesetz. Am 27. März übergeben diesardinischen Bevollmächtigten dem Pariser Congreß eine Note gegen die päst-liche Regierung. Am 3. Mai erging an mehrere Ordenshäuser der Auftrag derConcentrirung. Am 1. Juui machte man dem Pfarrer von Derres den Proceß,Welcher bei einer Taufe einen Excommunicirten nicht als Pathe annehmen wollte.Am 9. Juni ein Ministerialbefehl an die Polizeibehörden zur Ueberwachung desKlerus. Am 1. Juli ein neues geheimes Circulare des Ministers des InnernWider die Pfarrer. Am 13. Juli bezeugt der protestantische Pfarrer Bert, daßviele katholische Friedhöfe durch Bestattung von Akatholiken im Austrage derCivilbehörden entweiht seien. Am 26. Juli Proceß gegen den Pfarrer von Ca-stagnole, der für unschuldig erkannt wird; am 11. August Proceß gegen denPfarrer von Bosconero, der ebenfalls unschuldig. Am 11. September Unter-suchung der Agenten der Lass» eeelesiastica im Convente der Augustiner vonGenua ; am 23. wird vom Intendanten zu Oneglia eine Lehrerin abgesetzt, weilsie einer Processton beiwohnte! Am 25. Oct. Einbruch in das Kloster ciells An-vsle-m und Vertreibung der Religiösen. Am 10. Jänner 1857 hat der ministerielleDeputirte Antonio Galenga eingestanden, daß er im Auftrage Mazzini's demLeben des Königs Carl Albert nachgestellt, und verließ deßwegen die Kammer;Graf Cavour empfängt von den Aufständischen in der Romagna eine Medaille,und am 18. Jänner widerruft der Ankläger jener Pfarrer von Val d'Aosta seineVerläumdung. Am 26. wird in der Kammer ein Antrag verhandelt über Aus-schließung jeglichen katholischen Unterrichtes aus den öffentlichen Schulen. ImFebruar veröffentlichte man einen Ausweis, aus welchem erhellte, daß durch dasGesetz gegen die Klöster 7850 Personen betroffen wurden. Am 30. März beriethdie Deputirtenkammer den Modus, die Rabbiner zu wählen. Die Rechnungs-ausweise der l!35»u trcolosi-istier, zeigen, daß sie vom 29. Mai 1855 bis Ende1856 schon 317 Processe führen mußte, von denen 32 bereits gegen sie entschie-den wurden. Eine Ministerialverordnung verbietet die fernere Besetzung vonDompräbenden. Ferner wurden die Serviten aus Genua , die Dominicaner ausAlessandria , die Augustiner aus Carmagnola, die Cistercienser aus Cortemiglia,die Olivetaner aus Duarto, die Carmeliter aus Turin u. s. w. vertrieben. Am29. April erklärt Gras Cavour in der Kammer, daß es nicht möglich sei, mitRom eine Vereinbarung zu treffen. Am 22. Mai wird im Senate der Klerusvon Savoyen mit Unbilden überhäuft. Der Minister Desoresta sendet einemDiacon eine Heirathserlaubniß, indem erste mit einer Altersdispense verwechselt.Am 6. Juni errichtet der Minister in Savoyen öffentliche Bordelle. Am 30. Julierhebt der Bischof von Jvrea feierliche Klage wegen der fortwährenden sacrilegi-schen Räubereien. Am 13. August ein Circulare des Ministers Ratazzi gegenden Bischof von Jvrea. Am 15. Nov. die allgemeinen Wahlen zu Gunsten derConservativen, welche dann größtenteils von der Kammer für ungiltig erklärtwurden. Am 30. Dec. insultirt Cavour die französischen Bischöfe, welche dierömische Liturgie in ihren Diöcesen eingeführt hatten.
Die Ereignisse der Jahre 1858 und 1859 sind noch in zu frischem Gedächt-nisse, als daß es nöthig wäre, sie einzeln aufzuzählen. Das bedeutendste Atten-tat gegen die Kirche war 1858 die Ausschließung der Canoniker aus der De-putirtenkammer unter dem Dorwand, sie befaßten sich mit der Seelsorge, indemdas Statut die Seelsorger für nicht wählbar erklärt. Uebrigens seufzt die kath.Kirche noch immer unter gleichem Drucke, die Mitglieder der unterdrückten geist-lichen Genossenschaften nagen am Hungertuche, und die armen Pfarrer, derenLoos die Liberalen durch Verwendung der eingezogenen Klostergüter verbessernzu wollen stolz verkündeten, müssen 5 — 6 Monate und noch länger warten, bisihnen ihre kurzbemessene Congrua ausbezahlt wird, wie erst wieder in den letz-ten Tagen die Klage der Pfarrer aus der Insel Sardinien herübertönte. Die