riesenhafter Knochenbau, ihre blonden Haare, blauen Augen, vollen Gesichter, ihrschlanker, proportionirter Wuchs erinnert lebhaft an die glten Germanen.
Ueberhaupt scheint der liebe Gott diese deutschen Ansiedelungen zu begünstigen.Der ungemein große Wohlstand bei Oekonomen und Handwerkern, das rascheWachsthum der Bevölkerung, das hohe Alter, welches sie erreichen, die geringeSterblichkeit, endlich, was noch weit mehr ist, die wunderbare Fügung, wie diearmen Deutschen von spanischen Patres aufgefunden, mit der Kirche wieder inVerbindung gebracht, und durch ihre Bemühungen mit deutschen Priestern versehenwurden: alle diese Umstände dienen zum Aufblühen der Colonie und sind hand-greifliche Beweise des Wohlwollens, womit die göttliche Vorsehung über sie wacht.Gern bringt da der Missivnair das geringe Opfer seiner Mühen und Entbehrun-gen; seien es nun die schlechten Wege, besonders zur Regenzeit, wo die Pferdetief in den Schlamm sinken, oder das Tage lange Sitzen auf dem Pferde, oderdie schmalen Pfade, welche voll Wurzeln und Steingeröll unten, von oben mitAesten und Flechtwerk überwölbt lind, so daß man immer gebückt auf dem Pferdesitzen muß, oder die lästigen Mücken, oder die ärmlichen Herbergen und gar ärm-lichen Capellcu, oder endlich der rasche Temperaturwechsel. Alles zum Heile dieserverlassenen Seelen, bei denen sich doch schon erfreuliche Früchte der Arbeiten un-serer beiden thätigen Vorgänger zeigen, und die Hoffnung geben, daß sie durchihren Eifer den Absichten der heiligen Kirche und den Anstrengungen der vonihr gesendeten Priester entsprechen werden.
Mögen Ihre frommen Gebete unsere Wünsche und Hoffnungen verwirklichen!
(Fortsetzung folgt.) " M. Ke lluer, 8. R
Christus in der heiligen Connnunion.
C. 'Wenn du Jesum in der heiligen Cvmmunion empfängst, dann denke,o gläubiger Christ! es ist derselbe Jesus, welcher als neugeborenes Kind in derKrippe lag. Willst auch Du ihm einen so dürftigen Lagerstall in Deinem Herzenbereiten?
Du nimmst das göttliche Jesukind in Deinem Herzen auf, zu welchem dreiKönige aus fernem Morgenlande kamen, es anzubeten. Siehe: Dir ist es sonahe, kommt selbst zu Dir. Willst Du es nicht auch anbeten?
Du genießest denselben Jesum, welcher der Verfolgungen des Herodes willenaus Bethlehem flüchten mußte. Glaubst Du nicht, daß er aus Deinem Herzenflüchten werde, wenn Du ihn mit Deiner Sündhaftigkeit verfolgst, derentwillener am Kreuze bluten mußte?
Als der göttliche Jesusknabe zwölf Jahre alt war, nahmen ihn Joseph und Maria nach Jerusalem mit zur Feier des Osterfestes im heiligen Tempel.Wie nun Jesus in seinem zwölften Lebensjahre zum ersten Male das Heiligthumseines himmlischen Vaters betrat, so und auf noch innigere Weise sollst auch Du,mein Christ! im zwölften Lebensjahre zum ersten Male dein Tempel des Aller-heiligsten, dem Tische des Herrn Dich nahen! — Siehe! der zwölfjährige Jesus weilte im Tempel, mitten unter den Lehrern, fragte sie und antwortete auf ihreFragen. Weilst auch Du nach der heiligen Communion in Deinem Jesus , wieJesus in Dir weilt, hörst auf die Zuslüsterungen seiner mahnenden Stimme,fragst ihn: „Herr! liebst Du mich?" und antwortest ihm, wenn er dich fragt:„Ja, Herr! ich liebe Dich!" Du wirst diese Fragen verneinen müssen, denn wennDu in der Stunde der Prüfung deinen Heiland suchst, dann muß er dir zurufen:„Weißt du denn nicht, daß ich im Hausi meines Vaters sein muß?" Das Hausseines Vaters aber wäre dein Herz, wenn Du es in der Liebe und Furcht desHerrn zu einer ständigen Wohnstätte Deines Gottes bereit erhalten wolltest.