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deutendsten Werke desselben. Vollständig finden wir indem Bande drei ausgezeichnete Schriften des großen Pä-dagogen über „die sittliche Erziehung der Kinder in denElementarschulen" über „die zweckmäßigsten Strafen undBelohnungen" und über den „Lektionsplan des kgl. Schul-lchrer-Seminars zu St. Mattheis bei Trier ". Es wärenur zu wünschen, daß jene Lehrer, die über Pestalozzi undandere Götzen der Zeit so leicht in Verzückung gerathen,einen Blick in dieses Buch werfen, um zu erkennen, wieGold und Flitter sich unterscheiden und wie unsere ka-tholische pädagogische Literatur die beliebte Zurücksetzungganz und gar nicht verdient.
Charitas. Zeitschrift für die Werke der Nächstenliebeim katholischen Deutschland. Verlag von Herder,Freiburg i. Vr. Erscheint, 16 Seiten stark, je an:1. des Monats. Äbounementspreis jährlich 3 M.
Inhalt von Nr. 2 des II. Jahrgangs: Der Kapu-zinerpatcr Theodosius Florentini und die BarmherzigenSchwestern vom heiligen Kreuze zu Jngenbohl (Schweiz). I. — Das charitative Wirken der katholischen Kirche imBisthum Münster. — Die Krippen-Anstalt in Augsburg links der Wertach. — Katholische Streiter im Kampf gegendie Unsittlich keit. I. — Der Mädchenschutz auf dem Charitas-tag zu Schwäbisch-Gmünd. — Kleinere Mittheilungen. —Katholische Mätzigkeitsblätter. (Beilage zur „Charitas".)Nr. 1: Ein Gclestswort für die „Mäßigkeitsblätter". —Die Alkoholfragc. — Fünf Fragen und Antworten überdie Mäßlgkeitsbewegung. — Wie es einem geht, wennman kein Vier mehr trinkt. — Katholische Mäßigkeits-schriften. U. s. w.
— Österreichisches Literaturblatt, heraus-gegeben von der Leo-Gesellschaft in Wien , redigirt vonvr. Franz S chnürer. (Administration: Wien . I-, Anna-gasse 9.) Inhalt der Nr. 3 u. A.: Rilkes N.. Lalsn-äarinin Manuals utrinsgus Leelssias orisntalis st oeci-äentalis. (vr. Aug. Rösler, Mautern in Stink.) (65.)
— Poggel H., Der 2. und 3. Brief des hl. ApostelsJohannes. (Theol.-Prof. vr. I. S ch i n d l e r, Leitmeritz .)(67.) — Seeböck Phil., St. Paulus, der Heidenapostel.(Theol.-Professor vr. A. Cigoi, Klagenfurt .) (69.) —Mahrenh oltz R.. Fvnelon, Erzbischof von Cambray.(k. L. Winter«, Braunau r. B.) (69.) — Spörr Bhd.,Lebensbilder aus dem Serviten -Ordcn. IV. (Pros. vr. Alb.Hübl, Wien .) (69.) — Massow Julie v., Dorotheen-Körblein. (?- Gregor v. Holtum, Prag -Emaus.) (70.)
— Gutberlet Const., Die Psychdlogie. (vr. Richard
v. Kralik, Wien .) (70.) — Kehr ein L., Ueberhlick derGeschichte der Erziehung und des Unterrichtes, herausg.von Kayser und Schultz. (vr. C. Lud ewig, Preßburg.)(71.) — Haffner A., Das LitLb ss-8a. (vr.
Rud. Geyer, Scriptor der Hofbibliothek, Wien .) (75.) —Sattler A., Die religiösen Anschauungen Wolfram'sv. Eschenbach. (vr. C. Domanig, Custos am kunsthist.Hofmuseum, Wien .) (76.) — Kraus Frz., Höhlenkunde,(Univ.-Pros. vr. Ed. Richter, Graz .) (80.) — RankEmil, Das Eisenbahntariswesen. (vr. Friedr. Frhr . zuWeichs - Glon, Innsbruck .) (81.) -- Ellis Hav., Mannund Weib. — Ders., Verbrecher und Verbrechen, (vr. HZ.Krticzka Frhr. v. Jaden, Wien .) (82.) U. s. w.
Das Archiv für katholisches Kirchenrecht,
das im Jahre 1857 von Ernst Freiherr« v. Moy de Sonsgegründet und durch viele Jahre unter Friedrich H. Vering'sVerdienstreicher Redaction fortgeführt wurde, ist nunmehrseit letztem Sommer in die Hände des Freiburger Kirchen-rechtslehrers vr. Franz Heiner, Rectors des KollegiumSavientiae, übergegangen. Mit Freuden stellen wir fest,daß dieses Organ, in dessen bis jetzt erschienenen 76 Bändenein reiche Fülle gründlich bearbeiteten canonistischen Ma-terials niedergelegt ist, mit dem neuen Jahrgang 1897 eineerhebliche und glückliche Umgestaltung erfahren hat. Istauch das äußere Aussehen der Hefte, sowie das Programm,in welchem Förderung wissenschaftlicher Forschung undPflege kirchenrechtlicher Praxis zum friedlichen Bunde sicheinen, selbstverständlich auch die correcte kirchliche Haltung
Zeitschrift dieselbe geblieben, so fällt doch gleich beie Inhaltsangabe des ersten Heftes die systematische
Uebersichtlichkeit des Dargebotenen angenehm auf.Während früher die Artikel in zwangloser Reihenfolgedem Leser vorlagen, erscheinen dieselben jetzt in fünf Ab-theilungen gegliedert, wovon die erste die wissenschaftlichenAbhandlungen, die zweite und dritte die kirchlichen undstaatlichen Aktenstücke und Entscheidungen, letztere inmehreren Unterabtheilungen, die vierte kleinere Mittheil-ungen und endlich die fünfte eine Uebersicht der kirchen-rechtlichen Literatur uns bietet. Gerade durch sorgfältigeBehandlung der letzter» neuhinzugefügten Abtheilung, mitder zugleich eine Zeitschriftenschau und ein Verzeichnis;der in den letzten Jahren erschienenen kirchenrechtlichenWerke verbunden ist, wird sich die Redaction den Dankder Leser verdienen.
Ueberraschend wirkt ferner die lange Reihe der aufcanonistischen; Gebiete thätigen Männer, welche ihre Mit-arbeit am Archiv neuerdings zugesagt haben. Nichtweniger als 81 Namen zählen wir, unter deren Trägernkaum ein hervorragender Vertreter des Kirchenrechtes ausDeutschland und Oesterreich fehlen dürfte. Wenn wirauch auf den reichen, für den Praktiker wie den Theo-retiker gleich interessanten Inhalt der Zeitschrift hier nichtnäher eingehen können, so verdient doch hervorgehoben zuwerden, daß gleich zu Anfang zwei junge Kräfte (Stieglerund Rösch) mit wirklich gediegenen Arbeiten auf dem Planeerscheinen, was im Zusammenhalt mit der großen Reihevon Mitarbeitern auf einen intensivern Betrieb der ca-nonistischen Wissenschaft in nächster Zukunft hoffen läßt.Wir bemerken noch, daß die Zeitschrift in; neuen Jahrezugleich Organ des katholischen Juristenvereins gewordenist, wodurch hoffentlich die Neubelebung des letzter;; be-fördert wird.
Auch in der Erscheinungsweise hat die Zeitschrift eineAenderung erfahren, indem statt der sechs Hefte jährlichnunmehr vier Quartalhefte mit einem Umfange vonwenigstens 12 Druckbogen ausgegeben werden. Hierdurchwurde auch eine wesentliche Herabsetzung des Preises von15 auf 10 Mark ermöglicht, was vielen, besonders denGeistlichen, den Bezug sicherlich erleichtern wird.. Freilichwurde zu dieser Preisminderung die Verlagshandluug vonFranz Kirchheim in Mainz auch durch die Erwartungbewogen, daß nunmehr die Auflage der Zeitschrift sichwesentlich heben werde. Wir wollen diese Erwartungdurch eine warme Empfehlung des Archivs in dieserZeitung womöglich noch steigern. Bei den zahlreichenkatholischen Zeitschriften anderer Wissenszweige wäre jadie Frage einer Verminderung, behufs Couccnlration derKräfte und Schonung des Geldbeutels, vielleicht uichtunangebracht; beim Archiv für katholisches Kirchenrechtmüssen wir sagen, seine Existenz ist einfach nothwendigund seine Unterstützung eine Pflicht der katholischen, kirch-lichen und gelehrten Laienkreise, wenn anders wir uichtaus diesen; Wissensgebiet uns für bedeutungslos erklärenwollen.
Es ist doch wahrlich keine Ehre für uns Katholiken,wenn auf den; uns so e;gcnen Gebiete des KirchenrechtesAndersgläubige die schwierigen und umfassenden Arbeitenuns liefern müssen, deren Leistung uns vor allem obliegenund gebühren sollte. Wie ganz anders standen die deut-schen Katholiken da zu den Zeiten eines Engel, Pirhiug,Reiffenstnel, Leuren, Schmalzgrueber, Pichler usw., derenNamen jetzt freilich mehr im Auslande als in der deutschenHeimath genannt werden, wie der Herausgeber des Archivsin dem schönen Einleitungsworte mit Recht bemerkt. Umso mehr Dank gebührt dem neuen Redacteur, daß er dieLast der Redactwn in uneigennütziger Weise übernommenund so das altbewährte Organ vor dem Eingehen be-wahrt hat; Dank ferner sei dem Verlag von Fr. Kirch-heim ausgesprochen, der so lange Jahre hindurch uichtunerhebliche Opfer für dasselbe gebracht hat.
An uns Katholiken ist es nun, dafür zu sorgen, daßdas einzige deutsche wissenschaftliche Organ für katholischesKirchenrecht lebensfähig und lebensfroh erhalten werde,damit in demselben viele junge Gelehrte ihre Kräfte übenkönnen durch Bearbeitung der verschiedenen kirchenrecht-lichen Gebiete und Beantwortung der manchfachen cano-nistischen Fragen, von denen viele noch auf dogmatischewie rechtsgesch;chtliche Vertiefung harren. (Köln . Volksztg.)