Ausgabe 
(13.2.1897) 8
 
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Watteubnch (Deutschlands Geschichtsgnellen 5. Anst. II,165), wie die außergewöhnlichen Umstände seiner Mis-sionsrciscn nach Pommern und der glänzende Erfolg der-selben, regten frühzeitig zn schriftlichen Aufzeichnungenüber ihn an, denen der Reichthum des vorliegendenStoffes mehr Inhalt und Werth verlieh, als der Mehr-zahl anderer Legenden. Warum sollte denn gerade diebischöfliche Thätigkeit Otto's in Abenbcrg vergessenworden sein? Oder war vielleicht der Stuhl des heil.Willibald damals verwaist? Von 1125 1149 trugin Eichstätt Bischof Gebhard II. aus dem Hanse derGrafen von Hirschberg das Rationale: am 5. Okt. 1129weihte er das Kloster Kastl ein (Lefflad, Regesten nr. 209und ff.), im März 1131 huldigte er zu Lüttich mit etloafünfzig anderen Bischöfen dem Papste Jnnozenz Ist,1135 am 17. März wohnte er dem Fürstentage znBamberg bei, 1138 war er in den Maitagen abermalszu Bamberg , am Allerheiligentag des genannten Jahresweihte er das von ihm und seinen Brüdcrn Ernest undHartwic gegründete Kloster Plankstetten ein; 1140 unter-zeichnete er zn Nürnberg eine Urkunde des KönigsTonrad III.

Angesichts dieser regen Thätigkeit Gebhards wardoch für den vielbeschäftigten Pommernapostel gar keineVeranlassung geboten, von Bamberg , wo auch die An-kaufsurkunde von Heilsbronn 1132 ausgefertigt wordenist, nach Abenberg zu eilen, um zu Gunsten einer sagen-haften Grafentochter die Peterskirche einzuweihen und dasGelübde ewiger Jungfräulichkeit von Seite Stilla's ent-gegenzunehmen! Um in dieser Frage allen Täuschungenzn entgehen, wurden sowohl im kgl. Kreisarchive zuNürnberg , als auch im kgl. allgemeinen Reichsarchive znMünchen Nachforschungen über Stilla und ihre Be-ziehungen zur Peterskirche angestellt, aber es konnte beiallem Entgegenkommen der Archivverwaltungen, wofürhier der gebührende Dank ausgesprochen sei, nicht dasmindeste einschlägige Material vorgefunden werden."^)

Was nun die beabsichtigte Klostergründnng Stilla'sbetrifft, so steht es außer Zweifel, daß im ersten Vierteldes 12. Jahrhunderts zn Abenberg ein Kloster be-standen habe, allerdings nicht für Frauen, sondern fürMänner.

In einer Urkunde des Bischofes Gebhard II. gegendas Jahr 1132, wodurch die Dörfer Halesbrunnen,Obercndorf, Velsenberg, Witrammcsdorf und Pezemanns-dorf, welche nunmehr dem Kloster Heilsbronn zugehören,von dem Zehenten zur Eichstätter Kirche befreit werden,erscheint neben dem Abte Heinrich von Plankstetten alsZeuge: Ondalric, Abt von Abenberch. (Lefflad, Regestennr. 215.) Wo ein Abt sich findet, kann doch wahrlichauch ein Kloster nicht fehlen. Die Existenz eines solchenin Abenbcrg erhellt ferner klar aus einer Gebietsrcgclnng

349-463. Am 25. Juli 1123 (nach Goß. 1. o. I. 732: 1125)weihte Otto die Klosterkirche zu Ensdorf in der Ehre deshl. Jakobus ein, aber mit Erlaubniß des Bischofes Kunovon Rcgensburg (Ried, ooä. äipl. 1,179 ur. OXOI). BischofHerman I. von Bamberg 10651075 gründete daselbstaus eigenen Mitteln das Augnstincrstift St. Jakob desZebedäiden, Otto der Heilige vollendete es. (Grctscr X,508: Kirchenlexikon I, 1917.)

-5) Die Klostergründnng zu Heilsbronn , welches zurDiverse Eichstätt gehörte, kann nicht als Instanz gegenobige Darlegung aufgerufen werden, da Otto auch in derDiocele Regcnsburg Klöster errichtete, deren Kirchen ernic»t als zuständiger Ordinarius, sondern nur mit Er-lanbmß des Tiöcesanbischofes oder in dessen Gegenwartconickrirtc.

zwischen dem Grafen Rapoto und dem Kloster Hcils-bronn, worin es heißt: Den Wald und was immer miteigenen Mühen die Mönche in Abenberg enltivirt haben,erhält vom Kloster Heilsbronn der Graf Rapoto alsEntschädigung, mit Ausnahme eines halben Mansns, dendie Kapelle des hl. Jnkobns in Abenberg zurückbehaltenhat?°)

Wer hat Wohl dieses Kloster gegründet? Antworthierauf gibt uns eine Urkunde des Bischofes Bnrthardvon Eichstätt , aus welcher wir auch die Auflösung derNiederlassung erfahren.

(Fortsetzung folgt.)

Recensionen nnd Notizen.

Gehet zum hl. Anton ins! Gebet- und Erbanungs-büchlein von U. Arsenius Dotzler, O. 8. iA-.Zweite Auflage. Würzbnrg, Göbcl. Gcbd. in Ganz-(einwand. Rothschnitt 75 Pf.

D Die erste, sehr starke Auflage war in k nrze r Zeitvergriffen. Das Büchlein hat also einem Bedürfnisseentsprochen. Die vielen Verehrer, welche St. Antoniuswie anderwärts so auch in Deutschland hat, nahmen dieGabe aus der Hand des U. Dotzler mit Freuden entgegen.Die neue Auflage hat außer einigen kleinen Aenderungenim biographischen Theile durch ausführlichere BehandlungdesÄntoniusbrodcs" eine Erweiterung erfahren. Mögedas Büchlein auch in seiner neuen Gestalt recht zahlreicheAbnehmer finden! Die sorgfältige, praktische Auswahldes Stoffes und die populäre Behandlung desselben em-pfehlen das Büchlein von selber.

Nieszcn Jos. und Mcrtes Pet. , Viktor Joseph De-wora, der Trier 'sche Ovcrbcrg; Sein Leben, Wirkennnd feine Schriften. Trier, Löwenberg 1896. 8°,296 SS. M. 3.60.

-> Die beste nnd eindringlichste Empfehlung einer anfchristlicher Grundlage beruhenden, gesunden Pädagogik istohne Zweifel das Leben und Wirken eines Mannes, derauf dieser Grundlage Großes hervorgebracht und reichenNutzen gestiftet hat. Ein solcher Mann war der münster -länöische Priester Viktor Joseph Dcwora (17741837),welcher sein unermüdliches 'Arbeiten höchst segensreich inden Dienst der Jngendbildnng und Erziehung gestellt hat.Ein kerniger, christlicher Geist geht durch seine zahlreichenSchriften, die von Pädagogen nicht eifrig genug gelesenwerden können. Wir sind den beiden Verfassern des Buchesgroßen Dank schuldig, daß sie sich die Mühe nicht habenverdrießen lassen, alles Material gewissenhaft zu sammelnaus dem die anregende und lebensvolle Darstellung deWirkens dieses katholischen Mnsterpädagvgen ersteht. Dererste Theil des Buches umfaßt außer dem LebcnsabrißDeworas eine Uebersicht seiner gesammtcn Schriften. Derzweite Theil bringt Auszüge nnd Inhaltsangaben der be-

2 °) Oonoambinm intsr soelssiam Ualssbrnnsnsom stoomitsin 1 t. äs enrts no 8 tra Xstslsnäork. silvam st gnie-gniä propriis Isboribns sxeolnsrint wonaebi in abinbsrellrseopit a nobis U. somss pro rseompsnsations sxesptoäimiäio man80, gnsm rstinnit eapslla 8 . .Inoobi in abin-dereb. II. Jahresbcr. des Histor. Vereins im Nezatkrcis1831, 28. Diese Notiz gehört dem 12. Jahrh. an. Außer-dem werden noch genannt: metslsnäork (Mettcndorf beiGrcding), tilsinbnrcb (Theilnberg), ixstsstsin (Hilpolk-stein?): intsr viiias änas rota et plmpbonbovsn (Roth und Pfaffenhofen bei Schwabach paK. 29: Urasäinmnostrmn in Ontslonbolon (Uttenhofen) smnnns ab ot-nanäo äs sebsnonevs oetotzinta äuabus niorois st ab»lüg gnibnsäain, viäsliost Itabotons äs tisrbaslr, anim-psrto st KIüs e.jns itiäsm, eonsilio vfnsäsw O. Stadt-pfarrer Fuchs von Spalt, ein um Eichstätts Diöcesan-geschichte hochverdienter Forscher, schreibt in Bezug aufobige Notiz im 25. Jahresbericht des Histor. Vereins inMittelfranken 1857 Seite 14: Es ist Thatsache , daß dieMönche wirklich im Besitze zn Abenberg waren, allein sievertauschten laut Urkunde, die aus dem Jahre 11511159stammen soll, die abenbergischcn Güter wieder an denGrafen Rapoto.