Ausgabe 
(20.2.1897) 10
 
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ÜL 2 ckis ckä Iiuobe enterbst sintuns an ckas eltssts Lint,ist ein fremäiu Lsobs.

(Bartsch. Parzival I, 117141.)

Auf Grund diesersonderbaren Einrichtung" forderteRapoto nach seines Vaters Abscheiden die Güter zurück,zu deren Vergabung an ein Kloster er nicht um seineEinwilligung angegangen worden war. Er nimmt keineRücksicht auf seine Schwester Stilla, zu deren Gunstender Vater das Klösterlein gegründet hatte, sondern erbeschreitet den Klageweg vor dem bischöflichen Gerichte,das hier wegen des religiösen Charakters der Kloster-güter zuständig ist. Bischof Burkhard sucht zwar denWillen des Vaters anstecht zu erhalten und die Existenzdes Abenberger Klosters zu retten, allein angesichts derzeugschaftlichen Aussagen muß er die Berechtigung derKlage Rapoto's anerkennen und demselben das Eigen-thumsrecht auf die in Frage stehenden Allodialgüter zu-sprechen. Bei der Einweihung der Kirche zu Heilsbronn bringt jedoch auf vielfältiges Zureden Rapoto es übersich, diese Güter dem Kloster der Cistercienser zu schenken.Anwesend waren hiebet außer dem consecrirenden Bischöfevon Eichstätt der Bischof von Würzbnrg und Bamberg nebst den Aebten Marquard von Fnlda, Adam vonEbrach, Rabboto von Heilsbronn, Wignand von Theres,Ortlieb von Neresheim, Adelbert von Ahansen und an-deren Adeligen beiderlei Geschlechtes. Aber Niemandlegt ein Wort für Rapoto's Schwester ein, ja sie wirdin der Urkunde gar nicht genannt, obwohl der Bischofvon Würzbnrg, Sigfrid, dem Hause der Grafen vonTruhendingcn entstammte, dem auch Stilla's Mutter nachder legendären Voraussetzung angehörte; aber er achtetdie verwandtschaftlichen Beziehungen zu Stilla so wenig,daß er für die Vergabung jener Güter, welche der Vaterzur Gründung eines Klosters in Abenberg nach demHerzenswünsche seiner einzigen Tochter bestimmt hatte,an Heilsbronn eintritt! Oder ist vielleicht Stilla imJahre 1149 1150 nicht mehr unter den Lebenden ge-lvesen? Aber Rapoto's Schwester Hcdwig, mit welcherStilla vielfach identisizirt wird, lebte noch 1152?") Vorihrem Hinscheiden soll Stilla in die Zukunft geschaut undvorausgesagt haben, daß etwa nach 350 Jahren dochnoch ein Kloster in Abenberg entstehen würde: sicherlichein sehr unzureichender Trost nach einem VerlornenProzesse!

") Mütter (I. o. S. 47) hält es für wahrscheinlich,daß Stilla um das Jahr 1160 gestorben sei. Damit fälltaber auch die Berechtigung des Satzes:Doch ihr früh-zeitiger Tod hinderte die Ausführung ihres heiligen Planes"(Müller t. o. S. 7), nämlich neben dem Pctcrskirchleinein Nonnenkloster zu erbauen. Denn wenn schon imJahre 1136 gelegentlich der Kircheneinmcihuug zu Aben-berg Stilla aus der Hand des Bischofes Otto vom Bam-berg den Schleier als Zeichen klösterlichen Lebens em-pfangen hat, wie Müller S. 6 zuversichtlich behauptet, sowar doch von 11361160 für die Grafeutochter Zeit genuggegeben, ein Klösterlein bei der Pcterskirche zu erbauen.Dann aber erscheint es noch unerklärlicher, warum in derUrkunde des Bischofes Burkhard Stilla's Name gar nichtgenannt wird, warum nicht einmal ihr naher Verwandter,Bischof Sigfrid von Würzbnrg, zu ihren Gunsten sich aus-sprach, sondern die bestrittenen Allodialgüter nach Heils-bronn vergabt werden ließ. Wenn Rapoto die väterlicher-seits für ein Kloster bestimmten Güter doch herausgab,obwohl ihm das kirchliche Gericht das Eigenthumsrechtan denselben zuerkannte, so wäre es wohl dem menschlichenKerzen entsprechender gewesen, wenn dieselben der eigenenSchwester überwiesen worden wären.

Uebrigens währte es nicht solange, bis in Abenberg abermals eine Klostergründung versucht wurde.

Bischof Reimboto von Eichstätt hatte durch Urkundevom 7. März 1296 Stadt und Beste Abenberg um 4000Pfd. Heller von dem Burggrafen Konrad dem Frommenund seiner Gemahlin Agnes von Nürnberg erkauft.(Nounmouta, Aollarurm II, 241 nr. 411.) Dorthinnun verlegte Reimboto das von dem Nürnberger Burg-grafen am 22. Juli 1294 gegründete Stift von Säkular-klerikcrn zum hl. Nikolaus in Spalt?") (LIom Kolter.II, 224 nr. 391.) Zugleich gründete er am 11. Febr.1297 bei dem neuen Stiftvon werutlichen Chorherr»,der angchaben ist zu Spalt und von gcsprcchens wegengen Abenberg gelegt ward," der besseren Regierungwegen ein Propstamt, das der Magister Ulrich nur vor-läufig ausgeübt hatte, und dotirtc dasselbe mit einerPfründe zu Abenberg, durch Jnkorporiruug der PfarreiMeuig (Möniug bei Freistadt) , durch eine Pfründe zuHerrieden und durch eine Schankung von jährlich 10 Pfd.Heller, weiche der Bischof selbst bisher von Häusern undBauern zu Altcuvelden bezogen hatte. (Lefflad, Regestcnnr. 791.) Am 7. Mai 1300 inkorporirte BischofMauegold von Würzbnrg die Kirche in Weiler beiSchwabach ganz dein Stifte bei der Kirche des hl.Jakobus in Abenberg; indessen schon am 19. August1300 installirte Bischof Konrad das St. Nikolaistiftwiederum in Spalt, wo es, 1619 mit dem älteren, seit1037 bestehenden St. Emmerausstifte vereiniget, ge-blieben ist bis zur Klosteraufhebung am Anfange des19. Jahrhunderts. (Non. 2oIIsr. II, 269 vr. 438;Lefflad, Regesten nr. 794.)

"°) Nach Ried, oockox ebronoloKieo-ckipIomatious epis-seopatus Ratisbonensis (1816) I, 10 vr. 15, schenkte 810Graf Ekkebcrt dem Bischöfe Ädalwin von Regensbnrgals Abt des Klosters St. Salvator Güter im Rangan,wo die Flüsse Piparodi zusammenfließen. Das Cönobmm8. 8alvatoris lag im Sualafelde. I'avta gutem est, sagtder Schlußsatz der sehr umfangreichen Urkunde, anno ck.ine. 910 in ipso loeo, gv äieitur kixmrocki. WährendSuttner (Past.-Bl. 1862. 136) mit Jänner, Geschichte derBischöfe von Rcgcnsburg 1.154, das Kloster St. Salvatornach Spalt verlegt, glaubt Haas (Der Rangan S. 21,24)dasselbe in Rauhenzell bei Herrieden suchen zu müssen, woallerdings bis 1808 eine gerne aufgesuchte St. Salvators-kapelle stand. In dem Güterverzeichnisse Arnolds wirddie Verehrung des hl. Emmeran bewiesen durch die zahl-reichen Güter, welche dem nach ihm benannten Kloster inRegensburg allenthalben zuerkannt wurden: g<1 orisntemprovlnciae lluins ttunsetaeus optimo pisee vivickus (Mond-see, 831 nach Regensbnrg von Ludwig dem Deutschen undseiner Gemahlin Hcmma vergabt), nulle rsxsius eibus;all oeeillentein vero vinit'cr eespss 8pgtticus, e gnoreZius potus. (21. O. 88. IV, 550.) Sollte in dem gegen-wärtig durch Hopfcnbau berühmten Spalt früher Wein-bau gepflegt worden sein? Jänner (I. v.) bezieht dieseStelle auf den Spalter Hopfen. 1272 belehnte Bischof.Leo von Regensbnrg die Burggrafen Friedrich und Konrad'von Nürnberg mit Spalt und drei Theilen von Ornbau. (Ried I. o. I, 526.) Am 28. Juni 1295 verkaufte KonradSpalt und Sandeskron an den Bischof Reimboto vonEichstätt um 1000 Pfd. Heller. (Lefflad vr. 764.) NachFuchs (25. Jahresbcr. des Hist. Vereins iu Mittelfrauken1857 S. 1920) wurde Spalt mit Sandskron (Nagelhofan der Rezat) erst 1297 von Reimboto erkauft und dasKollegiatstift von Abenberg nach Spalt zurückverlegt.Bergt. 2Ion. Toller. II, 245 nr. 414. Die banales Haies»brunnenses melden zum Jahre 1295: llurKKigvins junior(Oonrgllus) tres silios suos maueipat orllrni Dbeutoni-vorum vuin eustro in VirnspsrZ; lunckavit iurnWer canoniasjnxtra eastrum ^benberA, translatas posteg in 8palto.Oestrmn vero et formn in 8pslt et esstrum in Lauservenllillit exiseopo Keimbotoni bFststtensi. (21. 6.88. XXIV, 45.)