Ausgabe 
(27.2.1897) 11
 
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Abenberg stifteten im Jahre 1460 eine Frühmesse zuEhren der allcrscligstcn Jungfrau; die Ablaßbriefe^)gehen über das Jahr 1488 nicht hinaus: alle diese Um-stände sprechen gegen eine Erhebung der Reliquien Stilla'sim 13. oder 14. Jahrhunderte und damit auch gegen dieNeuschaffung eines zweiten Grabmales.

(Schluß folgt.)

I)i Sepp'shochwichtige Entdeckungen aufder zweiten Palästinafahrt".

(Schluß.)

Im zweiten Theil seinerRechtfertigung" sprichtHerr Professor Dr. Sepp über die Lage von Dalmanntha,Kann Galil, Ephrem und Emmans. Er schreibt:

Wir sagen nicht zu viel: grundfalsch ist die Be-hauptung, daßdas ganze Mittclalter die Ruinen vonTclhnm als Reste der Stadt des Herrn verehrt hat".Man bringe nnS dafür Citate! Die Üeberbleibscl rührennoch dazu nicht von einer Kirche, sondern von demGrabmal des berühmten Rabbi Tanchnma her,welcher da seine noch erhaltene Synagoge und Lehrschnlegründete, um der Ausbreitung des Christenthums vonKephar Minim aus den Riegel zu schieben. Diese Rui-nen erweckten zuerst den Gedanken, das sei eine Reliquievon der' durch den Hauptmanu von Kapharnanm erbautenSynagoge. Jüngst hat die türkische Regierung ein Vetogegen Ausgrabungen eingelegt, welche doch schwerlich großeSchätze zu Tage fördern würden. Dieß erregt natürlichneuen Zorn, der an uns Deutschen ausgeht. Wahrhaftnaiv ist es, wenn ein Pilgerführcr, wie Livouius (Lievin) ,der nicht Deutsch versteht, jedenfalls vor deutscher Wissen-schaft einen Horror hat, ja nicht einmal den Josephuszu kennen scheint, den Anssprnch wagt: Telhum (so. weitweg von der Ebene Gennczaret und einem denkbarenFlusse Kapharuaum) seidie einzige Stätte, wo manletztere Stadt suchen könnte"! Das ist bald gesagt, ver-dient jedoch keine Beachtung.

Wenn Markus 8, 10 berichtet, Jesus sei nach derzweiten Volksspeisung in der Gegend von Dalmannthagelandet, so bildete dieses XL-scha-'-o-- bisher dasKreuz der Exegeten", wie unser wackerer Censor erklärt.Um desto dankbarer sollte man sein, daß endlich der Orterkundet ist. Wir haben schon vor mehr als einenEMenschenaffen den lokalen Accusativ von

Dalmans zu lesen vorgeschlagen und dieses mit demBethmaus in Josephus' vita, identificirt, da val wie

") Bischof Wilhelm von Rcichenau gewährte am27. Juni 1488 einen Ablaß von 40 Tagen, ebenso seinWeihbischof Jakob Raschauer sxise. mieromisusis am4. April 1490; der apostolische Legat Kardinal Raymundam 4. Sept. 1501 und Bffchof Markus von Rhodi am9. Nov. 1501 gewährten 40 und 50 Tage Abl. (Past.-Bl.1855, 164; Priefers Aufzeichnungen). Nach Falckeustcindloi-clAkn-. I, 256) starb Weihbischof Jakob Rasch-aucr (auch Rastauer) 1495 und, liegt in Pollenfeld , un-weit Eichstätt , begraben. Nach einer Notiz in einem Akteüber Abenberg (Mskr. d. bisch. Ordinariatsarchivs Eich-stätt) wurde 1468 in Abenberg unter Pfarrer ChristianHaberstroh die Kirche (wohl die St. Jakobskirche) gebaut.Nach Suttner (Schematismus von 1480 S. 57) war dieFrühmeßstiftung in Abenberg nach der hl. Katharina be-nannt (vergl. dagegen Past.-Bl. 1858, 190) und stand derBürgerschaft das Präsentationsrecht darüber zu, währendnach Falckenstein (Hntig. dlorckK. II, 299) der Bischof dasfreie Collationsrecht übte. Cooperator war 1480 KonradMair aus der Diocese Eichstätt, geweiht zu Würzburg ;Frühmesser war Paul Feuchtner, geweiht zu Augsburg .

Lotff das Haus bezeichnet (Psalm 141, 3). Ich hattehiefür in letzter Zeit sogar noch Hanebergs Zustim-mung, der doch unser tüchtigster Hebräer war.Heil-lose Verwirrung" entsteht dann, wenn man nach demPyrrhonischen Grundsätze verfährt: es läßt sich inallen Fragen genug für und etwas dagegen sagen. Damitist auf jedes positive Resultat verzichtet. Ichfürchte, daß mein Kritiker diesem radikalen Skepti-cismus verfällt, denn es steht am Ende von allemnichts mehr fest! Positive Kritik habe ich nicht zuscheuen, man gieße mir nur nicht Scheidewasser über dasPapier. Das habe ich zum Danke für diese meine Ent-deckung. Josephus Flavius weilte in Beth Maus (derDeutsche übersetzt Bethmaun), während sein GegnerJohannes von Gischala die heißen Bäder von Chamat,südwärts von Tiberias , benlltzte. Maus, mit dem ArtikelAmmans, bedeutet ebenfalls Bad. Ich habe in AinFulieh noch das Römerbad vorgefunden und auch ge-braucht, und fand Arknlfs Aeußerung 570 am Platze:Alan blickt von der Quelle gigeu Mittag auf Tiberias ."Wie freudig überraschte mich aber die Legende bei Theo-dosiuS 540.Von Tiberias bis zu den sieben Quellensind fünf Millicn. Hier hat Christus die Apostelgetauft." Der berühmte Abt Daniel von Kiewschreibt in der ältesten slavischen Urkunde 1113 zur Er-gänzung von der kiseinL Jesu, Maria und derApostel eine Werstc ("/^ Stunden) von Tiberias . Ernahm noch von der Mittheilung Akt, Jesus sei in dieGrotte geflüchtet, woraus der süße Born fließe (nochheute Am el Bande genannt), als die Menge nach derSpeiinng der 4000 ihn zum Könige erheben wollte.Die Araber nennen die Quelle sogar nach JesusAin el Aissa. Paßt dies nicht zu Dalmanntha, undvon alldem hat man bisher nichts gewußt. Wie magnun mein grausamer Recensent (dem ich aber doch gutbin) moderne Skribenten für sich anführen, welcheHeptapegon im Norden der Ebene Genuezaret suchenjenes Siebenbruun, wo unter Karl dem Großen einKlösterlein bestand! Wer kann noch mehr Argumentefordern, und doch bringe ich noch in Erwähnung, daßder Jude Carmoly hier das Dorf Ras el Amis vor-fand, was Quellhanpt bezeichnet, und Amis geht ebenauf Amaus zurück. Die Maxime wollen wir nicht geltenlassen:Du sollst mich nicht überreden, auch wenn Dumich überzeugst." Ebenso wenig geht an, daß das Ur-theil dahin laute: Hier erscheinen zehn Zeugen, die nichtunterrichtet sind, gegenüber dem Einen, der Alles gesehenund sorgfältig durchforscht hat, mithin ist die Majoritätgegen den Einen.

Unser Freund übergeht Kann Galil, den Wunder-ort, der noch den alten Namen trägt und, an der direktenStraße von Aka nach Tiberias gelegen, mit dieser ver-ödet ist. Ich habe die Stätte nach ein paar Jahr-hunderten zum erstenmal wieder besucht und nur Pferche,umgeben von sonnetrockeneu Ziegelmauern, ohne einlebendes Wesen vorgefunden. Auch Cannä , der Schlacht-platz Haunibals in Italien , ist zu einem Schafhofe hcrab-gesnnken. Der Bibelname rührt vom nahen Rohr-gewässer Battof, einem Sumpfe, her, aus dem ich 1646noch Schildkröten auflas. Alle Christglünbigen, vor,während und nach dem lateinischen Königreich Jerusalem,hielten an Kana in Galiläa fest, ja noch 1310 schreibtder Veuetiaucr Marino Sannto:Von Nazaret zweiLeuka nach Sepphoris, von da dritthalb nach EhanaGaliläa. Herkömmlich macht man den Weg von Ptole-