Ausgabe 
(27.2.1897) 11
 
Einzelbild herunterladen

Und doch sollte dieser Klosterzwisi ein fiir die oriental-ischen Missionen bedenkliches Ereignis; herbeiführen. Dernach Wiedererrichtung des lateinischen Patriarchates unterPins IX. dafür ernannte Gennese Valerga »erhingüber die neue Kirche zn Knbbbe das Interdikt und sprachsich energisch gegen die beliebige Errichtung neuer Sanktu-arien aus. Die um die Erhaltung der heiligen Stättendes gelobten Landes hochverdienten Vater des hl. Franzwandten sich nach Xra, 6c>e1i, und Rom gab ihnen Recht.Der hochw. Patriarch dachte mir 1867 bei seinem Be-suche von Paris auf der Durchreise durch München dieEhre der Einladung zu einem Besuche zu und appellirteso an den bescheidenen Professor. Nachdem aber seinNachfolger Bracco, welchem ich 1874 nahe trat, mit Todabgegangen, hob man, um die Zwietracht mit den Ordens-väteru für immer zu beseitigen, das Patriarchat thatsächlichauf, indem ein würdiger Franziskaner mit dein Ehrcnamtebekleidet wurde, was wohl so fortgehen wird. Ich tragedie Mitschuld und kann doch nicht dafür!

Mein hochw. Recensent erscheint wahrlich nicht un-parteiisch, indem er mir zum Vorwürfe macht:Sepp'sMethode krankt vor allem daran, daß er die Einwürfeseiner Gegner zu wenig ernst nimmt." Ich habe in un-bhängiger Stellung kein Interesse als die Wahrheit, eswäre mir ein Triumph, den weniger Unterrichteten bei-znspringen, die ich nicht eigentlich als Gegner betrachte;aber was mein Kritiker Gründe nennt, blase ich mitEinem Hauche in den Wind.

Lichtmesse, 1897. Pros. Dr. Sepp.

Verzeichnis; bei der Redaction eingegangenerSchriften.

Immergrün. Jllustrirte Monatsschrift zur Unter-haltung und Belehrung. Verlag von Ambr. Opitz inWarnsoorf (Nordböhmen). Preis per Jahrgang 3 M.

Tabernakel-Wacht. (A. Laumaun'sche Buchhand-lung in Dülmen, Westfalen . Jährlich 12 Hefte, PreisM. 2,40.) Das 1. Heit dieser neugegründcten Zeitschriftist ziemlich umfang- und inhaltreich und zugleich recht ge-fällig ausgestattet. Dieverschiedenartigen Themata, welchedahin behandelt werden, sind mit praktischem Verständnißausgewählt und entsprechen in angemessener Weise demeinheitlichen Zwecke, welchem sie dienen sollen, nämlichder Anbetung und Verherrlichung des allerheiligstenSakramentes.

Stimmen vom Berge Karin el. Monatsschriftfür das katholische Volk. Graz 1697. Verlag des Karme-litcn-Conventes. Preis jährl. M. 2.36.

Missionsblätter. Jllustrirte Zeitschrift für daskathol. Volk. Organ der St. Benediktus-Genossenschastfür ausländische Missionen zu St. Ottilien . Die ..Mis-sionsblätter", welche man bei der Expedition derselbenin St. Ottilien , Post Türkenfeld. bestellt, kosten jährlichM. 1,50. Dieselben erscheinen Heuer im ersten Jahrgangeund.verdanken ihr Entstehen dem Wunsche verschiedenerWohlthäter und Freunde der Genossenschaft, über derenWirken genauere Nachrichten zu erhalten. Durch Heraus-gabe derMissionsblätter" ist es möglich geworden, dasim gleichen Verlage erscheinendeHeidenkind" ganzder Jugend zu widmen. Letztere Zeitschrift erscheintmonatlich zweimal und kostet jährlich 1 M.

Kreuz und Schwert im Kampfe gegen Sklavereiund Heidenthum." Inhalt des Febrnarhestes: 1. Mis-ftonstyätigkeit. Koloniales: Die Missionen der WeißenVäter in den deutschen Schutzgebieten. Gründung einerneuen Mission. Aus der Togo-Mission (Väter vomGöttlichen Wort). Das Herz-Jesu-Missionshaus zuHiltrup bei Münster i. W. Kleine Nachrichten.2. Zur Belehrung und Unterhaltung: Blumen aus demGarten der Missionsschwestern. Etwas über dieschwarzen Handwerker in Togo . Aus Pins' IX. schweren

Tagen u. s. w. Verleger: W. Helmes, Münster i. W.Jährlich 1,80 M. portofrei.

Die katholische Welt. illustrirtes Familienblattmit den BeilagenDer Hausfreund" undFür fleißigeHände" (jährlich 12 reich illustrirte Hefte ü 40 Pfg.) Dassoeben ausgegebene Heft 4 enthält folgende Theile: EinTag in Alcraudrien: Ausflug nach Kairo; von Alexandrien über Jaffa nach Jerusalem , mit 11 Illustrationen. Ge-sammtzahl der Illustrationen im Hefte: 41 und eine Kunst-beilage. Probehefte versendet die Verlagshandlung vonA. Rifsarth in M.-Gladbach (Rheiul.).

Die heilige Familie, Monatschrift für die christ-liche Familie, insbesondere für die Mitglieder des allge-meinen frommen Vereins der christlichen Familien zuEhren der heiligen Familie von Nazareth, herausgegebenunter Mitwirkung mehrerer Welt- und Ordenspriestervon Clemens Schlecht, Kraukenhauskurat. Jährlich 12Hefte. 1624 Seiten stark, mit Illustrationen. Preis1 Mk. Verlag von vr. Franz Paul Datterer, Verlags-anstalt, Freising .

Litcrarisches.

* Ein neues Geschichtswerk, auf das wir hiervorläufig kurz aufmerksam machen möchten, ist jüngst vomHerder'schen Verlag (Freibura) und zwar zunächst der1. Band ausgegeben worden. Dasselbe nennt sichGe-schichte des deutschen Volkes seit dem 13. Jahr-hundert bis zum Ausgang des Mittelalters" und hat denJnnsbrucker Professor der Kirchengerichte Dr. EinilMichael 3. (I. zum Verfasser. Das Werk erscheint in67 Bänden in Format und Ausstattung von JanisensGeschichte und wird die deutsche Geschichte bis dorthinfortsetzen, wo Janssen begonnen hat. Der erste Band,über welchen wir ein Referat aus berufener Feder bringenwerden, behandeltdie sociale Frage in Deutschland während des 13. Jahrhunderts und ihre Lösung"; derzweite Band wird die religiös-sittlichen Zustände, Er-ziehung und Unterricht, Wissenschaft und Mystik; derdritte Band die deutsche Kunst des 13. Jahrhunderts be-handeln und in den nächsten Bänden die Darstellung sichder politischen Geschichte zuwenden. (Preis des 1. Bandes5 M.; in Orig.-Einband M. 6,80.) (Wie uns die Ver-lagsfirma soeben mittheilt, war die Nachfrage nach demWerke so stark, daß bereits wenige Wochen nach der Ver-sendung des Bandes zu einem Neudruck geschritten werdenmußte, welcher Mitte März als zweite, unveränderte Auf-lage in Lieferungen zu erscheinen beginnen wird.)

* In Beilage Nr. 51 (1896) befand sich eine litterarischeAnzeige von48 Betrachtungen über das HoheLied von Maria Anna Zaubzer. In derselben hießes u. A.:Wenn die Verfasserin die S. 101 erwähntenSitten belegen könnte, wären ihr die Ausleger des HobenLiedes dankbar." Hiezu schreibt uns die Autorin derBettachtungen": Diesen Dank will ich mir herzlich gerneverdienen und glaube ich den genügenden Beleg zu liefern,indem ich auf folgendes Werk hinweise:Die hl. Schriftdes alten und neuen Testamentes nach der Vulgata mitsteter Vergleichung des Grnndtextes, übersetzt und er-läutert von Dr. Valentin Loch und vr. Wilhelm Reischl.Neue illustrirte Ausgabe, II- Band. Regensburg , 1885.Verlag von Manz. Seite 543. Anmerkung k." dort heißtes wörtlich:Die ältere Leseart der Vulgata stimmt nochnäher mit dem hebr. Texte: ,Der Geliebte langte durchdas Thürgitter an den Riegel herein, entweder um denVersuch zu machen, ihn loszuknüpfen (1 zu Matth. 16,19)oder (nach V. 5) um denselben, wie es uraltes, noch imMorgenlands übliches Zeichen und Pfand treuer Liebe ist,mit Aroma zu salben'. Das also ist mein Beleg.Weiter schreibt uns die Verfasserin, daß sie sich eingehendorieutirt habe, wie sich die hl. Väter über das Hohe Liedaussprcchen, daher werde den Exegeten auchdas ofteSchütteln des hermeneutischen Hauptes erspart bleiben";denn, wenn sie sich die Mühe nehmen wollen, nachzu-schlagen, so werden sie da und dort wieder finden, wassie, die Verfasserin, in allerdings gekürzter einfachererForm wieder gegeben habe. Was sie auf diesem Grundeweitergebaut, mäche keinerlei Ansprüche auf Exegese, son-dern bewege sich im Reiche der Vergleiche.

Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .