SiamSgedmckeu, immer weitere Einführung in das öffent-liche Leben zn verschaffen!
Necensivueri lind Notizen.
Moraltheologie. Von Dr. Fr. A. Göpfert, Professorau der Universität Würzburg. 1. Bö. Gr.8". S.XII,512. Paderborn 1807, Schöningh. Preis: gebt».5 M. 20 Pf., ungebd. 4 M.chj: Von den theologischen Lehr- und Handbüchernder „Wissenschaftlichen Handbibliothek" des rührigenSch''mi»gb'sci>en Verlages in Paderborn, Westfalen, liegtje ich auch die „Moraltheologie" im ersten Bande vor. Siestellt sny den bereits vorhandenen trefflichen Moralmerkenwürdig zur Seite. Des fleißigen Verfassers Bestreben istes, neben theoretischer Bestimmtheit und Klarheit der Be-griffe und Sähe auch deren praktische Anwendung aufdie verschiedensten Verhältnisse möglichst eingehend zuzeigen. Der I. allgemeine Theil behandelt die all-gemeinen Principien des sittlichen Handelns:und zwar: I. Buch: die von Gott gesetzten Bedingungendes sittlichen Handelns (Gesetz, Willensfreiheit, Gewissen);I. Buch: die freie Selbstbelhätigung des Menschen inihren allgemeinen Beziehungen znr sittlichen Ordnung(sittlicher Charakter der Handlungen, Sünden und Tugen-den im Allgemeinen). Der II. besondere Theil bringtdie Verwirklichung des christlich-sittlichenLebens. Das I. Buch bespricht die Tugenden undPflichten des sittlichen Lebens zunächst in ihrer Richtungaus Gott (theologische Tugenden und Tugend der Religionnebst ihren Gegensätzen). Mit diesem I. Abschnitt schließtder vorliegende erste Band. Der Verfasser glaubt, derallgemeinen Moral eine größere Aufmerksamkeit zu-gewendet zu haben, als dies sonst zu geschehen pflegt, ein-mal, weil von einem richtigen Verständniß«: der allgemeinenBegriffe und Gesetze das Verständniß der besonderenMoral bedingt ist, und dann auch, weil erfahrungsgemäßdas Studium der Ethik an den Universitäten stark ver-nachlässigt wird. Unseres Trachtens wäre dies durchausgründlicher und zugleich wissenschaftlicher geschehen durchengen Anschluß an die IL IlLL der Sunnua Ibsol.des hl. Thomas von Aquin . Vor dessen System treten,wie Pruuer (Moraltheol. 2. Aufl. Eml. S. 12) treffendsagt, alle ihm vorhergehenden und nachfolgenden Bear-beitungen der Moral zurück, gleichwie der Glanz derSterne erbleicht vor der alles überstrahlenden Sonne.Aus diesen engen Anschluß an St. Thomas auch in derMoral wiesen wiederholt nicht etwa blos die sogenanntenThomistcn hin, sondern mich Männer wie Scherben,Kleutgeu, die Herausgeber der „Civilta cattolica" zu^lorenz. Dieser Anschluß entspricht auch durchaus demLunich und Willen der Päpste. Alexander VII. befahleni Generalcapitel des Dominikanerordens im Jahre 1655,s solle allen Theologen des Ordens vorschreiben: utuimis animnsa sxtrinssearmn probabililatuin suüraZstavvitont otsanas^cnKolioiUraoooptorisäovtrinaoin oinuibus, praosortiin in moralibus, nbi pros-sins llo salnts ot inllsinnitato anirnaruin »Al-tar, allbaorsro sataZant. Der hl. Alphons vonLiguori selber rühmt sich in seinen Schriften öfter, derLeyre des Engels der Schule gefolgt zu sein St. Thomasbietet daher den sichern Schlüssel zum vollen Verständ-nisse der Lehre des hl. Alphons, freilich nicht mit ab-gerissenen Stellen, sondern mit seiner ganzen, zusammen-hängenden und streng systematischen Lehre. Mit dieserw..,üen auch am schnellsten die Streitigkeiten über Pro-babilismus und Aegniprobabilismus beendet werden.Zu dem Eirde verweisen wir auf den Artikel: „Die Prin-cipien der Moraltheotogie nach St. Thomas von Aquin "in Commer's „Jahrbuch für Philosophie und spekulativeTheologie" (Paderborn , Schöningh) 4. und 5. Band;Schneider, Wissen Gottes (Regensburg , Manz) 4. BandS. 449 sf. 16. Cap.: Uebersetzung der Summa, 5. BandS. 280 ff. Der hl. Alphons von Liguori und die Moral-principien des hl. Thomas": 6. Bd. S. 554 ff. (Schluß):„Divus Iboinas", Vol. VI, 4ni. XVII, paA. 60 sqq., 129sgg-i „Oö Oonaino 8z-stoinats 8t. Xlpbonsi Doolosiaovootoris". Schwerlich dürfte wohl die probabilistischeAuffassung der Beziehung des Gesetzes zur Freiheit der
Lehre des hl. Thomas, sowie der Anschauung des HeiligenVaters Papst Leo's XIII., ausgedrückt in seinem Rund-schreiben „Illbortas" vom 20. Juni 1838, entsprechen. Sieentspricht vielmehr in der Dogmatik der molinistischenAnsicht vom Verhältnisse der Gnade zur Freiheit.„I-onAoost a vvritato alionum", sagtPapstLeoXlll.a. O., „intorvonionts Doo minus esso liboros motusvolnntarios: nain intim a in bvmino ot oum naturali xro-psnsiono oouArusns ost llivinas vis Aratiao, guia ab ipsoot aniini ot volnntatis nostras auotoro mannt, a guo rosomnos oonvoniontor naturao snao moventur.Immo Aratia llivina, nt monot iVnKslieus Ooetor, ob banooausam quoll a naturao opiüos proüoisoitur, mirs nataatqus apta ost all tuenäas qaasquo naturas, oonsor-vanäosguo moros, vim, süleiontiain sinZularum."St. Thomas drückt seine diesbezügliche Lehre kurz undbündig und unwiderlcglich aus im 113. Kapitel des3. Buches seiner Summa contra Oontilos (vgl. auch diefolgenden Kapitel über das Gesetz). Siehe dazu Commer'sJahrbuch. X. Bd. S. 217 ff. VI. „Die Gnade im All-gemeinen : S. 337 ff. VII. „Die Gnade und die Freiheit".Zu bedauern ist die gar kurze Behandlung der Leiden-schaften. St. Thomas bespricht dieselben eingehendUnd wohl mir Recht; denn um die Leitung dieses sinn-lichen Theiles dreht sich die ganze Moral. KirchlichesAnsehen genießen die hh. Väter und Kirchenlehrer unddürfte bei den neueren Autoren (siehe Einl. S. 5 ff.) wohlstark zu beanstanden sein; bei ihnen gilt nur wissenschaft-liches Ansehen. Zu S. 48. 2. 4 ist zu bemerken, daßSt. Thomas unter ,,1sx Humana« nicht die kirchlichen Ge-setze begreift. Vom Kirchengesetz handelt er unter »loxNova" I, II q. 106 sgo.; vgl. genanntes Jahrbuch, XI. Bd.S. 197 ff. VIII. „Die Kirche und die Freiheit" insbesondereS. 209 ff. 2. „Die Kirche und der freie Wille." Die ge-machten Bemerkungen sollen nicht den Werth des Buchesherabmindern, vielmehr zur Vervollkommnung desselbenbei baldiger Neuauflage beitragen. Die angeführteLiteratur vermag dies noch besser. Dem eifrigen Ver-fasser ist sicherlich mit rein sachlichen Bemerkungen mehrgedient als mit Lobeserhebungen u. dgl. Der solidenVerlagshandlung macht auch der vorliegende, stattlicheBand alle Ehre.
Theologisch-praktische Monatsschrift. Monat-lich erscheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. oder80 S. gr. 8°. Preis ganzjährig 5 Mk. In Com-mission der Buchhandlung Gg. Kleiter in Passau .
Inhalt des 3. Heftes 1897: Bibel und Wissen-schaft. — Leichenbeerdigung oder Leichenverbrennung? —Der letzte Babenberger und die Kirche von Passau . — DiePredigten der Charwoche. — Testament eines erfahrenenSeelsorgers. — Zeitgemäße Ausführungen zum Rund-schreiben der 8. 0. Lpp. ot UsA. über die moderne Predigt-weise. — Studentenseelsorge besonders während der Ferien.— Der Blumenschmuck des Friedhofes. — Aussegnung derunehelichen Kinder vom Haiy e aus. — Eine kleine Plaudereiüber pädagogische Conferenzen. — Zeitgemäße Leitung desFainilienvereins. — Nutzungsrecht der Bäume des Schul-hausgartens. — Gemeindeumlagenpflicht der Geistlichen.U. s. w.
Repertorium der Pädagogik. Organ für Erziehung,Unterricht und pädagogische Literatur. Herausgeg.und geleitet von Joh. Bapt. Schubert , Oberlehrerin Augsburg. Ulm , 1897. Druck und Verlag derI. Ebner'schcn Buchhandlung.
Das 5. Heft des Jahrgangs 1897 enthält u. And.:Franz Schubert . Zum 100jährigen Geburtstage. Mit Bild-niß. Von Gg. Frd. Troppmann, Lehrer in Tirschenreuth (Oberpf.). — Pädagogische Rundreisen. Von F. Eumenes,phil. Privatlehrer in Berlin . — Wie läßt sich die Erziehungder weiblichen Jugend in den höheren Berufsklassen vom15. bis zum 20. Lebensjahre am zweckmäßigsten ge-stalten ? Von Jos. Nißl, Lehrer in Klemberghofen (Ober-bayern ). — Die kindliche Phantasie und das Spiel. VonPros. Dr. Sully; aus dem Englischen übertragen von Dr.I. Stimpfl, Lehrer am k. Schullehrerseminar in Bamberg .— Ueber das Verbot. Von vr. Frdr. Horn, Gymn.-Ober-I lehrer a. D. in Altona . U. s. w.