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Ist vielleicht ein Fund von altromischen Münzen (davon13 aus der Zeit von 14—280 n. Chr.), der bei derStadt Hsi-An-Fll gemacht wurde; davon machte ein her-vorragender Sinologe, Pros. Dr. Fr. Hirth (zur Zeit inMünchen , damals in Shaug-H'ai), im „North-China-Hcrald" Mittheilung.") Freilich bringt Hirth die Miinz-sunde mit kaufmännischen Beziehungen China's'") mitAlcxandrien und Syrien in Verbindung, aber für dieEchtheit der berühmten ncstorianischcn Inschrift tritt der-selbe Gelehrte, der fast drei Jahrzehnte in China gelebthat und über umfassende litcratnr- und kulturgeschichtlicheKenntnisse verfügt, mit aller Entschiedenheit ein. Merk-würdig ist, daß sich nach den „Mittheilungen der Wienergelehrten Gesellschaft für Anthropologie" auch im Gebietevon Scmirctschensk Ziemlich viele ncftorianische Denk-mäler vorfinden. Auf die Aehickichkeit der Inschrift vonHsi-An-Fn mit der hebräisch-chinesischen'") von K'ai-Fong-Fu hat schon Renan hingewiesen. Wenn derselbe Forscherüber unsere nestorianischc Inschrift behaupten wollte:„I/es odgeetiolls Zrnvas Hui out rouäu longsemps<Ioutou8v l'Lutbcmtieit» äs c« clocument out outiirckisparu" — so gebührt doch erst der erneuten und ein-gehenden Untersuchung des I?. Heller das Verdienst, mitden besten Beweismitteln diese Behauptung zur unzweifel-haften Wahrheit gemacht und eine wichtige Streitfragezur endgiltigen Losung gebracht zu haben. Wir wünschennur, daß die Abhandlung, die interessanteste in dem nahezu1000 Quartseiten umfassenden, von eminente!» Gclehrtcn-sleiß Zeugniß gebenden II. Band des Neiscwerkes alsbaldgesondert in französischer, englischer oder auch lateinischerSprache erscheinen möge, um allgemeiner zugänglich zuwerden; denn sie bedeutet thatsächlich eine Bereicherungder gelehrten Literatur. Außerhalb der österreichisch-ungarischen Monarchie aber dürfte man vielleicht cbeuso-vicle finden, die der chinesischen , toie solche, die der ma-gyarischen Sprache kundig sind. Der Denkstein von Hsi-An-Fn ist das letzte und einzige uns erhaltene Wahr-zeichen von der Anwesenheit der nestorianischen Christenin China. Mitten in einer fremden Welt haben sie dasKreuz des Erlösers aufgepflanzt und in Treue hoch-gehalten; unter diesem Gesichtspunkt muß uns das Denk-mal/ die letzte Spur einsamen Stilllebens in der Welt-geschichte,. ein theueres, ehrwürdiges kirchenhistorischesErinnerungszeichen sein. Die Neste der Nestoriaucr sindin neuester Zeit vom ganzen Erdenrund verschwunden.Die katholische Kirche aber hat in unbesiegbarer Kraftüberall das Kreuzesbanner entfaltet, auch im Reich derMute, das heute über zwei Millionen Katholiken zählt.Jesuiten sind es vor Allem, wie ehedem, die dort segens-reich wirken.
Zur Geschichte des Kreuzweges.
(Fortsetzung.)
1. i?. 8. Wo die Wohnung des LandpflegcrS war,ist auch aus der Geschichte des hl. Paulus zu schließen(Apostelgesch. 22). Als er im Tempel predigte, wurdendie Juden wüthend und hätten, ihn wohl gctödtct, wennnicht ein Hauptmann von der nahen Antonia mit einer
") Vgl. Sitzung der „Berliner Gesellschaft für Anthro-pologie, Ethnologie und Urgeschichte " oom 16. Jan. 1800.
'") Vgl. Hirtli Itc. , OlNrio. :>uck O'.o rmoau oricul:11e8ec!re!iL8 into tlxckr cmciont incckiocvat rclaticm? tu olcle.tuno,<-L rocorlls. tzluuiKlici 1S?N.
Vgl. .loinnol o( ll>e. American oriental soctclr,AI, 401 (1800) n. IV. 411 (1804).
Schaar Soldaten herbeigeeilt wäre und ihn ihren Händenentrissen hätte. Der Hauptmann führte ihn in die Burgund übergab ihn dem anwesenden Höchsten, dein TribunenLysias , weil der Landpfleger Felix abwesend war, nichtetwa in Jerusalem , sondern in Cäsarca; dorthin wurdedenn auch Paulus geschickt. Einige Jahre darauf wurdebekanntlich die Stadt erobert und die Antonia zerstört»lag auch lange in Trümmern, wie der hl. Bischof Eyrillus(st 386) noch bezeugt: 1o 7rcX«ioo TcpA'.ickipcv'- vovEat. 13» 39. In diesem Zustande fand sieder älteste Pilger von Bordeaux (333), dessen Berichterhalten ist. Er schreibt: Ilt eas kora.3 murum clo8icm, ermti aä portmm Dleapolitnnnm a<I xartemäextram ckoorsum in vnllcr suut pnrietos, ubi ckomusknit sivs xretorium k. kiluti. Ibi Oominus g-uäituJosh nnteciuam pnteretur. A 8ini8tra, nutsm parto08 t montieulug doiZotba, ubi 6bri8tug cruoiöxuJest. Den meisten Anstoß geben die Worte „unten imThale ", die sich jedoch leicht erklären. Der Pilger steigtvom höchsten Punkte, von Sion herab und dann zumNeustadt-, jetzt Nablus -Thorc wieder hinauf; links istwieder ein Berg, der Golgatha. Nur rechts ist einThal» das von Nordwest nach Süden verläuft nicht garweit von der Antonia. Josephns setzt aus der Nordsciie der-selben eine Schlucht von 50 Fuß, anf der westlichen Seiteden Teich Strnthion. Gegen Osten ist heute noch derLirkot Israiu und der nenestens wieder aufgefundeneBethesda - Teich. Nach der Zimmcrmann'schcn Karte»welche den Boden vor der Bcsiedelung gibt, hat der Sion2550 engl. Fuß, der Golgotha 2450, das genannte Thorbei den Weibcrthürmen 2450, die Gegend um die Antonia2400. T. Tvblcr, der anf jeden Stein achtete, gibt an,daß der Kreuzweg von der ehemaligen Burg auf denCalvarienbcrg im Ganzen allmählig ansteigt. Der Pilgerstieg auch nicht anf den Platz hinauf, sondern betrachtetesich nur die „Wände". Auf die Burg führte eine hoheStiege hinaus, die jetzt zu Rom im Lateran ist, dieLenin 6Lnekn . Man macht geltend, daß Pilatns zu denJuden sagt: clWcenclito (Matth. 25, 65). Es
führte aber doch der Weg zunächst über diese Stiegehinunter! Man hebt auch hervor, daß der Erzähler dasRichrhans zuerst nennt nnd dann erst Golgotha, was auseinen Palast im Käsemachcrthale deute. Allein, wie.schonfrüher angegeben, einen solchen gab es nicht. Er nenn«die Burg nur. deßwegen zuerst, ivcil er sie kurz abthutnnd dann Mchreres von der Stätte der Kreuzigung nndAuferstehung erzählt.
Die nächste Nachricht haben wir von Theodosius (520—30) in seiner I)L8c:rixtio torruo gnnctae; er gibtan: Ds saucta Lioii acl ckowuin ('aizckino, yuao cwtmocko eoolosia. 8t. Letri, bunt z>Iu8 miuuv xa88U3numero I-. Qe äomo Laiirbas imgue ack pretoriumLilati numoro 0. Ibi oZt oce1e8ia, 8. Loxbiav. -luxtaeam mi8Lus cst lloremias in laeum. A äomo kilntiU8ciuo aci xiscinam probatioam x1u8 minu3 numero 0.Da er von der Petcrskirche bis zum Hanse des Pilatnsblos 100 Schritte zählt, so wollte man letzteres in derHcrodi'anischen Königsbnrg anf Sion suchen, allein auchdahin ivären 400 Meter nnd wird dort niemals eineSophicnkirche erwähnt, was hier zum ersten Male ge-schieht. Die hl. Sophia bedeutet die ewige Weisheit,den Sohn Gottes . Von nun an wird sie auch genanntvon, Lraviarirm (540), Antoninns (570) und vomPatriarchen SophroninS noch vor dem Perscrei'nsall (615).Er singt in seinen den, Anacreon nachgebildeten Liedern