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die malte, echte und wahre Tradition fälschlicher Weisezu verflechten.
> Nach der Ueberlieferung, Legende und Sage hatStilla im Schlosse zn Abenberg gewohnt und diePeterskirche zu Marienburg (so wurde die Oert-lichkcit später genannt) gestiftet. Dieselbe war dem-nach reich und kann nach diesen Umständen zu schließennur (wie die Legende will) eine Grafentochter oderdie Tochter eines adeligen Castellans oder Burghüters(Burgvogts) von Abenberg gewesen fein, und wenn eswahr ist, daß sie zweier Grafen Schwester gewesen, sokann sie nur den ca. 1175 gestorbenen Abt von Heils-bronn beatmn kspotonem und Konrad juniorem,den ersten Burggrafen von Nürnberg abenbergischer Ab-kunft, den Gemahl der Erbburggräfin Sophia, eonn-tissa. in RaZirs, zu Brüdern gehabt haben, weil eineandere Möglichkeit chronologisch, genealogisch und traditio-nell ausgeschlossen erscheint. Geschichte und Legende würdensich in unserem Falle nur dann widersprechen, wenn mandie Grafen Rapoto und Konrad junior im Weihegemäldezu Heilsbronn einerseits für Bruder unter sich, anderseitsfür Bruder Stilla's ausgeben wollte, wie dieses vonAgricola in Spalt, Generalvikar Priefer in Eichstätt undPfarrer Koch von Schönfcld geschehen ist.
Den Grafen Adalbert und seinen Bruder Konrad(H. 7, 51), von welchen Bischof Otto I. von BambergHalesprunen erworben hat,^) halten wir mit PfarrerMuck auch jetzt noch für Abkömmlinge der Grafen vonAbenberg , ja noch mehr, Konrad der ältere ist uns z. Z.noch der Vater der seligen Stilla, und wir haben nichtsgegen die Ueberlieferung zu erinnern, daß ihre Muttereine Truhen dingen war.
Das; Konrad .junior, der Bruder Stilla's, bei derKlosterstistnng zu Heilsbronn nicht betheiligt war, ver-sieht sich der Chronologie zufolge sozusagen von selbst;daß aber Graf Adalbert und sein Bruder Konrad, derVater Stilla's, und Graf Rapoto von Abenberg-Frens-dorf ebenfalls nicht betheiligt gewesen sein sollen, entsprichtweder der Stiftnngsnrknnde voni 21. April 1132 nochden übrigen thatsächlichen Verhältnissen, wovon sich dieGegner Professor vr. Schmid in Tübingen ^") und PfarrerHirschmann in Schönfcld durch ein etwas genaueresStudium der Stiftuugsnrkunde leicht hättenüberzeugen können.
Betrachtet man nämlich den Stiftungsbriefohne Voreingenommenheit (8, 61), jedoch mitder gebotenen nöthigen Umsicht, so wird manfinden, daß in demselben nicht blos; der prciswürdigeAnkauf des Gutes .Halesprunen beurkundet ist, sondernauch bezüglich der Advokatie über das Kloster von BischofOtto 1. von Bamberg in feierlicher Weise Verfügung ge-troffen worden war.
„Wir bestimmen, heißt es da, ^) dem Klosterspeciell keinen Bogt, sondern bekräftigen feierlich, daß
An die Grasen und Burggrafen von Netz in Nürn-berg könnte man allenfalls denken, nicht an die Hohen-lohe oder ein anderes Geschlecht. (H. 7, 51.)
Die Könige von Preußen sind Hohcnzollern rc.Tübingen 1888, III. Bd. S. 44 u. 242 A. 5.
Hanlßbronnischer Antiqnitätcn-Schat; S. 58 undSupvl. Seite 59 von Hocker, dann ^ntigniiates Unrck-xe.viauLöL 1793 von Falkenstein tom. II. PNK. 352. „8ano-rclvoeatum Kickern Oosnobio unlknm spseialiterclentzrni-nns, soll Lckvooatnni aktnris bsati kotripriueixiajiseovkosias sin8clein Ociknobii äs-t'vosorkm ssse Lnuekmus."
der Vogt des Altares des hl. Petrus in unserer Haupt-kirche der Schirmer dieses Klosters sei."
Nun waren aber die Grafen von Abenberg , seit wirsie unter diesem Namen kennen, ja schon vor 1071 dieVögte der Kathedralkirche von s. Maria, 8. Peter und8. Georg in Bamberg , und seit dem 3. April 1130 warGraf Rapoto seinem Vater Otto II. (Wolfram III.?)in dieser Eigenschaft und Würde snccedirt, Graf Na-poto von Abenberg war demnach der oben ange-führten bischöflichen Sanktion zufolge der stiftungs-mäßige Vogt der Cisterztenserabtei Heils-bronn vom ersten Tage ihres Bestandes angefangenbis an sein Lebensende (22. Mai 1172), und wurdedieses Vogteirecht von seinem Sohne Friedrich I. (senior)und wohl auch noch von seinem Enkel Friedrich II., demjungen Helden von Abenberg im dritten Kreuzznge KaiserRothbarts (1189/90), bis gegen Ende dieses Jahr-hunderts ausgeübt.
Traditionsgeniäß war auch der erste Abt von s.Maria in Heilsbronn ein Graf von Abenberg , nämlichRapoto, den das Mutterkloster Ebrach wohl auf Ver-langen des Bischofs Otto I. dahin abgeordnet hattet)Daß übrigens auch abcnbergische Vasallen bei demStiftnngsakte zugegen und betheiligt waren,das beweisen die Namen der Zeugen Adalbero vonTage steten (Ober- und Mitteldachstetten) ^°) an ersterStelle und Dietmar von Hohenekke. Ein andererHohcnckke Namens Ramunch war als Ministerialedes Grafen Friedrich II. von Abenberg-Frens-dorf in der Urkunde von 1189 zum Geldempfange vondem Grafen an das Domkapitel von Bamberg delegirt,und bald nach 1200 erscheinen die Hohenekke imDienste der Burggrafen von Nürnberg aben-bergischer Abkunft.
Die Grafen von Abenberg waren demnach bei derKlosterstistnng in Heilsbronn nicht ganz unbctheiligt (8, 62).Allerdings war Bischof Otto der Heilige von Bambergder eigentliche Stifter, aber die Grafen Rapoto undKonrad junior von Abenberg haben sich durchsehr reichliche Vergabungen den Ehrentitel„Mitstifter des Klosters" sehr wohlverdient,welcher ihnen von den Cistcrzicnsermönchen auch nicht vor-enthalten worden ist. Seitdem das Klösterlcin 8. Jakobin Abenberg (so heißt die Hanptkirche daselbst heutenoch) durch die große Schanknng Napoto's 1149/50 mitHeilsbronn verbunden worden ist, hat die KlosterkircheHeilsbronn den combinirtcn Titel sanota Llaria und8. Jakob angenommen und fortgeführt.
Lefflad hat sich durch den urkundlichen Nachweisdes Abtes Ondalric von Abenberg,^ welcher wegen derVerbindung der beiden Mannsklöster „Aben-berg und Heilsbronn " 1149/50 wohl keinen Nach-folger mehr gehabt hat, gewiß ein großes Verdienst er-worben, wenn er aber (H. Nr. 8, 63) zum Jahre 1199einen Grafen Heinrich von Abenberg kennen will.
Nebergaug der Vurggrafschaft Nürnberg von denGrafen von Netz an die Grafen von Abenberg um1177/78. Beil. z. Angst». Postztg. 1895 Nr. 12 u. Separat-abdruck A. 16.
°°) Wie hier als Mittelsmann Bischof Otto's I. vo»Bamberg treten Adalbero und Konrad von Tage-steten zwischen 1132—1165 wiederholt neben den Grafenvon Abenberg auf.
Regelten der Bischöfe von Eichstätt Nr. 215. DieUrkunde ist sicher nicht 1192, sondern nach 1138 aus-gestellt worden. (H. 8. 69.)