Ausgabe 
(19.5.1897) 28
 
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lich julianische Jahr mit den noch jetzt bestehenden Mo-naten. Diesem Jahre ging 709 mit 365 Tagen voraus,welches freilich mit 1. März begann und theilwcise nochMonate von ganz anderer Dauer hatte. Allein, weilts ein Jahr von 365 Tagen ist, so hindert uns nichts,daß wir diesem Jahre die gleichen Monate zu Grundelegen» wie sie 710 hatte, und also auch 709 mit 1. jnli-anischen Januar beginnen lassen. Ebenso machen wires im Jahre 708, indem wir mit den 80 Tagen vorn81. Dezember ab zurückgehen, und damit kommen wirzum 13. Oktober und sagen: Julius Cäsar begannseinen Kalender mit dem 13. julianischenOktober 708 II. 6. Dieser 13. Oktober alsBeginn des julianischen Kalenders ist derwichtigste Tag in der ganzen Zeitrechnung.Denn mit diesem Tage ist der Anfang des Kalendersfest eingereiht in das Gefiigc der julianischen Monats-tage, und es läßt sich jetzt auf die leichteste Weise cyklischsowohl vorwärts als rückwärts rechnen.

Nun kommt aber erst noch die Hauptsache. Wirhaben in unserer SchriftDie Wcltära" die vorhinbeanstandeten Fehler vermieden, indem wir nur mitJahresbuchstaben rechneten und sowohl Sonnen- alsMondcyklus mit 709 und der Cyklnszahl 1 begannen.Es >var uns eben hauptsächlich darum zu thun, Gebnrts-nnd Todesjahr des Erlösers herauszubringen und dasist uns auch vollständig gelungen, denn die betreffendenJahre 750 und 785 II. 6. stehen unbestreitbar fest.Gleichwohl haben auch wir noch einen gewaltigen Fehlerbegangen, weßhalb neben sehr vielem Richtigen sich nochmanches Unklare und theilwcise auch Unrichtige in unsererSchrift findet.

Unser Verfahren wäre recht gewesen, wenn mit demjulianischen Kalender auch eine ^ors, luliana eingeführtworden wäre, wie später eine ^ora Dioolotiani. Wirhabe» zwar diese Aera cyklisch durchgeführt, aber sie isteben keine historische, wenn auch nicht eine erdichtete, wiedie vorchristliche Aera .

Ganz anders wird die Sache, wenn man den Cyklusin der römischen Aera selbst sucht, was ja vom 13. Ok-tober 708 ab ganz leicht ist. Für die Woche von achtTagen erhält man nach Division mit 32 die Cykluszahl5 zum Jahre 709, für die siebentägige Woche aber 9.Auch der Mondcyklus darf nicht bei 709 mit a. n. 1beginnen, sondern mit Epacte * vom 1. julianischenJanuar des Jahres 1 II. 6. ab erhält man nach reineyklischer Rechnung für das achte Jahrhundert der röm-ischen Aera die Epacte 26 zur goldenen Zahl 1, und daeine Division mit 19 für 709 die Zahl 6 zum Nestehat, so bekommt man nachstehenden Cyklus:

». u.

Dpaet»

704

1

26

705

2

7

706

3

18

707

4

29

708

5

10

709

6

2L

710

7

2 u. s. f.

Somit ist klar ersichtlich, wie man nach richtigerCyklusrechnung für 709 ganz genau jene Epakte erhält,wie sie sich vom Neumonde des 13. julianischen Oktober708 ab für das Jahr 709 ergibt.

Zn unserem größten Bedauern können wir hier indiesen Blättern nicht auf eine nähere Darlegung derNichtigkeit dieser Rechnung eingehen, da wir zn viele

Tabellen zur Anwendung bringen müßten. Das abersagen wir: Man wird mit dieser Cyklusrechnnng so über-raschend Vieles finden, was man aus Mangel an dennöthigen Aufzeichnungen auf rein historischem Wege nie-mals würde herausbringen können, daß sich die ganzefolgende Zeit auf's Klarste erkennen läßt. Wir habenuns zwar von Anfang an auf den Standpunkt gestellt,daß der Schöpfer des Universums, der als solcher jadie Zeit mitgeschaffen, auch die oberste Führung undLeitung der Zeitrechnung niemals, wie man zu sagenpflegt, aus der Hand gegeben hat. Aber das haben wirnicht geahnt, daß sich bei richtiger Cyklusrechnung in ge-treuer Anwendung der Bewegungsgesetze jener Gestirne,die er den Menschen zum Zeitmaße gegeben, diese seineOberleitung der Zeitrechnung so klar und deutlich er-kennen lasse. Und wenn einmal die historische Zeit,beginnend mit der römischen und nabonassarischen Aera,welche gleichzeitig sind und sich gegenseitig unterstützenund einander anshelfen, klar gelegt sein wird, dann wirdsich auch Niemand mehr wundern, tvenn auf solche Weiseauch zurück bis znm ersten Tage des Beginnes derSchöpfung die Zeit genau berechnet werden kann.

Benta Stilln, Gräfin von Abenberg.

Von I. N. Secfried.

(Schluß.)

Nur ein paar Worte noch über die Resultate derHirschmann'schcn Kritik.

III.

Das negative und positive Resultat derKritik Hirschmanns.

Den Cistcrziensermönchen von Heilsbronn kann diefalsche Anschauung nicht aufgehalst und überbürdetwerden, als seien der Laicngraf Rapoto (11301172)und Konrad junior jemals Bruder und der erstere ins-besondere Stilla's Bruder gewesen, wie solches der jünger-Spalatin und seine Nachempfinder Vitns Priefer undVitns Koch später behauptet und fälschlich in die Stilla-Legende hineingetragen haben. Beide Grafen gehörennicht einmal derselben Linie an, da Rapoto sicher derLinie Abenberg-Frensdorf, ckominus 6onrat junior da-gegen wahrscheinlich der älteren Linie Abenberg - Zollernzugezählt werden darf. Nur der letztere und der erste»dritte und sechste Abt Rapoto von Heilsbronn können»wie wir wiederholt ausgeführt, als Brüder Stilla's inBetracht kommen. Hirschmann hätte allerdings die Zu-gehörigkeit Stilla's zur gräflichen Familie Abenberg be-anstanden können, allein in diesem Falle hätte er be-weisen müssen, daß sie einer anderen adeligenFamilie angehört hat. Diesen Beweis hat er nichterbracht, ja er hat es sogar unterlassen, auf jene merk-würdige Nachricht aufmerksam zu machen, welche sich ausder Geschichte von Marienburg schon bei Falkenstein (1733)findet und im Auszuge lautet, wie folgt:")

Zur Zeit des markgräflichen Krieges war KlosterMarienburg (bei Abenberg ) wieder ganz abgegangen undüber 30 Jahre öd gestanden bis endlich Bischof Martin(von Schanmberg) dasselbe 1588 wiederum mit Kloster-frauen aus Mariastcin besetzte und das Kloster Marien-bnrg wieder herstellte. . . . Unter anderen haben auch

Nordgauische Alterthümer, aufgesucht im BisthnmEichstätt. Frankfurt und Leipzig . 1733. II. Thl. S. 377

Ü u.