Ausgabe 
(22.5.1897) 29
 
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citirten Stellen sind auch in lateinischer Uebersetzung bei-gefügt. Für Solche, die mit Orientalen im persönlichenVerkehr stehen, hat das Buch auch einen nicht zu ver-kennenden praktischen Nutzen. Was wir bei allen ähn-lichen Schriften vermissen, ist die freimüthige Anerkennungdessen, was die Griechen vor uns voraushaben: es be-trifft das freilich nur Unwesentliches, an dem aber derMensch gerade mit der größten Zähigkeit hängt; es sindeinzelne Punkts der Disciplin, Eigenheiten des Ritus,worin die Geschichte den Griechen den Vorzug des Ernstes,des ehrwürdigen Alters und eines wohlthuenden Con-servatrsmus zugestehen muß, während Nieniand leugnenwird, daß in der römischen Kirche der kleinlichen er-finderischen Modesucht und der Gründungswuth zu vielSpielraum gelassen ist, ein Unistand, der den draußenStehenden den Eintritt in unser Haus nicht einladendmacht.

Hagemann Ge., Psychologie: Leitfaden für akademischeVorlesungen. 8°, VIII -s- 210 SS. Freiburg imBreisgau. Herder 1897 (VI.) M. 2.80.

-x Durch Hagemann's Lehrbücher macht der mmehendeakademische Bürger, namentlich der künftige Theologe,seine erste Bekanntschaft mit der Philosophie. Sie ver-dienen in der That die Beliebtheit, deren sie sich in weite»Kreisen erfreuen, vollauf. Ohne tiefer einzudringen, alses die Zwecke der Schule fordern, wozu sie geschriebensind, geben sie in einfacher, verständlicher Darstellung dieLehren der philosophischen Disciplinen, mit gesundem,sicherem Takte das Wahre vom Falschen, das Sichere vomZweifelhaften scheidend. Unter den deutsch geschriebenenphilosophischen Elementarbüchern verdienen die von Hage-maun den Vorzug vor vielen andern, namentlich vor denvielgebrauchten von Alb. Stöckl, der zum Trost der Wissen-schaft seine allzu geschäftige Feder endlich weggelegt.Hagemann's Psychologie liegt nun bereits in sechster Auf-lage vor; Plan und Inhalt ist der gleiche geblieben, wiein den früheren Ausgaben.

Ein Cyklus von Zeitpredigten zu Ehren derMutter von der immerwährenden Hilfe" von ?.Frz. Tav. Franz 0. 8s. U. Münster, Verlag derAlfonsus-Druckerei. Preis 1 M. 50 Pf.

' Wie der Verfasser in der Vorrede sagt, soll dieserCyklus von Predigtenein Blatt seiir in dem Kranz vonSchriften, die fromme Schriftsteller der hehren Gottes-mutter unter dem TitelUnsere liebe Frau von derimmerwährenden Hilfe" im Laufe der letzten drei Jahr-zehnte gewunden haben". Bei der Herausgabe war derGedanke maßgebend, eincstheils den Seelsorgernpassenden Stoff zur Anfertigung vonPredig-ten über die seligste Jungfrau, insbesondere über sie alsMutter von der immerwährenden Hilfe, zu liefern: dannaber auch allen Marienverehrerneine Lektüre zu über-reichen, welche die Liebe und das Vertrauen zu Mariabeleben und die Nachahmung ihres Lebens und ihrerTugenden im richtigen Geleise erhalten soll". DiesenZwecken hat der Verfasser mit wahrer Begeisterung nach-gestrebt und sie in befriedigendster Weise erreicht.

Das Strand- und Badeleben an der belg-ischen Küste ist nicht nur wegen der reizvollen Natur-schauspiele, sondern auch ivegen des großen internatio-nalen Treibens der Badegäste von schier unversieglichemInteresse. Unter diesem Gesichtspunkt wird der Aufsatzim neuesten Hefte (Mai) vonAlte und Neue Welt"sicher mit Freude begrüßt werden. Cüppers, der durchseine Dichtungen und Romane ja hinlänglich bekannt ist,erweist sich hier als ein trefflicher Schilderer und Plau-derer. Prächtige Illustrationen schmücken den Text undmachen diesen Aufsatz zum hervorstechendsten diesesillustrativ auch sonst ganz vorzüglichen Heftes. Dasselbeenthält drei größere Erzählungen, wovon Mariquita von Alinda Jakoby einen interessanten Fortgang ver-spricht. Fesselnd durch die Handlung ist die historischeErzählung aus der französischen Revolution:Das Ge-heimniß auf Schloß Meudon" von A. Keßler, vongroßer Eigenart die wunderliebliche NovelleFrühling"von A. Brauer, illustrirt von Th. Brauer. Nächst dem

erstgenannten Aufsatz enthält das gleiche Heft u. a. nocheine sehr werthvolle, gediegene Abhandlung überDasVolksthümliche der Sprache in Hebels Schatz-kästlein" von I. P. Mauel. die Fortsetzung des hoch-aktuellen historischen AufsatzesAus Griechenlands schweren Tagen" von P. Friedrich, einen reich illustr.Artikel über denBauder höchsten deutschenBrückebei Müngsten, ein Lebensbild des hl. Ambrosiusvon Mailand anläßlich des fünfzehnhundertsten Todes-tages von vr. ?. Th. Äoffart O. 8. L. und schließlich eineBetrachtung überDieBedeutunng des Lichtes inder Pflanzenwelt". Von vr. Siebe!. Die Frauen-beilage und die zeitgeschichtliche Rundschau sind in diesemHefte besonders reich, das überhaupt durch seine geschmack-volle Ausstattung und hübschen Bilder eines der schönstenim Jahrgang ist. _

Atlas der Himmels künde auf Grundlage der cöle-stischen Photographie, 62 Kartenblätter (mit 135Einzeldarstellungen) und 62 Foliobogen Text mitca. 500 Abbildungen. Mit besonderer Unterstützunghervorragender Astronomen, sowie seitens zahl-reicher Sternwarten und optisch-mechanischer Werk-stätten. Von A. v. Schweiger-Lerchenseld. In 30Lieferungen zum Preise von 60 Kr. 1 Mark 1 Fr. 35 Cts. ----- 60 Kop. (A. Hartlebens Verlagin Wien ).

Ein astronomisches Prachtwerk wie dieses hatte derBuchhandel bisher nicht zu verzeichnen.. Die erste unsvorliegende Lieferung zeigt, was auch auf diesem Gebietegeleistet werden kann, wenn unermüdlicher Eifer einganzes Heer von Hilfsarbeitern in Bewegung setzt. Zumerstenmale entrollt uns die Himmelsphotographie m ihremganzen Umfange all das Ueberraschende und Bedeutende,das sie in relativ kurzer Zeit geschaffen. Die vielen präch-tigen Text-Abbildungen, Instrumente aller Art, großeuiid kleine Himmelsphotographien, verbunden mit demstattlichen Format und dem reichen, fließend und an-regend geschriebenen Text, vereinigen sich hier zu einemWerke von ebenso reichem Inhalt als vornehmer Erschein-ung. Es genügt zu erwähnen, daß das ganze Werk aufKunstdruckpapier gedruckt ist. Die unmittelbare Antheil-nahme vieler hervorragender Astronomen und Stern-warten an diesem Prachtwerks bietet die Bürgschaft, daßhier etwas Außergewöhnliches geboten wird. Unter sol-chen Umständen kann der Erfolg nicht ausbleiben. DasWerk ist in jeder Beziehung einzig in seiner Art.

Der Katholik. Ncdigirtv.Joh.Mich.Raich. 12Hefte.

M. 12. Mainz , Kirchheim.

Inhalt von 1897, Heft IV. April: vr. Englert. DerZusammenbrach der Entwickelungstheorie auf dem Gebieteder Gesellschaftslehre. Aufruf zur Ueberwindung derreligiösen Trennung. Von einem evangelischen Geistlichen. vr. Jos. Kolberg, Die Einführung der Reformationim Ordenslande Preußen. vr. A. Bei lesh ei m. CharlesCardinal Lavigerie, Erzbischof von Karthago und Primasvon Afrika (1825-1892). U. s. w.

Liter arische Rundschau für das katholische Deutsch-land . Herausgegeben von vr. G. Hoberg, Pro-fessor an der Universität Freiburg i. Br. Dreiund-zwanzigster Jahrgang: 1897. 12 Nummern. M.9..Freiburg i. Br. Herder'sche Verlagshandlung.Inhalt von Nr. 5 u. Ä.: Die kath. Literatur Eng-lands im Jahre 1896. Schluß. (Bellesheim.) Lettner»Die prophetische Inspiration. (Dausch.) Bollert, Ta-bellen zur neutestamentlichen Zeitgeschichte. (Kirsch.)Sägmüller, Die Thätigkeit und Stellung der Cardiuälebis Papst Bonifaz VIII . (Wurm.) viat, V'^po1o»ötiguoäs l'abbö äs LroAÜö. (Bach.) viat, ^.bdö äs VroAlio:Rsligion st vrittgus. (Bach.) LliZnov, Vss Orisiussäs I» 8oolastigus st LuZuss äs 8aivt-V1otor. (Gietl.)Heinrich-Gutberlet, Dogmatische Theologie. (Atzberger,)Rolfes, Die substantiale Form und der Begriff der Seelebei Aristoteles. (Offner.) Commer, Logik. (Gloßner.)

Wundt , Grundriß der Psychologie. (Brmg.) Simons-feld. Neue Beiträge zum päpstl. Urkundenwesen. (Baum-garten.) Hüffer, Der Äastatter Gesandtenmord. (Albert.)

Nachrichten. Büchertisch.

Derantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .