Ausgabe 
(2.6.1897) 31
 
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Osnabrück, Innsbruck rc. rc. sahen ihn in ihren Kirchenund vernahmen seine begeisterten Worte. Die Mariani-schen Congregationen in München, Landsberg, Augsburg ,Regensburg. Altötttng, Bamberg, Würzburg: Passau .Speyer, Elchstätt, Neuburg a. D.. Mindelheim , Anibera,Vurghausen. Stranbing. Landshut rc. verdankten dem sei.Canisius ihre Entstehung. Ueber den Katechismus desSeligen urtheilte Fürstbischof Cardinal Johann Theodorvon Regensburg und Freising :Wenn Bayern rrne keinanderer Stamm mit unwandelbarer Treue an der röm-ischen Kirche festhält, so hat es dieses dem Katechismusvon Canisius zu danken, der hierdurch, wie durch seinapostolisches Wirken, Ober- und Niedcrbayern und dieobere Pfalz der Kirche gerettet hat." Mchler sagt in derVorrede mit Recht, es sei eine Ehrensache für die Ka-tholiken. diesen deutschen Glaubenshelden kennen zu lernen,der unserer Zeit so nahe gelebt hat. durch dieselbenStraßen gewandelt ist, die wir betreten, in den-selben Lebensverhältnissen und unter denselben Schwierig-keiten, denen auch so viele aus uns ausgesetzt sind. fürden heiligen Glauben gearbeitet bat. Was wir an demMehler'schen Canisius-Büchlein loben, ist vor allem dieübersichtliche Eintheilung des Stoffes, die fließende, leicht-verständliche und doch gründliche und erschöpfende Dar-stellung. Die Ausstattung des Werkchens ist würdig undgediegen. Sieben Abbildungen beleben den Text. AlsAiihang ist ein sehr melodiöses Canisiuslied beigefügt,die Composition eines unserer besten Kirchen - Musiker,des Regensburger Stiftskapellmeisters Halter.

Im Paradies. Tagcbuchblättcr von H. Hansjakob.

Heidelberg , Weiß. 1897. M. 3,60.

Hansjakob ist verdientermaßen zu großer Popu-larität gelangt. Es gibt kein Buch von ihm, welches demLeser nicht irgend einen Genuß, nicht irgend eine An-regung böte, und man kann es aufrichtig begrüßen, daßvon den ausgewählten Schriften des Freibüraer kathol.Stadtpfarrers, welcher wie sein Landsmann Alb. Stolzeine Individualität repräsentirt, die Verlagshandlung eineVolksausgabe" veranstaltet. Das vorliegende Buch ent-hält tagebuchartige Reflexionen und Schilderungen ausdem Sommer 1896, da Hansjakob sich in feinern Tusknlum,seinemParadies" zu Hofstetten aufhielt. Die Stimmungist überwiegend elegisch, weltmüde, aber sie langweilt denLeser nie und erzeugt keinen Ueberdrnß. Dafür hat dieDarstellung zuviel künstlerischen Reiz und ist der Reich-thum an edeln Gedanken zu groß. Der Freimut!), mitdem die begegnenden Personen alle mit Namen undQualitäten angeführt werden, mag etwas befremdlicherscheinen.

Wieland M., Das Cistercienserkloster Schönauim Bisthum Würzburg. 8°. 20 S. Bregenz ,I. N. Teutsch, 1897.

s Die kleine Monographie, Sonderabdruck aus derCistercienser-Chronik" (9. Jahrgang) bietet einen ganzinteressanten Beitrag zur Ordens- und Lokalgeschichte.Das Kloster, das uns der Verfasser auch im Bilde vor-führt, lag am linken Ufer der fränkischen Saale und wareine Gründung des Friedrich von Heßlar, die Clemens 111.am 25. Mai 1190 bestätigte. In den schweren Zeiten derReformation und ihrer Folgen hat der stille, weltentlegeneSitz manche Stürme durchgemacht. Die kürze Arbeit er-freut uns durch peinliche, quellenmäßige Genauigkeit derAngaben.

Abicht, Kurze Formenlehre der russischen Sprache. 8°. 72 SS. Leipzig u. Wien , R. Ger-hard. 1897. M. 1,80.

Je mehr die politischen Verhältnisse Anlaß geben,dem ungeheuern Slavenreich des Ostens ein aufmerksamesAuge zu schenken, desto gebieterischer tritt auch die For-derung auf, russische Sprache und Literatur, vor kurzerZeit noch so viel wie unbekannt, zu studiren. So sind injüngster Zeit ziemlich viele Lehrbücher des Russischen ,gute und noch mehr schlechte, herausgekommen. Die sog.praktischen Grammatiken oder Eintrichterungsbücher habendurchweg ein wunderbares Geschick, Zusammengehöriges

auseinander zu reißen, um ja nicht systematisch (was manmit pedantisch verwechselt) zu werden. Nichts aber ist inWirklichkeit unpraktischer und denkenden Menschen, dieOrdnung und Gesetzmäßigkeit in allen Erscheinungen er-kennen wollen, lästiger. Diesen nun hat der Verfasserobigen Buches einen großen Dienst erwiesen, indem er dierussische Formenlehre m vorzüglicher, streng systematischerAnordnung so vollständig darstellt, wie sie selbst in denumfangreichstenpraktischen" Lehrbüchern vergebens ge-sucht wird. Während diese sich mit Aufzählung vonAeußerlichkeiten begnügen, geht Abicht stets auf die Ent-stehung der Formen zurück. Einige Jnconseguenzen undUnebenheiten der Orthographie sind uns ausgefallen, soS. 5LerkeLti" und unterhalb gleichksrtsoti", oderS. 23vakiü" (stattvneat"). Die Ausstattung deskleinen, aber inhaltsreichen Buches verdient alles Lobund macht der Verlagsbuchhandlung, welche die russisä-eLiteratur besonders pflegt, alle Ehre. Das Buch bildetdas erste Heft eines SammelwerkesHauptschwierig-keiten der russischen Sprache".

Dies el G. (o. «s. U.), Die Arbeit betrachtet imLichte des Glaubens: Ein Beitrag zur Lösungder socialen Frage. 8°. IV -i- 303 SS. M. 2,00;geb. 2,60. Regensburg , Fr. Pustet, 1897 (Ü.).

-r. Nachdem die moderne Zeit von dem jungen Seel-sorger immer gebieterischer die Beschäftigung mit dersocialen Frage erfordert, ist es mit Dank zu begrüßen,wenn erfahrene und bewährte Schriftsteller dem Neulingverlässige Richtpunkte bieten. Die Frage über den Werthder Arbeit im Lichte christlicher Anschauung ist für alleweiteren Erörterungen von grundlegender Bedeutung; siewird iin vorliegenden Buche mit Klarheit und eingehenderSachkenntnis; behandelt. Der erste Abschnitt handelt inacht Paragraphen von der Arbeit vor und nach demSündenfall (einst Lust, jetzt Pflicht), von den Mühen unddem Fluch der Arbeit als Sündenstrafe und den Gründendieser Art von Strafe. Der zweite Abschnitt führt unsin die Geschichte ein und spricht von der Arbeit vorChristus (eine Schande bei den Heiden) und im Christen-thum, wo sie durch Christus selbst geadelt und gesegnet,von der.Kirche geschützt und gepflegt wurde. Der dritteAbschnitt handelt von der Arbeit, wie sie im modernenLeben des Neuheidenthnms, losgelöst von jeder höherenWeihe und der Anerkennung übernatürlicher Beweggründeund Pflichten, beurtheilt wird. Das Schlußwort mahntangesichts der trostlosen Lage des modernen Arbeitslcbenszur Rückkehr zum praktischen Christenthum. Das Buch.dem wir besonders eine treffliche Verwendung von Stellenans der hl. Schrift nachrühmen, eignet sich gilt als Lese-buch in Arbeitervereinen und wird sowohl den Leiternsolcher, wie auch Predigern willkommene Anhaltspunktezu Vortrügen bieten.

Oesterreichisches Literatnrblatt, heraus-gegeben von der Leo-Gesellschaft in Wien , redigirt vonDr. Franz S ch n ü r e r. (Administration: Wien , I-, Amra-gasse 9.) Nr. 9 enthält u. A.: Baur I.

(Studiendirektor Msgr. vr. A. Fischer - Colbrie.Wien .) Blaß F., Grammatik des nentestamentlichenGriechisch. (Theol.-Prof.vr.Jos. Schindler,Leitmerrtz.)

Groot I. V. de, Leo XIII . und der hl. Thomas vonAquino. (vr. v. Gr. Pöck, Heiligenkreuz .) EnglertW. Ph., Arbeitergeistliche . (Spir.-Dir. vr. C. Weiß.Wien .) Strauß D. F., Ausgewählte Briefe. (Hd.)Güttler C., Psychologie und Philosophie, (vr. Nich. v.Kralik, Wien .) Michael Emil, Geschichte desdes deutschen Volkes seit dem 13. Jahrh, bis zum Aus-gangs des M.-A. I. (A. K.) Daviosohn Rob., Ge-schichte von Florenz. I. (vr. HZ. Ferd. Helmolt, Leipzig .)

Ders., Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz .(Ders.) Mur ko M.. Deutsche Einflüsse auf die An-fänge der slav. Romantik. I. (Jos. Frbr. v. Helfer t,Wien .) Conversations-Lexikon: Ärockhaus-Meyer. IVGeschichte. I. (v.) u. s. w.

Verantw. Redakteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .