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ernstlich sich mit dieser wichtigsten aller Fragen befaßthat. Er begnügte sich mit dem Ausspruch, der Menschhänge in keiner Weise von Gott ab. Das ist Bnddha'sganze Gotteslehre! Wie hier, so ist aber Buddha auchmit allen anderen höheren übernatürlichen Wahrheiten,die dem Christen in seiner Religion in so reicher Füllegeboten werden, gleich fertig, indem er einfach erklärt,solche vermöge der Mensch nicht zu fassen, darum braucheer auch keine solchen zu wissen. Fürwahr, viel verlangtBuddha vom Menschen! Er soll nach einem letzten undhöchsten Ziele streben, ohne ein solches überhaupt nur zukennen! An Stelle eines lebendigen allgütigeu und all-heiligen Gottes, der unser letztes Ziel und Ende ist,setzt Buddha eine todte und finstere Leere. Nichtsdesto-weniger ist Buddha „das Licht Asiens " k
Gehen wir Wetter und über zur Schöpfungslehrebeider Religionen! Wie einfach, groß und erhaben isthier die Lehre der christlichen Religion, die enthalten istin dem ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses: „Ichglcnlbe an Gott Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmelsund der Erde ". Was lehrt nun Buddha dieser Wahr-heit gegenüber? Er erkennt als Schöpfer der Welt denblinden Zufall. Wie die Atomisten lehrt er, die Weltsei aus unendlich vielen feinsten Theilchen der Luft ge-bildet und falle am Ende der Zeiten wieder in dasNichts zurück. Dieser kalte und leere Atomksmus unter-scheidet sich von der erhabenen Lehre des Christenthumsebensoviel wie der Tag von der Nacht.
Nächst diesem Problem beschäftigt den Menschengeistkeines so sehr wie das über seine Seele. Hier sagt unsunsere hl. Religion, daß der Mensch eine unsterbliche, vonGott ihm gegebene Seele besitzt. Was lehrt dagegenBuddha? Auch hier scheut „das Licht Asiens " einnäheres Eingehen auf die Frage, ja er verbietet sogarseinen Schülern, sich damit zu befassen. In seinem Buche„Sutta Nigata" lehrt er einfach, nach dem Tode bleibevom Menschen nichts als der Name übrig. So verwirftalso der Buddhismus ein unsterbliches bewußtes Lebens-princkp des Menschen und setzt sich damit in einen direktenGegensatz zur christlichen Religion.
Gründlich lernen wir Bnddha's Licht als ein Irr-licht kennen, wenn wir unsere Untersuchung ausdehnenauf die Frage: Welches ist für die Schüler Christi undwelches ist für Bnddha's Anhänger das höchste Gut undEndziel alles Strebens?
Auf diese Frage gibt uns der Christenglaube diehehre Antwort: Das höchste Gut und letzte Ziel desMenschen ist die ewige Seligkeit, und diese wird dadurcherreicht, daß die Seele mit Gott in seiner Anschauungund Liebe vollständig und unzertrennlich vereinigt wird.So Christus! Wie Buddha? Letzterer kennt, wie wirgesehen, weder einen persönlichen Gott, noch hat er klareund richtige Anschauungen von der Menschenscele, alsokann er auch keine Seligkeit, wie das Christenthum sieverheißt, kennen. Das Gut und der Lohn, denn Buddhaseinen Gläubigen für ein gut vollbrachtes Leben in Aus-sicht stellt, ist eine ewige Ruhe, das „Nirwana". Damag man nun entgegenhalten: Sehnt denn nicht auch derChrist nach der Unruhe dieses Lebens sich nach nimmerendender Ruhe, und betet nicht die Kirche um ewige Ruhefür die Abgestorbenen. Gewiß, aber diese Ruhe nach demTode ist für den Christen eine Ruhe in Christus, in Gott und in dessen Anschauung und Liebe, eine Ruhe in un-geschwächter Lebensfrische. Keine solche RlM. gewährt
Bnddha's Nirwana. Worin besteht denn nun eigentlichdieses Nirwana? In erster Linie wird mit diesemWort ein Erlöschen des Lichtes bezeichnet. Ist nun aberdas Nirwana eine vollständige Vernichtung des Lebens?Ist es die Vernichtung jeglicher Existenz? Einige Lob-redner Bnddha's suchten das schon zu leugnen. Dochvergebens! Denn Buddha selbst sagt uns, was dasNirwana ist, mit folgenden Worten: „Wie die von ge-waltigem Wind bewegte Flamme schließlich erlöscht unddann nicht mehr cxistirt, so erlischt auch jeder weiseMann, seines Namens und seiner Gestalt entledigt, undist dann als nicht mehr existirend anzusehen." Darinbesteht nach Buddha das hohe Gut des Nirwana. Aberwie gelangt denn der Mensch zu diesem höchsten Glücke?Das beste Mittel, es zu erreichen, besteht nach Bnddha'sLehre in der beständigen Meditation, weil man durch siezur vollkommenen Seelenruhe gelangt.
Beachten wir hier wieder den diametralen Gegen-satz zwischen Buddhismus und Christenthum! Der Christerwirbt sein ewiges Heil durch Eifer in guten Werken,denn das erhabene Ziel seines Lebens und Strebens isteine möglichste Verähnlichung mit Gott. Gott aber istdas vollendete Leben und Wirken, daher ist auch für denChristen Arbeit und Wirksamkeit der Weg zur Voll-kommenheit. Für Buddha's Schüler ist das höchste Zieldes Lebens jenes Nirwana, das aber gerade im Mangeljeder Thätigkeit und jeden Lebens besteht; daher mußauch der wahre Buddhist, will er sein Ziel erreichen,jede Arbeit meiden. Zum gleichen Resultate gelangtBuddha durch folgende Schlußfolgerung: Alle Gemüths-erregungen sind zu bekämpfen und zu unterdrücken, dennsie sind die Ursachen des menschlichen Elends. Es er-halten aber jene Erregungen Nahrung durch Arbeit undAnstrengung, daher ist diese vollständig zu meiden. Anderen Stelle setzt Buddha träge und leere Meditation,die nicht wie die christliche Contemplation Früchte fürdas Leben zu bringen vermag. Ein wahrer Sohn undNachfolger Buddha's arbeitet niemals, sondern er gibtsich immer und überall, wo es ihm möglich ist, der Me-ditation hin. Die Meditation ist aber nach Buddha's Be-griff die vollkommenste, bei der die Verschiedenheit zwischendem Meditirenden und dem betrachteten Gegenstand auf-gehoben wird. Damit ist dann der Zustand der voll-kommensten Weisheit erreicht. Das ist das Nirwanaauf Erden. Da nun aber solchem Meditiren nur dieWeisen sich widmen können, so steht auch diesen nur derZugang zum Nirwana offen. Den Kindern und denen,die ihnen gleichen, sind Buddha's Arme verschlossen.Welch' diametraler Gegensatz wieder zur Lehre Christi,der den unvergleichlich schönen Ausspruch gethan: Wennihr nicht werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nichtin das Himmelreich eingehen! Bei wem ist nun Lichtund Leben? Bei Christus oder bei Buddha? Wer dasnicht sieht, ist mehr als blind.
Nesümiren wir kurz Bnddha's Glaubenslehre lBuddha kennt keinen persönlichen Gott, keine unsterblicheSeele, keine andere Seligkeit, als Untergang und Ver-nichtung. Und dennoch gibt es Leute, und sie nennensich noch Weise, die den Buddhismus dem Christenthumvorziehen. Das können eben nur die, denen ChristiLehre eine unerträgliche Last geworden, nicht zumwenigsten wegen deren Sittcngesetze.
(Schluß folgt.)