Ausgabe 
(12.6.1897) 33
 
Einzelbild herunterladen

rli6v8trual68 veröffentlicht, die s. Z. berühmt waren,wenigstens sagt Ziegelbaner (1754) davon:Lrncii-tr88inaa.6 sunk oxoreitntionss inonstrunnb, gnas tnoackisputationi 6t Inoi xudlieas 6xxv8uit." Das theo-logische Studium schien ihm s. Z. reformbedürftig. ImHinblick auf die Bestrebungen der Mauriner in Frank-reich beklagt er lebhaft, daß seine Zeit auf die hl. Schrift,die Concilien, Kirchenvater und Kirchengeschichte zurück-zugehen ganz vernachlässigte ...Oum iorto vix nnnss 8tlläio8i8 no8tri8 siuoinoäi Iibrv8 atlarat ant rrämanum daüout, non vairabimur, mir kratreo vo3trie 8tuäio nostro reksrant a^uiäsm nli^nam äoo-trinum, non vero aii<innm oinosrara eruäitionaiu,8in6 ^ua c(uiä 68t tüooloZuv, nisi moruo korrnoäis.l6otiou8 äs nLktaxli^sieus? äolsnänm insnxer 68t,in tlreolvZiu nostra votudilsm twmxoriv xurtona im-pencki guu68tivvibu8 piano inutiliduo 6t 8ubtradixraeckiotis oinoarioribuv voran tüoologiao ackinwontigU886gll6näi8. 0 81 tiaoe 8iN66r6 oxpenckantur! HULINbrovi aliam tormain inäuaiwt tüaoloZiu irostrg.!"

Also schon in tbeolo^ioiv sehen wir überall denHistoriker durchblicken. Die Geschichte war Meichelbecksliebstes Studium; aber er begnügte sich nicht, nach Artder Zeit kritiklose, werthlose Kompendien zusammenzu-schreiben: durch unablässiges Studium verschaffte er sichzunächst eine seltene Kenntniß der bayerischen Landes-geschichte, so daß Pez von ihm sagen durfte: vir, yuv6iuäi1ion6va ao avtiquitatuin Luvarioaiunr voion-tiorain in Loioaria nvn invovinnm. Als Geschicht-schreiber war er der erste Süddeutsche, der die herkömm-lichen seichten Wege kritikloser Geschichtenerzählerei verließund die heutzutage als allein richtig anerkannte MethodeMabillons und der Mauriner anwandte, die in derBenützung eines möglichst großen Quellenmaterials,namentlich auch des archivnlischen, in scharfer Prüfungder Echtheit und Zuverlässigkeit der Quellen, im Zurück-gehen von Darstellungen zweiter Hand auf gleichzeitigeBerichte, in der Bevorzugung der Angaben echter Ur-kunden vor den Chroniken und Annalen" besteht.

Gewiß haben auch seine ^nnalov und dasOkronioon einen hohen Werth; aber weit überragtdiese stoffbegrenzten und mehr interne Ordensangelegen-hciten behandelnden Werke seine Hwtoria Irimngcüwm,deren Ausführung sogar die Frcisinger Domherren zurAnerkennung zwang. Der Fürstbischof hat Recht be-kommen, als er den Zweifelnden zurief:clabo oparam,ut . . . 6t vo8 cÜ8oati3 m allem oaporo."

Der Jesuit Hansiz, der gerade an seinem WerkeOerrnania 8aara «6U ckescriptio vinAulorum porOerinaniain opmcopakunrn (1. Band 1727) arbeitete,erklärt, Meichelbecks Geschichtswerk sei einopem tumaruciitione, turn guockam voluti tieesanro in8trn-ruantorum inoiZna," ja er ahmte im weiteren diesesBorbild nach und übersandte dem befreundeten Bene-diktiner Druckbogen um Druckbogen und befolgte ohneweiteres dessen Verbessernngsvorschläge. Der durch dasOüronioon Ootevioanos (Tegernsee 1732) be-rühmte Abt Gottfried Bessel von Göttwcih wollteMeichelbeck als österreichischen Historiographen gewinnen;der Kaiser hatte bereits mit großem Wohlgefallen seineWerke gelesen Meichelbeck blieb in seiner Heiniath.Und diese ehrte ihn auch durch die überschwenglichstenLobeserhebungen; es ist die Rede von Meichelbecksaoriboncki gravitao reo proluncka ümtoriao aiiarnin-duo ocientiainm peritia"; vomopuv prorsem in-

230

comxaradila 6t inimitadilch'; man nannte ihn nebenAventinVater der bayer. Geschichte"; der krer-ira88N8 Loiouo, das Organ der ^caäswig, Oarolo-Hldartina (gcgr. 1720), schreibt 1735:8o 86Ür üsxä6N6ir §raiit 2086 ii ckar gro886 Lsnocliotinor Vlahillonnnck in 068t6rr6ioüi86Ü6n I^anctan ckio vortraMioüovkaxii mit gahnüranäsrn Unüin anFoprison varclon,80 kavt hilliod iot 68, ckass man in Lagern äa.8 06-ckäeütnus3 Harrn k. Oaroli Naioüaltisoü vor anckarnmit Zlaioüvm Ü'l6i886 uukru^aiaünan unä rm publi-^iaran 8iaü bsmnüg." Mag auch manches Wort imLichte heutiger Kritik etwas übertrieben klingen, Meichel-beck hat, wie Baumann rückhaltlos bemerkt, geleistet,was man von ihm zu seiner Zeit gerechter Weise ver-langen konnte. Dr. k.

Fürstbischof Johannes Bapt. Zwerger vonSeckan.*)

»Voita un tiommo", in diesen Worten sprach der-einst der große Korse den mächtigen Eindruck aus, denGoethe auf ihn gemacht; mit ihnen können auch wir dasErgebniß der Lektüre dieser höchst interessanten, mitgroßem Geschick und Fleiß und nicht geringerer Liebezusammengestellten Biographie bezeichnen. Ein groß undedel veranlagter Mensch, ein allseitig vollendeter Charakter»ein ächter Bischofstypus wird uns vorgeführt. Durch seinvierzehnjähriges vertrautes Beisammensein mit Zwergerwar der Berfasser in den Stand gesetzt, ein erschöpfendesund lebensfrischcs Bild desselben zu bieten; innig em-pfunden tritt uns die Person des Geschilderten entgegen,zumal recht oft dessen eigene Worte in die Darstellungverwebt sind. Auch das Innenleben, das religiöse Fühlen,die asketische Durchbildung kommt reichlich zur Dar-stellung.

Wir werden bekannt mit demHansale", demmunteren Ochsenbnben auf den Almen von Altrei , mitdem frommen Ministranten und Hilfsmeßner, mit demfleißigen Studenten, der gar bald alle Mitschüler über-flügelt. Der angehende Theolog fühlt sich während derFerien bereits als Seelsorger, indem er die blinde undkranke Schwester so schön zu trösten versteht. Recht an-ziehend wird auch Zwerger's Thätigkeit als Professor inTrient» als Direktor des Frintanenms in Wien und alsDompropst zu Trient dargestellt; dabei beschäftigt sichseine auf das Praktische hinzielende Natur immer gernemit der Seelsorge und zwar mit deren verschiedenstenGebieten, sei es mit armen Sträflingen, sei es mit derVisitation der Franenklöstcr.

Den Hanpttheil der Schrift nimmt aber selbstver-ständlich die eingehende Schiitderung der 26jährigen Ver-waltung der Seckaucr Diöcese in Anspruch. Durch zehn-tägige Exercitien, deren interessante Meditationsstoffe mit-mitgetheilt werden, bereitete sich Zwerger auf die Con-sekration^vor. Wie er sein Amt auffaßte, zeigen seinebeiden Sätze:Denken Sie daran, daß ich mit ganzerSeele Bischof, aber mit keiner Ader Fürst bin," und:Braucht das Heil der Kirche in Oesterreich einen.Bischof in Ketteick, so wäre recht gerne ich derselbe, nuraber für eine dessen würdige Sache, nicht für eine mireigene Grille" (S. 148 und 152). Die unermüdliche

In seinem Leben und Wirken dargestellt von seinemHofkaplan Franz Frei Herrn von Oer, Domherrndes Seckaner Domkapitels. Graz . Verlag der Moscr'schenBuchhandlung. 1897 gr. 8°. VI u. 464 S. Preis 6 M.