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Buddhas aus, also in eium Götzendienst, wie wir ihnnicht anders bei den Heiden finden. Damit aber erweistsich der Buddhismus als ganz ungeeignet zur sittlichenFörderung der Menschen.
Daß der Budhisiuns ein wahrhaft betrübendes Bilddarbietet, wenn man ihn betrachtet mit Rücksicht auf seineLeistungen zur Hebung und Förderung der Sittlichkeitder Menschen, das bezeugen uns zahlreiche zuverlässigeGewährsmänner. So sagt Gordon, ein genauer Kennerder einschlägigen Verhältnisse, von den japanesischenBuddhisten: „Stehlen und Lügen ist bei ihnen an derTagesordnung, und was die Sittlichkeit im engerenSinne anlangt, so sieht es hier noch schlimmer aus."Was aber das schlimmste Zeichen für den Buddhismus ist: die Mouche, welche doch die Religion in ihrer höchstensittlichen Blüthe repräsentiren sollen, werden nicht zumwenigsten der eben genannten Laster beschuldigt.
Aus all' dem geht klar hervor, daß dem Buddhismus keine sittlichende und veredelnde Kraft iunewohnt. Es istdaher ganz falsch jene Anschauung, eine Religion, wennman überhaupt dieses Wort dann noch anwenden kann,die nichts von Gott wissen will, sei ganz wohl geeignet,günstig auf die Veredelung der Sitten einzuwirken. DerBuddhismus in seiner Geschichte und Lehre ist hiefür einschlagender Beweis.
Ein düsteres Bild fürwahr ist es, das wir soebenoom Buddhismus entworfen haben. Es ergibt sich ausdessen Betrachtung, daß der Buddhismus kaum denNamen einer Religion verdient, da ihm eben das, wasdas Wesen einer Religion ausmacht, der Dienst Gottes,abgeht. Es verräth wenig religionsgeschichtliche Kenntniß,wenn man den Buddhismus als gleichwcrthig demChristenthum an die Seite stellen will. Von einen:christlichen Sinn wollen wir da gar nicht reden. Wassoll man aber vollends von jenen „Christen" unsererZeit reden, welche die Behauptung aufstellen, im Buddhis-mus allein seien die Ueberreste der wahren und ursprüng-lichen Religion enthalten! Christus sagt: „Wer mir nichtfolgt, der wandelt in der Finsterniß." Der Buddhismus ist nun aber, wie wir gesehen, der vollendete Gegensatzzur Religion Christi, er ist also weder ein Licht, nochkann er zum Lichte führen. Buddha selbst ist wederdas Licht Asiens , noch das Licht der Welt. Das wahreLicht der Welt ist für alle Zeit Jener, von dem ge-schrieben steht: „Er war das wahre Licht, das jedenMenschen erleuchtet, der in diese Welt kommt," d. i.Christus, von dem wir gläubig bekennen, daß Er ist„der eingeborene Sohn Gottes, Gott von Gott, Lichtvom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott".
Freimaurerei und öffentliche Ordnung.
Hildebrand Gerber (k. Gruber) schreibt über diesesThema in der „Köln . Volksztg.": Wir haben diesenGegenstand bereits in frühern Veröffentlichungen*) er-örtert. Angesichts der nicht eben weitherzigen Art, mitwelcher die preußische Regierung seit Jahrzehnten diekatholischen Ordensgenossenschaften behandelt und neuer-dings das Vereinswesen überhaupt zu regeln sucht, istes nicht ohne Interesse, darauf zurückzukommen, zumales feststeht, daß gerade die deutschen Freimaurer, theil-weise wenigstens, ihren Einfluß für eine engherzige Be-
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') Schwindler und Beschwindelte, 1891; Die Frei-maurerei und die öffentliche Ordnung, 1693 (Verlag derGermania): Gesellschaften, geheime, im Staatslexikon derGörres-Gesellschaft (Herder, Freiburg )
Handlung ihnen unsympathischer Bereinigungen in dieWaagschale werfen.
Ein soeben erschienenes Werk „Die FreimaurereiOesterreich-Ungarns" 2) bietet zur Beurtheilung eineFülle zuverlässigen, großenteils bis dahin in WesternKreisen nicht bekannt gewordenen Materials. Das Werkist durch das ernste Zusammenwirken einer Reihe vonPersönlichkeiten entstanden, deren Namen theils wegenihrer hervorragenden Stellung im öffentlichen Leben,theils auf dem Gebiete der Wissenschaft guten Klang hat.Die hier vereinigten zwölf Vortrage wurden gehaltenvon Domcapitnlar Dr. Raich (Mainz) , Frhrn. v. Helfert,dem Reichsraths-Abgeordneten vr. V. v. Fuchs, ?. A.Forscher 8. Director Dr. Wilh. Gabler (Prag) , Dr.Will». Frhrn. v. Berger, Magnatenhaus-Mitglied GrafN. M. Esterhazy-Cscsznek, Graf Ferdinand Bnqnoh,Graf E. Sylva-Tarouca, Redacteur Karl Koller, demfrüheren Justizminister Graf Friedr. Schönborn, Mag-natenhaus-Mitglied Graf Ferd. Zichy.
Herr Koller hatte früher als Sekretär einer Logrund Delegirtcr znr Großloge Gelegenheit, die ungarischeFreimaurerei kennen zu lernen, und hat seit seinem Aus-tritt aus der Loge (1876) die Logen-Dinge als Redacteurdes Wiener Vaterland eifrig weiter verfolgt. Ihm ver-danken wir den interessantesten und lehrreichsten Vortragt„Die ungarische Freimaurerei seit 1867"(288 — 351). Er zeigt uns die heutige Freimaurerei anihrer Mcmlwnrfs arbeit. Er führt im einzelnen aus, daßdie Loge eine treibende Kraft in der kirchenfeindlichenund staatsgefährlichen Bewegung in Ungarn war und ist,welche in den letzten Jahrzehnten und besonders seit demJahre 1887 so manchmal die öffentliche Aufmerksamkeitauf sich gezogen hat. Wer wirklich meint, die Frei-maurerei arbeite nicht als „geheime" Gesellschaft, odersie beschäftige sich nicht mit „Politik" und „Religion",der kann sich hier eines Bessern belehren?) Der Groß-
es Die Freimaurerei Oesterreich-Ungarns. Zwölf Vor-trage am 30. und 31. März und 1. April 1697 zu Wien gehalten. Wien, B. Herder , 1897. 8", V und 387 S. —Die im Text citirten Seitenzahlen beziehen sich aufdieses Buch.
') Die ungarische Großloge schreibt an die Großloge von Hamburg am 30. Januar 1897: „Indem wir derMeinung Ausdruck geben, daß zur Initiative in dieserBewegung (es handelt sich um Veranstaltung eines gemein-samen Protestes gegen die Anschuldigungen der „Ultra-montanen", besonders aus dem Trienter Äntifreimaurer-Congreß) die deutsche Freimaurerei berufenwäre, die. allen politischen Momenten gleichnns fernstehend s!j. kraft der ihr innewohnendennumerischen und geistigen Kraft (die ungarischenBrr.'. äußern sich sonst sehr verächtlich gegen die alt-preußischen Großlogen: sie schwärmen für den französischen Großorient) und ihrer Unabhängigkeit nach allenRichtungen die vorzüglichste Eignung zur Führerrollebesitzt, stellen wir Ihnen zunächst brüderlich anheim, obSie es nicht für opportun und zeitgemäß hielten, zunächsteine mündliche oder schriftliche Conferenz (die letztere inder Form von einzuholenden Meinungs-Aeußernngen) derGroßmeister der europäischen Großlogen zu berufen,welche die Aufgabe hätte, zunächst über dre zu ergreifen-den Maßregeln zu berathen und eventuell die Einberufungeines internationalen freimaurerischen Con-gresses zu beschließen." In deutschen Großlogenkreisenwird geplant, die Frage auf die Tagesordnung der vonder schweizerischen Großloge Alpina für 1898 geplanteninternationalen Großlogen-Conferenz setzen zu lassen. Zudiesem Behufe sollen aus den: deutschen Großlogeu-Tag(Pfingsten 1897) Vorberathungen stattfinden. Der betr.Antrag von vier deutschen Großmeistern wird als sechsterPunkt der Tagesordnung zur Sprache kommen