Ausgabe 
(26.6.1897) 35
 
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»uch in der Mitte zwischen Wallsee und Ar-»acker ein Castell bestanden; noch heute existirtwrt (zu Albetsberg) der Name Solfeter und Salfeter). t. sg.lva.6 törrs-s, die Bezeichnung von Ca siel-en, c^uoä ineolos salvos ab üostiuln inouroiombus^rassturout."

Ich selbst habe in Gesellschaft des hochw. HerrnAbtes Adalbert Dungl von Göttlveih, Propstes vr. Kersch-«aumer von Krems und eines Wiener Advokaten unterFührung des Herrn. Pfarrers von Sindelburg-Wallsee,Ltefan Heimberger, am 19. August 1896 eine römischeNiederlassung mit Wall und Graben bei Sommerau,2 Kilometer unterhalb Wallsees, begangen und Anzeichen»er ursprünglich römischen Herkunft der Anlage gefunden.Auch Herr Lehrer Hans Perndl von Wallsee schließt ausneueren Funden an Ort und Stelle, daß in Sommerauganz zweifellos ein Römerbau bestanden habe.(Brief vom 7. Januar 189? mit Planskizze.)

Erwägt man nun, daß die Römer stratze von.Lorch über die Höhen der Silva ämssi (Ennswald) anÄrdagger vorüber und von dort an die Url herab undsodann nach Jps geführt haben soll, so wird man mituns gerne darin übereinstimmen, daß der hl. Severin,als er von Lorch weg auf der nämlichen Straße demNngenkönige Feletheus während der ganzen Nacht ent-gegeneilte und denselben am 20. Meilensteine frühmorgensangetroffen hat,^) sich mit dem Könige vor den Thorenvon Laou kvliois d. h. in der Nähe von Salfeteroder Ärdagger befand. Damit dürfte übereinstimmen,wenn in einem früheren Briefe Vts Herrn Lehrers Perndlgesagt ist:Von der einstigen Römerwarte zuÄrdagger führte eine Straße nach Amstetten zum Limss, eine poutsw Isss und einezur Warte nach Wallsee."

Mommsen hat vergleichsweise die Donau-straße Antonins auch noch von der Erlas (Urlaps)herauf über Laou (Iwco) I'eliois nach Lorch in denBereich seiner Untersuchungen gezogen und die Donau-straße des Jtinerars neben der alteren Binnen lands-straße der Peutingertafel in nachstehender Weise auf-geführt:^)

Antonin Peutingertafel

^rlavs kreist« »8

I XXV v. 248. XXVI p. 234 , VIII Z

I-rum (looo) k'elivis ack voutv Isss

j XX p. 248, XX p. 234 ! XXIII, S

XXXXV m. p. XXXXVI m. p. 1«

I,LUi-1seuw. I XIH

XXXXIIIIw.p.

Vlaborieiavum.

Daraus ergibt sich, daß Laou I'eliois von derErlaf (Großpöchlarn) 10 oder 10^ Stunden (V willoPassus ---- 2 Stunden) entfernt war, mithin nach derKarte zu schließen, ebenfalls nach Ärdagger oder Stephans-hart zu stehen käme, daß dagegen kavis.NL gar nicht ander Straße Antonins lag, weil diese bedeutende Garni-fonsstadt sonst hätte genannt werden müssen. Ferner

) LuKixpius CLP. 31. Oui (rs§i) tota noots ksstinsusin viossimo ab urbs miliario matntinus ooourrit. AuchWelsers Emmeramer Ausgabe hat matutiuus I. o. x. 686.I/aeu hat demnach ebenso zu den oppickis I'elotbeo

trrbutariis atous vioinis gehört wie 1'g.viana.

. s- A. 18 oben. Die Peutingertafel hat ur-

sprünglich wohl ^rslats statt Lrelals geschrieben, wieAAsm (Etsch) statt Lkssia, weil die Buchstaben t und ksich sehr gleichen und deßhalb vielfach verwechselt wordensind.^

ergibt sich hieraus, daß die Staatsstraße Antonins k'a-vig.ua> im Wink! von Neustadl umging und von I-L6Ul?oliois dkrect an die Station xoutoiu Isss (Jpsbrücke)herabführte. So ist es gekommen, daß kavianL, welchesan der Donau unterhalb Stephanshart-Ardagger liegenmuß, auf den Militärstraßenverzeichnissen derPeutingertafel und Antonins nicht erscheint.

In der labulg, keutioZsrang. konnten die Donau-städte 1-a.ou k'oliois und I'aviLns. keine Aufnahme finden,weil uns in derselben zwischen der Kolonie Wels (Ovilis.)und der Station Jpsbrücke ( xonto lass) nur dieJnnerlaudsstationen LIg.horioig.oo und Ltegio hinterlegtund überliefert sind. Lladorioisco ist, wie wir späterzeigen werden, nicht identisch mit Lunrinoo, welches alsStraßenknotenpnnkt erst unter Konstantin größere Be-deutung gewonnen hat, und Llsgio dürfte in Oeling beiMauern wiedergefunden sein, in deren Nähe MommsenI-aou k'oliois und kaviana nur vermuthete?^

Man kann diePeutingerkarte oder, wie sie Dr.Miller genannt, die Weltkarte des Ca stör ins aller-dings zum Vergleiche ebenfalls heranziehenund etwa schließen, wie folgt: Kommt man in XXXIruills PL88US (ki.r6lg.ts oder Lrslaks VIII, g.ä pontslass XXIII 31) von der Erlaf an die Jps undUrl bis nach LIsAo, so gelangt man von demselbenUrlaxs (ilroluts) in XXV oder XXVI m. p. überJpsbrücke^) (hier theilte sich wahrscheinlich die Heer-straße) auf dem Wege Antonins an die Donau heraufbis zu den Höhen von Ärdagger und Stephanshart, woI-uou ksliois, wie wir gesehen haben, gesuchtwerden muß.

Man ist demnach, um zu richtigen Resultaten zugelangen, gezwungen, drei Wege und Wegsricht-ungen zu unterscheiden. 1. Den Wasserweg,welchen Severin 474/75 von Loiotro nach k's.viLnisund s. Rupert 60 Jahre später (534/5) von Negens-burg (katisboug.) nach Lorch (IiLuroaouw) eingeschlagenhat. 2. Die Militärstraße Antonins, welchevon Loiioäuro bis Laloatuln an der Donau Kaiser Antonin (Caracalla) 213 x». 0. zu bauenangefangen^) und Dtoclettan erst vollendethat. 3. Die ältere Milttärstr^ße der Peu-tingertafel, welcher die Donaustraße vonLoiioäurum bis zur Jpsbrücke vollständigmangelt.

Der Umstand, daß man sich über die Wege undWegsrichtungen*s) der Hilfsquellen nicht ganzklar geworden, und die Thatsache, daß I?avig.na

") Nur diese Vermuthung liegt in Mommsens Ar-gumentation, was Saupve und Knüll hätten beachtensollen. Vergl. die letzte Uebersichtskarte bei Mommsen(0.1.1«. m. 2), woselbst links der Donau bis

gegen Jps hinab eingezeichnet ist.

Die Straße der Tafel und des AntoninischenJtinerars hatten wahrscheinlich nur die Strecke Urtapas(Xrolats) pouts Isss VIII m. p. gemeinsam. InJpsbrücke trennten sich die Wege und gelangte dre labul»in XXIII m. p. 9'/z Std. nach LlbZio (Oeling). Antoninaber in XVII oder XVIII m. p. (6 -s- 17 - 25 und8 -ch 18 26) d. h. in 6'/z oder in 6'/s Stunden nachI^seu I'slieis bei Ärdagger.

*°) Vergl. meine Abhandlung über den Meilensteinvon Loiioäaro Saloatmn (Passmr-Engelhartszell). Mskpt.

°°) Die Straße der T'abnla ksutin^. führt von Jps-brücke über Me§io (Oeling) und Llaborioiaeo dircct nachWels (OvUia) und in einer Abzweigung etwa von deroberen Lorach die Enns herab nach blarinianio (an deruntern Enns) .