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2. Moraltheologie wöchentlich 4 Stunden.
3. Kirchenrecht wöchentlich 4 Stunden.
4. Kirchengerichte wöchentlich 3 Stunden.
5. Exegese wöchentlich 3 Stunden.
6. Einleitung in's Alte Testament wöchentl. 2 Stunden.(I. Sem.)
7. Litnrgik wöchentlich 2 Stunden.
8. Homiletik (Theorie) wöchentlich 2 Stunden.
III. Theologischer Kurs.
1. Dogmatik wöchentlich 6 Stunden.
2. Moraltheologie wöchentlich 4 Stunden.
3. Kirchenrecht wöchentlich 4 Stunden.
4. Exegese wöchentlich 3 Stunden.
5. Einleitung in's Neue Testament wöchentlich 2 Stun-den. (I. Sem.)
6. Litnrgik wöchentlich 2 Stunden.
7. Pädagogik wöchentlich 1 Stunde.
8. Pastoraltheologie wöchentlich 6 Stunden. (II. Sem.)
9. Homiletik (Uebungen) wöchentlich 1 Stunde.
IV. Theologischer Curs.
1. Dogmatik wöchentlich 6 Stunden.
2. Pastoraltheologie wöchentlich 6 Stunden.
3. Katechet!! wöchentlich 2 Stunden.
4. Rubrizistik wöchentlich 2 Stunden.
Facultativ für sämmtliche Curse ist die Thomas-lectüre, wöchentlich 1 bis 2 Stunden. Alle anderenFächer sind obligatorisch, und es muß aus denselben injedem Semester ein Examen, das nicht bloß zum Scheinabgenommen wird, bestanden werden. Der Collegien-besuch ist strenge vorgeschrieben und ist der regelmäßigste.Hoffentlich wird dies und das Examen in den AugenSchells nicht eben ein Mangel sein. Da die Ferienkürzer sind gegenüber den Universitäten, steht ein Monatmehr Zeit jährlich zur Verfügung. Sämmtliche Fächerwerden von Professoren gelesen, welche die akadem-ischen Grade sich erworben haben. Sie lesenauch alle nach eigenen Heften oder nach von ihnen ver-faßten Lehrbüchern. Wir haben hier den Studiengang-eines bestimmten bayerischen Lyceums skizzivt. Es be-stehen unter den verschiedenen Lyceen Abweichungen, abersie sind untergeordneter Natur. Die obige Skizze kannals Typus des Studiengangs an den bayerischen theo-logischen Fachschulen bezeichnet werden. Es wird gutsein, wenn weitere Kreise — wir bitten die katholischePresse darum, die obige Skizze unverkürzt weiter zuverbreiten — Kenntniß erhalten von diesen Dingen. Mandarf sich damit vor aller Welt sehen lassen. Die An-klagen Schells richten sich gegen die Seminarien undLyceen als solche, sie treffen auch die Kirche, welche dieErrichtung dieser Anstalten bis auf den heutigen Tagvorschreibt und die Bischöfe beim Amtsantritt unter Eiddazu verpflichtet, sie zu erhalten. Diese Lyceen habenResultate erzielt, die hinter jenen der Universitäts -Facul-täten nicht zurückstehen; sie brauchen sich also auch nichtvor aller Welt als Winkelanstalten, an denen ein arm-seliger Unterricht von theologischen Fachhandwerkern be-trieben wird, hinstellen zu lassen. Es ist von ihnen noch keinAngriff erfolgt gegen die theologischen Facultäten, sie dürfenalso auch bitten, von jener Seite in Ruhe gelassen zuwerden. Mit den Lyceen und Seminarien ist auch deran ihnen gebildete Klerus, als wäre er wissenschaftlichzweiter oder dritter Qualität, herabgewürdigt. Herr Pro-fessor Schell möge angeben, an welcher deutschen Uni-
versität der Theologe eine intensivere und eine allseitigereAusbildung erhält. Sein specielles Fach (Apologetik)fehlt ja in obiger Skizze, aber er weiß auch, daß, woPhilosophie, Dogmatik und Natnrwissenschaft gründ-lich docirt und studirt werden, die Apologetik wegfallenkann. Dafür ist aber im obigen Plan gesorgt. Ob Schellseine Anklagen zurücknehmen will, wissen wir nicht. Aberder Ueberzeugung sind wir, daß weder der Jurist, nochder Mediciner sagen kann, er habe für seinen Beruf ander Universität eine tüchtigere und allseitigere Bildungempfangen, als der Theologe am Lyceum oder Seminar.Es ist nicht die Aufgabe der Seminarien, gelehrte Fach-theologen zu bilden, sondern die, eine solide Ausbildungzu geben für den Beruf und eine sichere und feste Grund-lage für spätere theologische Weiterbildung. Können dietheologischen Facultäten Anderes leisten? Sie habenauch Anfänger vor sich und müssen ihnen die Elementevermitteln, sehr häufig sogar in kürzerer Zeit und untermanch anderen ungünstigeren Verhältnissen. Ob die welt-lichen Facultäten die Lyceen als sich und den theologischenUniversitäts-Facultäten gleich- oder nahestehend ansehenwollen oder nicht, kann gleichgültig sein. Auf eine ob-jective Würdigung der Dinge verzichten sie, wenn sie esnicht thun. Wenn Schell auf deren allerdings üblichesHerabsehen Gewicht legt, so können wir ihm verrathen,daß sie auch vielfach die theologischen Facultäten nichtals ebenbürtig betrachten, sondern als ein häßliches An-hängsel, das sie abschütteln werden, sobald sie Aussichtauf Erfolg haben. Wir wünschen das keineswegs. Unsereine Wunsch wäre der, daß die theologischen Facultätennicht durch die Lage der Verhältnisse gezwungen wären,die theologischen Elemente zu tradiren, sondern daß siedie Seminarien und Lyceen nach oben hin ergänzenwürden, so daß der an diesen elementar gründlich Ge-bildete und ascetisch Gereifte sich dort zum gelehrtenFachtheologen unter tüchtiger Leitung und Schulungweiterbilden könnte. Das ist gegenwärtig nicht der Fallzu unserem lebhaften Bedauern. Hier wie dort wirdderselbe Stoff gelehrt, hier wie dort von guten oderschlechten Professoren. Schell wird nicht leugnen, daßes auch an den Universitäten solche gibt. Ersprießlicherwäre es sicher gewesen, wie dies jüngst irgendwo bemerktwurde, wenn Schell die wissenschaftlichen Kräfte der theo-logischen Facultäten, Lyceen und Seminarien zu gemein-sanier, ernster wissenschaftlicher Arbeit aufgerufen hätte,daniit Vorkommnisse, wie wir sie jüngst erleben mußten,nicht wieder eintreten. Zu vervollkommnen und zu ver-bessern gibt's überall. Auch die weltlichen Facultätenmüssen dies aus ihrer eigenen Erfahrung bestätigen —wenn sie aufrichtig sein wollen. Die hochmüthige Selbst-genügsamkeit können wir ihnen andernfalls überlassen.
ueecenslonen uns Notizen.
Katechismus und Leben. Von bisch, geistl. RathReger. 4. Auflage. Verlag von Fr. Pustet inRegensburg . Preis geb. 2 u. 3 M.
" Die neue (4.) Auflage dieses Erbauungsbuches ist mitso vielen Vermehrungen und Verbesserungen erschienen,daß es nun als ein „vollständiges Gebet-, Lehr- undBetrachtungsbuch" mit Recht sich bezeichnen darf. DieVeranlassung zur Abfassung eines Katechismus-Gebet-buches war, wie schon im Vorwort zur 2. Auflage an-gegeben wurde, die Wahrnehmung, daß gar viele Christenden Religionsunterricht, den sie m der Schule genossen,in kurzer Zeit so ziemlich wieder vergessen, weil sie ebennach ihrer, Schulentlassung einen Katechismus kaum mehrzur Hand nehmen und wenig daran denken, die Lehren